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: Rollenwechsel an der Spitze des Exportrankings: China überholte 2025 Deutschland erstmals als weltweit größter Exporteur. - © Adobe Stock_Gorodenkoff
19.03.2026

Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stabilisiert sich – China baut Vorsprung aus

Nach zwei Jahren Investitionszurückhaltung zeigt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie erste Anzeichen einer Stabilisierung. Insgesamt blieb der Auftragseingang 2025 jedoch noch leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Bestellungen gingen um 3 % zurück – mit deutlich unterschiedlichen Entwicklungen im In- und Ausland. Während die Nachfrage aus dem Ausland um 3 % zulegte, brach der Auftragseingang aus dem Inland um 16 %ein. Die Investitionszurückhaltung vieler deutscher Industriekunden spiegelt damit die schwierige Lage wichtiger Anwenderbranchen wider, allen voran der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer. Zum Jahresende deutete sich allerdings eine leichte Belebung an: Im vierten Quartal 2025 lagen die Auftragseingänge insgesamt um 4 % über dem Vorjahreswert.

Parallel dazu verändern sich die globalen Kräfteverhältnisse im Werkzeugmaschinenbau weiter. Besonders deutlich zeigt sich das am rasanten Ausbau der chinesischen Industrie. Die Maschinenproduktion (ohne Teile und Zubehör) in der Volksrepublik erreichte 2025 mit rund 30 Mrd. Euro ein neues Rekordniveau. China baut damit seine dominierende Rolle im weltweiten Maschinenbau weiter aus. Deutschland verfehlte dagegen erneut die Marke von 10 Mrd. Euro Produktionsvolumen. Mit 9,4 Mrd. Euro lag die Fertigung nur wenig über dem Niveau der Pandemiejahre 2020 und 2021. Insgesamt konzentriert sich die weltweite Produktion weiterhin stark auf wenige Länder. China, Deutschland und Japan stehen zusammen für 58 % der global produzierten Werkzeugmaschinen. Dabei entfallen 37 % auf China, 12 % auf Deutschland und 10 % auf Japan. Dahinter folgen die USA und Italien mit Anteilen von 9 beziehungsweise 7 %.

Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie - © VDW
Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie © VDW
Verschiebungen im globalen Markt

Auch im internationalen Handel zeigen sich deutliche Verschiebungen. Das weltweite Exportvolumen für Werkzeugmaschinen erreichte 2025 rund 41,4 Mrd. Euro und lag damit etwa 3 % unter dem Vorjahresniveau. Besonders markant ist dabei der Rollenwechsel an der Spitze des Exportrankings: China überholte Deutschland erstmals als weltweit größter Exporteur. Während deutsche Hersteller 10 % weniger Maschinen ins Ausland lieferten und auf ein Exportvolumen von 7 Mrd. Euro kamen, steigerten chinesische Anbieter ihre Ausfuhren um 13 %. Mit 8,6 Mrd. Euro erreicht China damit einen neuen Rekordwert. China ist zugleich der mit Abstand größte Absatzmarkt für Werkzeugmaschinen weltweit. Das Marktvolumen wuchs 2025 um 5 % auf 25,2 Mrd. Euro. Damit entfallen rund 32 % des weltweiten Verbrauchs auf die Volksrepublik. Die USA folgen mit 11,1 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 14 %. Deutschland erreicht einen Anteil von 5,7 % und liegt damit nur noch knapp vor Indien mit 5,4 %.

Die Experten des VDW erwarten eine weitere Belebung in der zweiten Jahreshälfte. Bei den Abnehmerbranchen zählen neben der Rüstungs- und der Luftfahrtindustrie nicht die klassischen Kundenindustrien wie Automobil- oder Maschinenbau zu den wichtigsten Treibern. Vielmehr profitiert die Werkzeugmaschinenindustrie aktuell insbesondere von der Elektronik- und Halbleiterindustrie sowie deren Wertschöpfungsketten. „Hintergrund sind der fortschreitende Digitalisierungsschub, der KI-Boom und der weltweite Ausbau von Rechenzentren“, erläutert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW.

Auch das Geschäft mit den USA entwickelt sich trotz anhaltender handelspolitischer Unsicherheiten weiterhin stabil. Die Investitionen dürften dort in den kommenden Monaten weiter zunehmen. Für die Nachfrage aus China haben sich die Aussichten zuletzt leicht verbessert, da die Regierung verstärkt Investitionen in Zukunftstechnologien fördert und Werkzeugmaschinen im neuen Fünfjahresplan als kritische Kerntechnologie einstuft. „Die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen führen zu einer stärkeren Neuordnung wirtschaftlicher Partnerschaften. Das zeigen etwa die geplanten Freihandelsabkommen mit Indien und dem Mercosur“, so Heering.

(Quelle: Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)

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AutomobilindustrieChinaExportHandelIndustrieInvestitionenMaschinenbauMaschinenindustrieProduktionStabilisierungTechnologienWerkzeugmaschinenWerkzeugmaschinenbauWirtschaftZulieferer

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