Unternehmen
© voestalpine AG
17.10.2026

Montage des Elektrolichtbogenofens abgeschlossen

Die voestalpine stellt an ihrem Standort in Donawitz im ersten Halbjahr 2027 Teile ihrer Stahlerzeugung auf eine elektrifizierte Produktion um. Im Vollbetrieb sollen dort jährlich rund 850.000 Tonnen CO2-reduzierter Stahl hergestellt werden. Die Montage der neuen Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) ist weitgehend abgeschlossen. Nun beginnt in Teilbereichen die Kalt-Inbetriebnahme, bei der unter anderem Förderanlagen, Hydrauliksysteme, Elektroinstallationen, Kühlkreisläufe und die Automatisierung getestet werden.

Die Elektrolichtbogenofenanlage besteht aus mehreren zentralen Komponenten, darunter Unter- und Obergefäß sowie die Wippe. Hinzu kommen die zugehörigen Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen, beispielsweise Stromleitungen. Die insgesamt knapp 900.000 gelieferten Einzel-Bauteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 8.500 Tonnen wurden zum Standort Donawitz per Schiff, Bahn und LKW transportiert.

Großmontage für das Stahlwerk der Zukunft

Die voestalpine arbeitet in Donawitz mit mehr als 70 Unternehmen zusammen, rund 90 % davon sind aus Österreich. Rund 500 Fachkräfte sind aktuell auf der Baustelle tätig. Danieli & C. Officine Meccaniche koordiniert als zentraler Partner die Installation der Kernelemente und die Inbetriebnahme des Elektrolichtbogenofens. Darüber hinaus arbeiten zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Stahlbau, Rohrleitungsbau, Elektrotechnik, Automatisierung, Gerüstbau, Logistik und Bauwesen am Projekt mit.

voestalpine greentec steel in Donnawitz - © voestalpine AG
voestalpine greentec steel in Donnawitz © voestalpine AG

Die Montage des EAF erfolgte in mehreren Schritten: Nach der Vormontage, Vermessung und Prüfung wurden die Anlagenteile mithilfe von Schwertransporten und Großkränen an ihre endgültige Position gehoben. Dabei wurden einzelne Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 94 Tonnen bewegt. Für besonders anspruchsvolle Hebevorgänge kamen Kräne mit Tragfähigkeiten von bis zu 650 Tonnen zum Einsatz.

Nach der Montage folgt die Kalt-Inbetriebnahme

Mit der Kalt-Inbetriebnahme beginnt die nächste Projektphase. Voraussetzung dafür ist die Inbetriebnahme zentraler Infrastruktursysteme wie der elektrischen Energieversorgung und der Medienversorgung. In diesem Schritt werden erstmals alle Anlagenkomponenten als Gesamtsystem getestet. Dabei stehen die Prüfung mechanischer Funktionen, der Medien- und Rohrleitungssysteme sowie von Sensoren, Antrieben und Steuerungen im Fokus. Darüber hinaus werden die Automatisierungs- und Sicherheitssysteme umfassend überprüft, um die Voraussetzungen für die spätere Produktionsaufnahme zu schaffen.

Erst wenn alle Systeme fehlerfrei zusammenspielen, erfolgt der nächste Schritt in Richtung Produktionsstart. Planmäßig erfolgt dieser im 1. Halbjahr 2027.

(Quelle: voestalpine AG)

Schlagworte

AutomatisierungCO₂-ReduzierungElektrifizierungElektrolichtbogenofenanlageStahlerzeugungStahlwerke

Verwandte Artikel

29.10.2026

Intec und Z 2027: Fertigungspraxis trifft industrielle Transformation

Das Messedoppel Intec und Z findet vom 02. bis 05. März 2027 in Leipzig statt. Im Fokus stehen vor allem die aktuellen Herausforderungen der Industrie: hohe Produktionsko...

Additive Fertigung AM Automatisierung Baugruppen Fertigungsindstrie Fertigungsstrategien Industrie Industrielle Fertigung Mess- und Prüftechnik Messe Produktionsprozesse Prozess Wasserstoff Wasserstoffindustrie Wasserstofftechnologie Zulieferer Zulieferindustrie
Mehr erfahren
28.10.2026

Flexibles Laserstrahlschweißen in der industriellen Fertigung

Die produzierende Industrie steht aktuell vor großen Herausforderungen. Deshalb gewinnen Fertigungslösungen an Bedeutung, die sich an verändernde Produktionsbedingungen a...

Anlagenbau Automatisierung DER PRAKTIKER DP Fertigung Industrie Industrielle Fertigung Laserstrahlanlagen Laserstrahlreinigung Laserstrahlschneiden Laserstrahlschweißen Laserzelle Robotik Schweißanlagen
Mehr erfahren
21.10.2026

Automatisierte Pulverversorgung im Polymer-3D-Druck

AM Solutions erweitert sein Lösungen für die Nachbearbeitung im Polymer-3D-Druck. Das Powder Management System und das Direkt Feeding System automatisieren die Rückführun...

3D-Druck Additive Fertigung Automatisierung Formnext Joining Platics JP Nacharbeiten Plastics Polymerpulver Prozesskette Pulverversorgung
Mehr erfahren
16.10.2026

Transparenz und Konnektivität beim Roboterschweißen

Für Linde Material Handling in Aschaffenburg hat Yaskawa eine hochautomatisierte Schweißanlage für Gabelstaplerrahmen und Fahrerschutzdächer geplant und realisiert. Neben...

Automatisierung Digitaler Zwilling Fertigung Heften Prozessüberwachung Qualitätssicherung Roboterschweißen Schweißanlage Schweißen Steuerung
Mehr erfahren