Technologien
RD1004C: Rotationsdüse zur umweltfreundlichen Beschichtung breiter Kunststoffoberflächen und -profile für eine verbesserte Adhäsion beim Verkleben. - © Plasmatreat GmbH
20.09.2026

Plasmatechnologie: Oberflächenbeschaffenheit entscheidet über den Prozesserfolg

Steigende Qualitätsanforderungen, neue Materialkombinationen, der wachsende Einsatz von Recyclingkunststoffen und anhaltender Kostendruck stellen die Kunststoffindustrie vor immer größere Herausforderungen. Häufig entscheiden die Oberflächeneigenschaften eines Werkstoffs über Qualität und Zuverlässigkeit nachfolgender Prozesse. Wie moderne Plasmaoberflächenbehandlung diese Aufgaben lösen kann, zeigt Plasmatreat auf der Fakuma 2026 vom 12. bis 16. Oktober in Friedrichshafen in Halle A1, Stand 1320.

In vielen Anwendungen reichen die natürlichen Oberflächeneigenschaften von Kunststoffen für stabile Produktionsprozesse nicht aus. Eine zu geringe Haftfestigkeit kann beim Kleben, Drucken, Lackieren, Beschichten oder Spritzgießen zu Qualitätsproblemen führen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Prozesssicherheit und Flexibilität in der Fertigung.

Plasmaoberflächenbehandlung ermöglicht die gezielte Aktivierung, Reinigung oder funktionelle Beschichtung von Kunststoffoberflächen. So lassen sich Adhäsionseigenschaften verbessern und Materialien zuverlässig für nachfolgende Produktionsschritte vorbereiten.

Plasma für anspruchsvolle Kunststoffanwendungen

Auf der Fakuma präsentiert Plasmatreat Lösungen für industrielle Anwendungen entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette.

Besucher erhalten Einblicke in aktuelle Anwendungen aus der Kunststoffverarbeitung und erfahren, wie Plasma stabile, reproduzierbare Prozesse unterstützt. Das gesamte Technologieportfolio von Plasmatreat – von Atmosphärendruckplasma bis Niederdruckplasma – ist auf prozesskontrollierte, reproduzierbare Ergebnisse ausgelegt. Im Fokus steht nicht die Technologie allein, sondern die konkrete Aufgabe des Kunden und die passende Lösung für die jeweilige Anwendung.

Aurora-Plasma für die Oberflächenbehandlung medizinischer Produkte im Niederdruckverfahren. - © Plasmatreat GmbH
Aurora-Plasma für die Oberflächenbehandlung medizinischer Produkte im Niederdruckverfahren. © Plasmatreat GmbH
Fakuma-Highlights: Openair-Plasma und Aurora-Plasma

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Openair-Plasma Technologie für die automatisierte Inline-Behandlung von Oberflächen direkt im Produktionsprozess. Gezeigt werden Plasmaaktivierung zur Verbesserung der Haftungseigenschaften sowie der neue Plasmadüse RD1004C. Mit dieser Rotationsdüse lassen sich Beschichtungen als umweltfreundliche Haftvermittler auf breiten Kunststoffoberflächen oder -profilen, zum Beispiel Fensterprofile, aufbringen – für bessere Adhäsion beim Verkleben. Mit einem umfassenden Portfolio aus verschiedenen Düsenköpfen, Plasmadüsen, Generatoren und weiterem Systemzubehör ist das Atmosphärendruckplasma-Portfolio von Plasmatreat breit aufgestellt, um wirtschaftliche Anforderungen und unterschiedliche industrielle Anwendungen passgenau zu adressieren – von einfachen Vorbehandlungsaufgaben bis zur anspruchsvollen, vollautomatisierten 24/7-Serienproduktion.

Darüber hinaus präsentiert Plasmatreat erstmals auf der Fakuma eine Anlage aus dem neuen Aurora-Plasma Produktportfolio. Das System arbeitet unter Niederdruckbedingungen mit 2,45-GHz-Mikrowellenanregung im Vakuum-Prozessraum und ermöglicht die Oberflächenmodifikation auch bei komplexen 3D-Geometrien. Damit eignet es sich insbesondere für Anwendungen in der Medizintechnik, im Leichtbau und in der Elektronik. Durch den Einsatz unterschiedlicher Prozessgase und Gaskombinationen lassen sich Reinigungs-, Plasmaätz- und Aktivierungsprozesse gezielt auf Material, Bauteilgeometrie und Anwendung abstimmen.

Ein Beispiel ist die gezielte Behandlung im Batch-Prozess von Produkten aus Hochleistungspolymeren wie PEEK, PTFE, FEP oder PEBA. Durch die Erhöhung der Oberflächenenergie können Beschichtungen, Klebstoffe und Schmierstoffsysteme besser haften, ohne empfindliche Bauteilgeometrien thermisch oder mechanisch zu belasten.

