Die Fertigungsbranche ist derzeit von hoher Dynamik geprägt. Für Produktionsbetriebe bedeutet das, dass sich Märkte sehr schnell verändern und die Anforderungen der Kunden steigen. Gleichzeitig müssen Lösungen für Herausforderungen wie hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und ineffiziente Prozesse gefunden werden. Damit rückt die Frage in den Fokus, welche Strategien Unternehmen heute wählen, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ein aktuelles Stimmungsbild liefert eine Befragung von 256 Entscheidern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Visual Components durchgeführt hat. Demnach gilt ein hoher Automatisierungsgrad in vielen Unternehmen als entscheidender Faktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit, wird in der Produktion aber bislang oft nicht erreicht: Rund zwei Drittel der Befragten verfügen noch nicht über entsprechend automatisierte Prozesse. Als wichtigste Hürden werden Investitionskosten (56 %), fehlendes Personal (37 %) und die Integration in bestehende Infrastrukturen (36 %) genannt.
Laut Studie hält knapp die Hälfte der Befragten die virtuelle Inbetriebnahme derzeit für nicht relevant. Das deutet darauf hin, dass Inbetriebnahme weiterhin als späte, vor allem physische Phase verstanden wird. Als ein Schritt, der erst dann an Bedeutung gewinnt, wenn Anlagen, Systeme und Prozesse bereits existieren. Angesichts komplexerer Produktionsprojekte, höherer Kosten und engerer Zeitpläne können zu spät erkannte Fehler jedoch erhebliche Mehrkosten oder Verzögerungen führen. Genau diese Faktoren entscheiden aber über fristgerechte Lieferungen und Wirtschaftlichkeit – und damit über die Wettbewerbsfähigkeit.
Virtuelle Inbetriebnahme sollte weniger als einzelnes Tool oder kurzfristiger Trend verstanden werden, sondern als eine veränderte Herangehensweise im Projekt. Dabei werden Erkenntnisse in frühere Phasen verlagert: Abläufe, Schnittstellen und Ressourcenbedarfe lassen sich prüfen, bevor sie in physische Anlagen umgesetzt werden. Dadurch werden mögliche Probleme früher sichtbar und verändert auch die Qualität der Entscheidungen, die anhand der gewonnenen Erkenntnisse getroffen werden.
Die Vorteile dieser frühen Transparenz sind Zeitersparnis, höhere Qualität und geringere Kosten. Es geht also um planbarere Projektverläufe, weniger Fehler, Minimierung der Ressourcenverschwendung und das Verhindern von Stillstand im laufenden Betrieb. Auf diese Vorteile dauerhaft zu verzichten, ist unter den heutigen Wettbewerbsbedingungen keine zukunftsfähige Strategie.
(Quelle: Visual Components GmbH)
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