Kommentar
Matthias Wilhelm ist Country Manager DACH bei Visual Components - © Visual Components
22.02.2026

Virtuelle Inbetriebnahme in der Fertigung ist entscheidend

Die Fertigungsbranche ist derzeit von hoher Dynamik geprägt. Für Produktionsbetriebe bedeutet das, dass sich Märkte sehr schnell verändern und die Anforderungen der Kunden steigen. Gleichzeitig müssen Lösungen für Herausforderungen wie hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und ineffiziente Prozesse gefunden werden. Damit rückt die Frage in den Fokus, welche Strategien Unternehmen heute wählen, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein aktuelles Stimmungsbild liefert eine Befragung von 256 Entscheidern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Visual Components durchgeführt hat. Demnach gilt ein hoher Automatisierungsgrad in vielen Unternehmen als entscheidender Faktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit, wird in der Produktion aber bislang oft nicht erreicht: Rund zwei Drittel der Befragten verfügen noch nicht über entsprechend automatisierte Prozesse. Als wichtigste Hürden werden Investitionskosten (56 %), fehlendes Personal (37 %) und die Integration in bestehende Infrastrukturen (36 %) genannt.

Laut Studie hält knapp die Hälfte der Befragten die virtuelle Inbetriebnahme derzeit für nicht relevant. Das deutet darauf hin, dass Inbetriebnahme weiterhin als späte, vor allem physische Phase verstanden wird. Als ein Schritt, der erst dann an Bedeutung gewinnt, wenn Anlagen, Systeme und Prozesse bereits existieren. Angesichts komplexerer Produktionsprojekte, höherer Kosten und engerer Zeitpläne können zu spät erkannte Fehler jedoch erhebliche Mehrkosten oder Verzögerungen führen. Genau diese Faktoren entscheiden aber über fristgerechte Lieferungen und Wirtschaftlichkeit – und damit über die Wettbewerbsfähigkeit.

Virtuelle Inbetriebnahme sollte weniger als einzelnes Tool oder kurzfristiger Trend verstanden werden, sondern als eine veränderte Herangehensweise im Projekt. Dabei werden Erkenntnisse in frühere Phasen verlagert: Abläufe, Schnittstellen und Ressourcenbedarfe lassen sich prüfen, bevor sie in physische Anlagen umgesetzt werden. Dadurch werden mögliche Probleme früher sichtbar und verändert auch die Qualität der Entscheidungen, die anhand der gewonnenen Erkenntnisse getroffen werden.

Die Vorteile dieser frühen Transparenz sind Zeitersparnis, höhere Qualität und geringere Kosten. Es geht also um planbarere Projektverläufe, weniger Fehler, Minimierung der Ressourcenverschwendung und das Verhindern von Stillstand im laufenden Betrieb. Auf diese Vorteile dauerhaft zu verzichten, ist unter den heutigen Wettbewerbsbedingungen keine zukunftsfähige Strategie.

(Quelle: Visual Components GmbH)

Schlagworte

AutomatisierungFachkräftemangelFertigungVirtuelle InbetriebnahmeWirtschaftlichkeit

Verwandte Artikel

Sitz beider neuen Gesellschaften bleibt Hamlar
21.02.2026

Stärkung der Geschäftsbereiche Additive Fertigung und Rührreibschweißen

Bei der Grenzebach Gruppe werden die Geschäftsfelder Additive Fertigung und Rührreibschweißen seit dem 1. Januar 2026 als eigenständige Gesellschaften geführt.

Additive Fertigung Automatisierung Friction Stir Welding Rührreibschweißen Schweißen Serienfertigung Wachstumsfelder
Mehr erfahren
17.02.2026

5 Trends für die Fertigungssimulation

Die Zukunft der Fertigung ist vernetzter, schneller, digitaler. Das Jahr 2026 wird bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen, weil Fachkräfte, Anlagen, Robo...

Automatisierung Digitalisierung Fertigung Fertigungssimulation KI Prozessketten Roboter Simulation Werkbank Werkzeug
Mehr erfahren
Das Smart FMS (flexible manufacturing system) von Schwäbische Werkzeugmaschinen ermöglicht eine flexible Werkstückbearbeitung.
17.02.2026

Smart FMS: Automationssystem mit Sfix und S-cell

Schwäbische Werkzeugmaschinen stellte 2025 das Smart FMS vor: ein Automationssystem mit Spannsystem Sfix, Palettenwechsel und mobiler Roboterzelle S-cell für variable Los...

Automatisierung Automatisierungssysteme Fertigungssysteme Industrieroboter KI Mobile Roboter Palettenwechselsystem Produktionsprozess Prozesssicherheit Roboterzelle Spannvorrichtungen
Mehr erfahren
16.02.2026

KI-basierte Werkerassistenz „Der schlaue Klaus“

Oft ist eine vollständige Automatisierung manueller Montageprozesse weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Hier setzt das kamerabasierte Werkerassistenzsystem „Der...

Arbeitsschutz Arbeitssicherheit Assistenzsysteme Automatisierung Bestückungssystem Digitale Prozesstechnik Digitalisierung KI Montage Montageautomatisierung Qulitätssicherung
Mehr erfahren
16.02.2026

Roemheld präsentiert neuen innovativen Kompaktspanner

Ein neu entwickelter hydraulischer Kompaktspanner mit horizontalem Hub ermöglicht erstmals das direkte Spannen in kleinsten geschlossenen Taschen, Nuten und Aussparungen.

Aluminium Fertigung KI Kinematik Messungen Prozesssicherheit Werkzeug
Mehr erfahren