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18.11.2021

Korrosions-Monitoring im Stahlbetonbau

online, Internet

Web-Seminar

Stahlbetonbauwerke wie Brücken und Tunnel sind ein wesentlicher Bestandteil der Straßeninfrastruktur. Als Parkhäuser und Hochbauten bilden Stahlbetonbauwerke außerdem einen wichtigen Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Viele dieser Bauwerke haben einen beträchtlichen Anteil ihrer Lebensdauer bereits hinter sich. Im deutschsprachigen Raum weist beispielsweise der Brückenbestand ein Durchschnitts-alter von knapp 50 Jahren auf. In wenigen Jahrzehnten ist daher mit einer Welle des Ersatzes bestehender Stahlbetonbauwerke zu rechnen. Um diese Welle zu brechen ist es zentral, die Zustandsentwicklung von Stahlbetonbauwerken über die Zeit zuverlässig mitverfolgen zu können, um entsprechend Priorisierungen in der Erhaltungsplanung zu ermöglichen. Regelmäßige, primär visuelle Inspektionen stoßen hierbei an die Grenzen, da sie Schadensprozesse tendenziell in einem späten Stadium detektieren und daher eine voraus-schauende Erhaltungsplanung behindern.

Das „Korrosions-Monitoring“ bietet hier große Chancen, namentlich dank zeitlich aufgelöster Informationen, das Korrosionsgeschehen in einem Bauwerk mitverfolgen zu können. Diese Veranstaltung soll mit einer Reihe ausgewählter Vorträge die Möglichkeiten des Korrosions-Monitorings im oben dargelegten Kontext beleuchten. Es werden etablierte Monitoring-Systeme präsentiert, normative Grundlagen erörtert und die Rolle des Monitorings in der Zustandsbeurteilung und Erhaltungsplanung diskutiert. Auch neuere Entwicklungen im Bereich der Sensortechnik, der drahtlosen Datenübertragung und der Datenauswertung werden dargestellt.

Neben der zuverlässigen Verfolgung der Zustandsentwicklung von Bestandsbauwerken kommt dem Monitoring auch künftig eine größere Bedeutung zu, da die Technologie das Verhalten neuer Baustoffe und Baustoffsysteme unter reellen Expositionsbedingungen dokumentieren kann. Dies ist insbesondere angesichts der Verwendung neuer, emissionsarmer Zemente von zentraler Bedeutung. Bauwerke, die mit neuartigen Baustoffen wie den zuvor genannten Zementen erstellt werden, können somit hinsichtlich ihrer Dauerhaftigkeit in-situ beurteilt werden.

Diese Veranstaltung wird gemeinsam von den GfKORR Arbeitskreisen „Korrosionsschutz im konstruktiven Ingenieurbau“ und „Korrosionsuntersuchung und -überwachung“ organisiert.

Das Programm im Überblick:
  • Begrüßung
  • Korrosion von Stahl im Beton – Relevanz und Rolle des Monitorings
    Alterung der Infrastruktur, Ursachen der Korrosion, Schadensprognose, Instandsetzungsplanung
  • Überblick über Methoden, Aussagekraft und Nutzen des Korrosionsmonitorings
    Signalquellen, Messmethoden, Meta-Daten, Interpretationen
  • Das DGZfP-Merkblatt B12 „Korrosionsmonitoring bei Stahl- und Spannbetonbauwerken“
    Hintergründe, Messprinzipien, Anwendungsbeispiele
  • Erfahrungen mit Monitoringsystemen und Praxisbeispiele
    Monitoringkonzepte, Sensoren, Messwerterfassung und Datenspeicherung, Datenauswertung und Interpretation
  • Diskussionsrunde für Teil 1
  • Überwachung des Korrosionsverhaltens der Bewehrung in Bestandsbauwerken mit neuen Sensoren auf Polymerbasis
    Monitoring, Stahl, Beton, Korrosion, Sensor, Potential, Strommessung
  • Monitoring von KKS-Anlagen
    Regelwerke, Sensoren, Zielsetzung
  • Neuere Entwicklungen: Sensoren für Stahlbeton
    Einbettbare pH- und Chloridsensoren für Betonbauwerke, Zerstörungsfreies Korrosions-monitoring in Betonbauwerken, Überwachung der Korrosionsinitiierung
  • Diskussionsrunde für Teil 2
  • Fazit und Verabschiedung

Anmeldung bitte an die

GfKORR - Gesellschaft für Korrosionsschutz e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt am Main
Tel.: 069/7564-360/-436
Fax: 069/7564-391
E-Mail: gfkorr@dechema.de