Plasmaaktivierung von Kunststoffoberflächen für verbesserte Haftungseigenschaften. - © Plasmatreat GmbH
Plasmaaktivierung von Kunststoffoberflächen für verbesserte Haftungseigenschaften. © Plasmatreat GmbH

Für Plasmatreat ist nicht nur die passende Plasmatechnologie für die jeweilige Anwendung wichtig, sondern auch die zuverlässige Kontrolle des Prozesses. Dafür hat das Unternehmen die PCU (Plasma Control Unit) entwickelt. Sie überwacht und regelt zentrale Prozessparameter und macht Abweichungen im Plasma-Prozess frühzeitig erkennbar. So lassen sich reproduzierbare Behandlungsergebnisse sowohl bei Openair-Plasma als auch bei Aurora-Plasma absichern. Anwender erhalten dadurch mehr Transparenz im laufenden Prozess und eine bessere Grundlage für stabile, dokumentierbare Produktionsabläufe.

Plasma live erleben und eigene Bauteile testen

Am Stand von Plasmatreat steht zudem ein Plasma-Livetisch zur Verfügung, an dem Besucher die Wirkung von Plasma unmittelbar erleben können. Interessierte können eigene Bauteile oder Materialmuster mitbringen und diese gemeinsam mit den Anwendungsspezialisten vor Ort bewerten.

Konkrete Beispiele zeigen, wie Plasma auf Oberflächen funktioniert und wie sich die die Benetzbarkeit verschiedener Kunststoffoberflächen verbessern kann. Mit verschiedenen Analysemethoden lassen sich die Auswirkungen des Plasmaeffekts direkt sichtbar machen. So werden aus technischen Möglichkeiten greifbare Lösungen für reale Anwendungen.

Nachhaltigkeit und Recycling im Fokus

Mit der steigenden Bedeutung von Recyclingkunststoffen wachsen auch die Anforderungen an ihre Weiterverarbeitung. Unterschiedliche Materialzusammensetzungen können Druck-, Kleb- oder Beschichtungsprozesse erschweren.

Plasma ermöglicht es, Oberflächen gezielt zu aktivieren und für nachfolgende Prozessschritte vorzubereiten. In ausgewählten Anwendungen können chemische oder mechanische Vorbehandlungsverfahren ersetzt werden. Das unterstützt die Prozesssicherheit und kann zugleich zu ressourcenschonenderen Fertigungsprozessen beitragen.

(Quelle: Plasmatreat GmbH)

Schlagworte

Fügen von KunststoffenJoining PlasticsJPKunststoffeKunststoffindustrieKunststoffverarbeitungOberflächenbehandlungPlasmaoberflächenbehandlungPlasmatechnologieRezyklate

Verwandte Artikel

20.09.2026

Envalior at Fakuma 2026

Envalior, a global player in sustainable & high-performance engineering materials, will showcase its range of advanced material solutions for automotive, E&E, consumer an...

Automotive End-of-Life Vehicles Regulation FAKUMA Joining Plastics JP NetZero Plastics Technology Recycled Plastics Sustainability
Read more
Teilnehmer des Kurses DVS 2281/2282
18.09.2026

Internationaler Wissensaustausch am SKZ

Das Kunststoff-Zentrum SKZ empfing kürzlich zwei Fachleute aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einem intensiven Trainings- und Qualifizierungsprogramm im Bereich K...

Fügen von Kunststoffen Fügetechnik Joining Plastics JP Kunststoffschweißen Kunststoffverarbeitung Qualifizierung Qualitätssicherung Schulungen Weiterbildung
Mehr erfahren
18.09.2026

Asahi Kasei Showing Advanced Plastics Solutions at Fakuma 2026

At Fakuma, Asahi Kasei will present a broad range of high-performance plastics and material solutions designed to address key challenges facing the automotive and industr...

Automotive FAKUMA Joining Platics JP MPPE Plastics Plastics Processing Polycarbonate Polyphenylene Ether PPE Thermoplastic Elastomers
Read more
Page 4 of 6 Find out more • AddWorks PPA – PFAS-free polymer processing aids for polyolefin extrusion • AddWorks PPA 101 FG – product page • Media release: Clariant launches innovative PFAS-free polymer processing aids, June 5, 2025 PFAS-free AddWorks PPA 101 FG solves melt fracture (sharkskin) and prevents die build-up in PE blown and cast film.
15.09.2026

PFAS-free Polymer Processing in Polyolefin Extrusion Applications

AddWorks PPA 101 FG is a PFAS-free polymer processing aid (PPA) for polyolefin extrusion applications, based on Clariant's proprietary organic material technology.

EU Packaging and Packaging Waste Regulation Joining Plastics JP PE PFAS PFAS-free Polymer Processing Aid Polymers Polyolefin R&D
Read more
Der Standort von Polypres Mediterráneo S.L. in Spanien: Mit der Übernahme stärkt Röchling Industrial seine Marktposition im Bereich thermoplastischer Pressplatten und baut seine europäische Präsenz weiter aus.
14.09.2026

Röchling Industrial übernimmt Polypres Mediterráneo

Röchling Industrial hat mit Wirkung zum 3. September 2026 das spanische Unternehmen Polypres Mediterráneo mit Sitz in Alfarrasí bei Valencia übernommen.

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffplatten Kunststoffverarbeitung Maschinenbau Polyethylen Thermoplastische Pressplatten
Mehr erfahren