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24.06.2022

Robotik und Automation mit vollen Auftragsbüchern, aber gestörten Lieferketten

Robotik und Automation mit vollen Auftragsbüchern, aber gestörten Lieferketten

Die Robotik- und Automationsbranche in Deutschland profitiert von einem Nachfrageboom: In den ersten vier Monaten 2022 stiegen die Auftragseingänge um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die dynamische Marktentwicklung hatte sich bereits mit den Ergebnissen für das Jahr 2021 angekündigt. Der Branchenumsatz stieg zuletzt um 13 Prozent –stärker als erwartet. „Die Robotik- und Automationsbranche hat Hochkonjunktur“, sagt Frank Konrad, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „Die in den Büchern stehenden Aufträge werden die Anbieter allerdings nicht so schnell wie gewohnt abarbeiten können. Jetzt gilt es, Engpässe in den Lieferketten zu managen.“

Prognose 2022: plus 6 Prozent

Die Branchenprognose für Robotik und Automation fällt mit einem Umsatzplus von 6 Prozent auch für das Jahr 2022 positiv aus – spiegelt aber mit einer reduzierten Erwartung bereits die stark gestörten Zulieferketten wider. Insbesondere ein Mangel an Elektrotechnik- und Elektronikkomponenten verlängert die Lieferzeiten.

Die drei Teilbranchen von Robotik + Automation im Vergleich

Die drei Teilbranchen entwickelten sich 2021 unterschiedlich. Die Sparte Industrielle Bildverarbeitung legte um 16 Prozent zu: Der Branchenumsatz erreichte 3,1 Milliarden Euro. Der Umsatz der Robotik stieg um 13 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Integrated Assembly Solutions verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 11 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Insgesamt stieg der Umsatz der Robotik und Automation um 13 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro – stärker als ursprünglich erwartet.

Prognose 2022 – Teilbranchen & Gesamtbild

VDMA R+A prognostiziert für 2022 in den Integrated Assembly Solutions ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. In der Robotik wird ein Zuwachs von 5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro erwartet. In der Industriellen Bildverarbeitung wird ebenfalls mit einem Plus von 5 Prozent gerechnet, das entspricht einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. „Für die gesamte Robotik und Automation erwarten wir ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro“, sagt Frank Konrad. „Die Robotik und Automation steuert 2022 damit nahezu das starke Vorkrisenniveau von 14,7 Milliarden Euro aus dem Jahr 2019 an.“

Robotik und Automation macht den Unterschied

Dem VDMA-R+A-Mitgliedernetzwerk von 50.000 Personen in 350 Unternehmen kommen wichtige Zukunftsaufgaben zu:

Nachhaltig produzieren: Der verstärkte Einsatz von Robotik und Automation ist aus Sicht von Experten unverzichtbar, um Klima- und Umweltschutzziele künftig zu erreichen und nachhaltig zu wirtschaften: In der jüngsten Trendumfrage der automatica, Messe München, sichern Roboter nach Meinung von 88 Prozent der Industrie-Entscheider die Qualitätsstandards für Produkte der nachhaltigen Hightech-Fertigung. Die Branchenlösungen verhelfen zudem der Kreislaufwirtschaft und erneuerbaren Energien zum Durchbruch. Green-Tech-Produkte wie Photovoltaikmodule lassen sich in Europa mit neuer Präzisionstechnik in großer Stückzahl kostengünstig herstellen. Die Nachfrage nach Brennstoffzellen oder besonders leistungsfähigen Batterien für die Elektromobilität öffnet neue Marktchancen.

Arbeitswelt der Zukunft: Gut 80 Prozent der Experten, die in deutschen Industrie-Unternehmen über Robotik und Automation entscheiden, gehen auch für die Arbeitsplätze von einem positiven Einfluss der technologischen Erneuerung aus. Die Mensch-Roboter-Kollaboration oder der Einsatz von Assistenzsystemen schafft eine qualitativ hochwertigere Beschäftigung und bietet neue Chancen für die Aus- und Weiterbildung. Wegweisend dürfte hier eine neue Generation von Automatisierungstechnik sein, die ganz ohne Programmierung eingesetzt werden kann und intuitiv anwendbar ist. 52 Prozent der Entscheider sind fest davon überzeugt, dass besser qualifizierte Mitarbeiter künftig besser bezahlte Jobs bekommen werden.

Digitalisierung, Mobile Robotik und Intralogistik: Digitale Vernetzung, modernste FTS (Fahrerlose Transportsysteme) und AMR (Autonome Mobile Roboter) revolutionieren die Fabriken. In Kombination mit innovativen Softwarelösungen schließen sie die letzten Lücken und bilden in der Smart Factory wirklich durchgängige Systeme.

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Fachkräftemangel ist besorgniserregend

Die Unternehmen der Robotik und Automation sehen sich einem Arbeits- und Fachkräftemangel ausgesetzt, der sich durch das Ausscheiden der „Baby-Boomer“-Generation aus dem Arbeitsmarkt beschleunigt. Angesichts der wichtigen Zukunftsaufgaben wird dies zunehmend zum Risikofaktor. „Der Arbeitskräftemangel lässt sich durch Robotik und Automation allein nicht lösen“, sagt Frank Konrad. „Die Unternehmen bemühen sich nach Kräften, dem Mangel an Nachwuchskräften zu begegnen. Allerdings brauchen wir ein stärkeres Engagement von der Politik: Der Personalmangel droht nach den Disruptionen in den Lieferketten der nächste große Engpassfaktor insbesondere für die deutsche Industrie zu werden.

automatica 2022

Nach einer Pause von vier Jahren ist die automatica in München – The Leading Exhibition for Smart Automation and Robotics – als Präsenzveranstaltung mit starker Aufstellung zurück. Mit ihrer unangefochtenen Themenführerschaft und ihrem vollständigen Angebot wird sie der Branche weitere Impulse verleihen.

(Quelle: Presseinformation des Fachverbandes VDMA Robotik + Automation)

Schlagworte

AutomationFachkräftemangelIndustrielle BildverarbeitungIntegrated Assembly SolutionsRobotik

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