Wirtschaft
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01.05.2024

E-Mobilität ist Bewährungsprobe für den Automobilstandort Deutschland

VDE Studie: Elektromobilität ist Bewährungsprobe für den Automobilstandort Deutschland

Die deutsche Automobilindustrie muss ihre Produktivität und Innovationskraft bei neuen Technologien deutlich steigern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die der VDE hochrangige Führungskräfte und Unternehmenschefs aus verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette sowie Politikerinnen und Politiker befragt hat. Darunter Vertreter von Automobilherstellern, Zulieferern, Batterieproduzenten und aus Forschung und Entwicklung. Die befragten Expertinnen und Experten sind jedoch auch davon überzeugt, dass die deutsche Automobilindustrie bei der Elektromobilität durchaus wettbewerbsfähig ist.

„Wir gehen davon aus, dass Elektrofahrzeuge in Zukunft den Markt dominieren werden. Daher haben wir nachgefragt, wie gut der Standort Deutschland aus Sicht wichtiger Akteure darauf vorbereitet ist“, erklärt Dr. Ralf Petri, Geschäftsbereichsleiter Mobility beim VDE. „In Schulnoten ausgedrückt bewerten die Befragten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie mit der Note 3+. Damit können wir uns nicht zufriedengeben.“

Kostengünstige E-Autos in Deutschland konzipieren

Der Automobilstandort Deutschland ist aus Sicht der Befragten nicht ausreichend auf den tiefgreifenden Wandel vorbereitet. Die Tatsache, dass es der Branche in den letzten Jahren sehr gut ging, hat dazu geführt, dass an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt wurde. Das rächt sich jetzt, wo die Zinsen gestiegen sind, die Energiepreise hoch sind und die Konkurrenz aus dem Ausland immer stärker wird. Bei der Wettbewerbsfähigkeit aufzuholen, insbesondere in den Kernbereichen Software und Batterietechnologie, wird daher als zentral angesehen. Die Fertigungsprozesse müssen radikal neugestaltet werden, unter anderem durch mehr Automatisierung. Vor allem bei den preiswerten E-Autos für den Massenmarkt müssen dringend Lösungen entwickelt werden. Sonst werden Fahrzeuge aus diesem Segment bis 2035 hauptsächlich aus China kommen.

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Planbare Rahmenbedingungen schaffen

Die Transformation der Branche, der wachsende internationale Wettbewerb, anhaltendende globale Krisen sowie hohe Energiepreise und Zinsen haben dafür gesorgt, dass die Unsicherheiten größer geworden sind. Hier sind sich Politik und Wirtschaft einig, dass es dringend planbare Rahmenbedingungen braucht – unter anderem, um mehr Investitionssicherheit zu schaffen.

Anhaltenden Fachkräftemangel in den Bereichen Software und KI bekämpfen

Neben der Produktivität wird der Fachkräftemangel als die größte Herausforderung angesehen. Die beruflichen Anforderungen in der Automobilindustrie werden sich merklich wandeln. Digitale Kompetenzen rücken in den Vordergrund. Für technologische Innovationen wie das autonome Fahren sind Kenntnisse in Programmiersprachen, Softwarearchitektur und Data Science unerlässlich. Der Bedarf an diesen Jobprofilen besteht branchenübergreifend, entsprechend hoch ist der Wettbewerb. Für die Zukunftsfähigkeit des Automobilstandorts ist es entscheidend, diese digitalen Expertinnen und Experten zu gewinnen. Besonderer Nachteil der Automobilindustrie: Gerade bei der jungen Generation wird ihr Ruf von Diskussionen über Klimaschutz und Dieselskandal überlagert.

„Wenn Unternehmenschefs berichten, dass sie Aufträge ablehnen müssen, weil ihnen die Beschäftigten fehlen, ist das besorgniserregend. Hier brauchen wir auch ein neues, positives Narrativ“, sagt Dr. Ralf Petri: „Die deutsche Automobilindustrie hat sich zwar finanziell vom Dieselskandal weitgehend erholt, aber den Image-Makel ist sie nie ganz losgeworden. Dabei bieten Elektromobilität und nachhaltige Verkehrslösungen die Chance, die Wahrnehmung der Branche zu korrigieren. Die Rolle von Technologie sollte nicht als Hindernis, sondern als Lösung für ökologische Herausforderungen hervorgehoben werden.“

Über die VDE Mobility-Meinungsführer-Studie

Zum zweiten Mal hat der VDE Meinungsführerinnen und Meinungsführer aus Politik und dem Mobilitätsbereich befragt. Vor zwei Jahren zum Antriebsportfolio der Zukunft – wie es ausgewogen und ökologisch gestaltet und an den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtet werden kann. Die neue VDE Studie Automobilstandort Deutschland 2035 zielt darauf ab, die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, Chancen und Trends zu identifizieren und wiederzugeben – insbesondere im Kontext des Übergangs zur Elektromobilität, der Digitalisierung und der globalen Wettbewerbslandschaft.

Nachfolgend können Sie sich die VDE-Studien zum Automobilstandort Deutschland sowie zum Antriebsportfolio der Zukunft im PDF-Format herunterladen:

Schlagworte

AutomobilindustrieAutomobilstandort DeutschlandE-MobilitätFachkräftemangelMobilitätswendeProduktivitätZulieferindustrie

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