Auch 2026 werden Digitalisierung und Automatisierung im Maschinenbau weiter voranschreiten. Hersteller und Betreiber stehen dabei vor der Aufgabe, neue Technologien einzubinden und gleichzeitig die Anforderungen an funktionale Sicherheit und Cybersicherheit zuverlässig zu erfüllen. Die Maschinensicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem ganzheitlichen Konzept.
Ein Überblick über fünf wichtige Trends:
Intelligente Sensorik und vernetzte Überwachungssysteme
Moderne Sensoren und Industrial-IoT-Lösungen erlauben eine kontinuierliche Echtzeitüberwachung von Maschinenzuständen. Gleichzeitig wächst damit jedoch die Angriffsfläche für Cyberangriffe. Die Risikobewertung muss diese Veränderungen sowie die daraus entstehenden Bedrohungen einbeziehen. Software, Firmware und sicherheitsrelevante Teile von Steuerungssystemen sind so abzusichern, dass Manipulationen, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten, verhindert werden.
Künstliche Intelligenz (KI) für optimale Prozesse
KI kann helfen, Prozesse zu optimieren, Maschinen flexibler zu gestalten und drohende Ausfälle von Maschinen oder Komponenten frühzeitig zu prognostizieren. Damit KI verlässliche Ergebnisse liefert, muss die Datenintegrität durch digitale und physische Schutzmaßnahmen sichergestellt werden. Harmonisierte Normen hierfür existieren bislang nicht. Daher müssen im Rahmen der Risikobewertung individuelle Anforderungen sowie geeignete Maßnahmen festgelegt werden. Sind Sicherheitsfunktionen betroffen, ist die Einbindung einer notifizierten Stelle erforderlich.
Automatisierte und autonome Sicherheitssteuerungen
Automatisierte Sicherheitssteuerungen reagieren selbstständig auf kritische Situationen. Mit der wachsenden Vernetzung dieser Systeme steigen jedoch auch die Anforderungen an robuste Sicherheitsmaßnahmen, um Manipulationen und Systemausfälle zu vermeiden. Die Auswahl geeigneter Maßnahmen setzt Fachwissen zur Funktionalen Sicherheit, zu sicheren Konstruktionsverfahren sowie ein Verständnis für wesentliche Änderungen an Maschinen voraus. Internationale Normen wie die IEC 62443 oder die IEC TR 63074 bieten dabei eine wertvolle Orientierung, um Sicherheitsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.
Kollaborative Roboter mit integrierter Sicherheit
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzen Unternehmen verstärkt auf die Kombination aus kollaborativen Robotern und Künstlicher Intelligenz. Bestehende Sicherheitsfunktionen wie visuelle Erkennung oder Kraftbegrenzung werden dabei durch digitale Schutzmechanismen ergänzt. KI-gestützte Cobots kommen häufig ohne Schutzzaun oder speziell geschultes Personal aus, lassen sich schnell in Betrieb nehmen und können wechselnde Aufgaben übernehmen. Voraussetzung für einen störungsfreien Einsatz ist eine zuverlässige Kommunikation zwischen Mensch, Cobots und den IT-Systemen.
Cloudbasierte Sicherheitsmanagementsysteme
Cloud-Technologien ermöglichen es, sicherheitsrelevante Daten standortübergreifend zentral zu erfassen und in Echtzeit auszuwerten. Damit wächst zugleich die Verantwortung für den Schutz dieser Daten, der unter anderem im EU Cyber Resilience Act (CRA) und im EU Artificial Intelligence Act geregelt ist. Um Manipulationen und Datenschutzverstöße zu verhindern, sind zertifizierte Cloud-Services, rollenbasierte Zugriffskontrollen, regelmäßige Audits und gegebenenfalls ergänzende Schutzmaßnahmen unverzichtbar.
(Quelle: TÜV Süd)
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