Wissenswertes
© stock.adobe.com/BullRun
24.11.2025

Service als neue Einnahmequelle

Bei vielen Mittelständlern im technischen Bereich spielt der Service nur eine untergeordnete Rolle. Häufig wird er kostenlos oder lediglich in einfacher Form angeboten, meist beschränkt auf Reparaturen und Ersatzteile. Leistungen wie Wartung oder Weiterbildung werden dagegen nur selten berücksichtigt. Dadurch bleiben potenzielle Umsätze ungenutzt und die Chancen auf weitere Aufträge sinken.

Warum das so ist, hat unter anderem mit der hohen Produktqualität zu tun. Wenn nur selten Defekte auftreten, wird Service schnell als nebensächlich betrachtet. Und wenn etwas nicht mehr funktioniert, erfolgt die Reparatur häufig zum Selbstkostenpreis, ähnlich wie bei Wartungsarbeiten. 

Guter Service als Entscheidungskriterium

In Zeiten von SaaS (Software as a Service) und der Digitalisierung sind Kunden bereit, für guten Service und zusätzliche Dienstleistungen zu bezahlen. Für Kunden ist der Service inzwischen ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Neben der Qualität einer Maschine ist es ebenso entscheidend, wie gut sie sich in bestehende Fertigungsabläufe einbinden lässt. Unternehmen, die hier nur begrenzte Leistungen anbieten, bekommen den Auftrag nicht und verschenken die Umsätze für das Produkt und damit verbundene Dienstleistungen.

Zudem bietet der Service in einer digitalisierten und vernetzten Produktion eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten, eine persönliche Kundenbeziehung zu pflegen und dadurch Folgeaufträge etwa durch Upgrades oder Cross-Selling zu fördern. Service erleichtert nicht nur den Einstieg in eine Geschäftsbeziehung, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, sie langfristig fortzuführen.

Warum im Service so viel Potenzial steckt und wie man es nutzt. - © Wachstumsplan GmbH
Warum im Service so viel Potenzial steckt und wie man es nutzt. © Wachstumsplan GmbH
Systematisierter Service als Geschäftsfeld

Der Verkauf technischer Geräte und Maschinen bringt einmalige Einnahmen, während Dienstleistungen und Serviceverträge kontinuierliche Erträge ermöglichen – vorausgesetzt, Unternehmen verstehen den Servicebereich als eigenständiges Geschäftsfeld. Das Beratungsunternehmen Wachstumsplan unterstützt mittelständische Unternehmen aus dem technischen Bereich bei strategischen Entscheidungen. „Das Potential, das in einer Neuausrichtung des Service-Bereichs steckt, ist enorm“, sagt Andreas Straehler, Geschäftsführer von Wachstumsplan. „Unsere Erfahrung zeigt, dass ein relativ typischer Mittelständler aus dem Maschinenbau rund 20 % des Umsatzes durch den Service erzielen kann. Und das eben dadurch, dass man den Service nicht mehr nebenbei mitmacht, sondern ihn als eigenständiges Geschäftsfeld mit eigenen Produkten, Strukturen und Zielen betrachtet, das proaktiv betrieben wird.“

Für Kunden bringt dieser Ansatz ebenfalls Vorteile, etwa kürzere Stillstandszeiten durch schnellere Reaktionszeiten und vorausschauende Wartung sowie eine bessere Nutzung der Digitalisierung wie Remote-Wartung, Software-Updates oder verbesserte Integration. Damit ist der Service eine Win-Win-Situation für Unternehmen wie auch deren Kunden.

(Quelle: Wachstumsplan GmbH)

Schlagworte

DienstleistungenDigitalisierungMittelstandReparaturServiceWachstumspotenzialWartung

Verwandte Artikel

10.03.2026

Automatisierung und Digitalisierung sind Kern der HANNOVER MESSE 2026

Vom 20.-24 April 2026 findet die HANNOVER MESSE – die Weltleitmesse für die produzierende Industrie – auf dem Messegelände Hannover statt.

Automatisierung Digitalisierung Innovation Künstliche Intelligenz Produzierende Industrie Robotik Schlüsseltechnologien Weltleitmesse
Mehr erfahren
03.03.2026

Workshop Train the Trainer – NachhaltigH2

Am 18. und 19. März 2026 findet in der SLV Duisburg die Hybridveranstaltung „Train the Trainer – NachhaltigH2“ zu den Themen Wasserstoff, Digitalisierung, Arbeitsschutz...

Arbeitsschutz Digitalisierung Fügeverfahren Instandhaltung Reparatur Wasserstoff Wasserstofftechnologien
Mehr erfahren
Zum Auftakt der zweiten Förderphase trafen sich am 10. Februar 2026 (v. l.) André Heim (Regierung von Unterfranken) sowie Lukas Koch, Christoph Hoffmann, Professor Frank Döpper, Professor Marco Huber und Hartmut Eigenbrot vom Fraunhofer IPA am KI-noW in Schweinfurt.
25.02.2026

KI-noW erhält fünf Millionen Euro bis 2029

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Schweinfurter Forschungs- und Transferzentrum KI-noW mit weiteren knapp fünf Mi...

Digitale Transformation Digitalisierung Industrie 4.0 Künstliche Intelligenz Produktionsprozesse Simulation Verschleißteile
Mehr erfahren
17.02.2026

5 Trends für die Fertigungssimulation

Die Zukunft der Fertigung ist vernetzter, schneller, digitaler. Das Jahr 2026 wird bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen, weil Fachkräfte, Anlagen, Robo...

Automatisierung Digitalisierung Fertigung Fertigungssimulation KI Prozessketten Roboter Simulation Werkbank Werkzeug
Mehr erfahren
16.02.2026

KI-basierte Werkerassistenz „Der schlaue Klaus“

Oft ist eine vollständige Automatisierung manueller Montageprozesse weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Hier setzt das kamerabasierte Werkerassistenzsystem „Der...

Arbeitsschutz Arbeitssicherheit Assistenzsysteme Automatisierung Bestückungssystem Digitale Prozesstechnik Digitalisierung KI Montage Montageautomatisierung Qulitätssicherung
Mehr erfahren