Forschung
Besuch im BFI-Technikum:  (v. l.) Dr. Matthias Kozariszczuk, Dipl.-Ing. Rainer Salomon, Dr. Klaus Wiener und Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck. - © VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH
31.08.2026

Mittel­stands­forschung braucht verläss­liche Rahmen­be­dingungen

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Wie kommt Forschung tatsächlich in die industrielle Anwendung und wie können insbesondere mittelständische Unternehmen von neuen Technologien profitieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Austauschs am 26. August in Düsseldorf mit Dr. Klaus Wiener MdB. Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck von der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS, kurz DVS Forschung, sowie Dipl.-Ing. Rainer Salomon von der FOSTA – Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. wurde die Rolle und Zukunft der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) diskutiert.

Das Förderprogramm IGF verbindet konkrete Forschungsbedarfe aus Unternehmen mit wissenschaftlicher Expertise. Das Bindeglied zwischen den Unternehmen und der Wissenschaft sind branchenspezifische Forschungsvereinigungen, wie die FOSTA oder die DVS Forschung. Sie bündeln diese Bedarfe aus den jeweiligen Branchen, vernetzen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und sorgen dafür, dass Ergebnisse aus Forschungsprojekten möglichst breit in die Wirtschaft transferiert werden.

Aktuell stehen wichtige Weichenstellungen für das Förderprogramm „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ an. Darüber tauschten sich die Vertreter der Forschungsvereinigungen mit Dr. Klaus Wiener, Mitglied des Bundestages und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag.

Mit dem Bundeshaushalt 2027 wird über den finanziellen Spielraum für neue Forschungsvorhaben entschieden. Gleichzeitig wird die IGF-Richtlinie weiterentwickelt. Damit wird der zukünftige Rahmen für das Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums festgelegt.

Aus Sicht der Forschungsvereinigungen sind dabei drei Aspekte von zentraler Bedeutung:

  • ausreichender finanzieller Spielraum für neue IGF-Vorhaben,
  • einfachere, schnellere und durchgängig digitale Förderverfahren,
  • der Erhalt des bewährten Wirkungsprinzips aus Bottom-up-Ansatz, Themenoffenheit und wirtschaftsgetragenen Forschungsvereinigungen.

Im Anschluss an das Gespräch besuchten die Teilnehmenden die VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH. Dort wurde an konkreten Projekten gezeigt, wie die IGF den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung unterstützt.

Dr. Matthias Kozariszczuk, Geschäftsführer des VDEh-Betriebsforschungsinstituts, und sein Team gaben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und präsentierten Technologien, die im Rahmen des Förderprogramms der IGF entwickelt wurden und inzwischen von mittelständischen Unternehmen kommerzialisiert werden. Dazu gehören unter anderem das Online-Säuremesssystem DynAcid sowie ein Verfahren zur Magnetabscheidung von Partikeln aus flüssigen Prozessmedien der Stahlindustrie.

Mit dem laufenden IGF-Projekt „RekCarb 2 – Rekristallisation von Kohlenstoff-Reststoffen zu Graphen-Nano-Platelets“ wurde zudem gezeigt, wie Forschung aktuelle Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft aufgreift und industrielle Reststoffe für neue Anwendungen nutzbar macht.

Der Besuch verdeutlichte damit das grundlegende Prinzip der Industriellen Gemeinschaftsforschung: Unternehmen bringen ihre technischen Herausforderungen ein, Forschungseinrichtungen entwickeln Lösungen und Forschungsvereinigungen schaffen die Strukturen, damit daraus gemeinschaftliche Forschung und ein breiter Transfer in die Wirtschaft entstehen.

(Quelle: DVS e. V.)

Schlagworte

DVSFörderprogrammForschungForschungsprojekteForschungsvereinigungGemeinschaftsforschungIndustrieIndustrielle AnwendungenKreislaufwirtschaftMittelstandStahlindustrieTechnologien

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