Case Study
Hightech-MAG-Schweißen von Förderschnecken mittels Roboter und Wendepositionierer - © Fronius International GmbH
24.05.2026

Technologie für die Energiewende

Wenn zwei Unternehmen ähnliche Werte und Ziele verfolgen, kann daraus eine Zusammenarbeit entstehen, die über eine klassische Geschäftsbeziehung hinausgeht. Hargassner und Fronius sind Beispiele dafür: Beide Unternehmen wurden mit dem Anspruch gegründet, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln und neue Ansätze zu verfolgen. Heute leisten sie in ihren jeweiligen Bereichen einen Beitrag zur Energiewende. Dazu zählen unter anderem die Schweißgeräteplattform TPS/i von Fronius sowie die Heizsysteme mit ECO-Control von Hargassner.

Miteinander gewachsen, technologisch verbunden

Die Zusammenarbeit zwischen Hargassner und Fronius geht bis in die 1980er Jahre zurück. Damals setzte Hargassner erstmals die Fronius Compact 250 ein – ein Gerät, das für seine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit bekannt war und aufgrund seiner robusten Bauweise auch heute noch einsatzfähig wäre.

Bereits zu dieser Zeit bot Fronius technische Lösungen, die in der Anwendung Vorteile brachten. Dazu zählt etwa die Teflon-Seele im Drahtvorschubsystem: Sie unterstützt einen gleichmäßigen Drahttransport und verringert die Reibung im Schlauchpaket, was insbesondere bei empfindlichen Zusatzwerkstoffen wie Aluminium relevant ist.

Darüber hinaus verfügte das Gerät über eine frühe Form der Programmautomatik. Strom und Spannung wurden dabei automatisch aus dem individuell eingestellten Drahtvorschub abgeleitet. Dieses Prinzip gilt als Vorläufer des Synergic-Schweißens, bei dem Schweißparameter miteinander verknüpft sind und sich dynamisch anpassen.

Anton Hargassner Senior erinnert sich: „Wir haben damals eine Vielzahl von Schweißgeräten getestet – doch Fronius setzte sich klar als Nummer eins durch. Die Compact 250 lief so zuverlässig, dass wir gleich mehrere Geräte angeschafft haben. Seitdem setzen wir konsequent auf Fronius Technologie. Auch meine Söhne, die inzwischen die Geschäftsführung übernommen haben, führen diesen Weg mit derselben Überzeugung weiter.“

Zukunftsorientierte Schweißtechnik ist Teil der Qualitätsstrategie

Heute nutzt Hargassner moderne Schweißsysteme von Fronius, darunter die TPS/i-Plattform. Sie ermöglicht digitale Vernetzung und bietet Schweißprozesse wie Low Spatter Control (LSC), Pulse Multi Control (PMC) oder SynchroPulse. Diese Technologien können dazu beitragen, Nacharbeit zu reduzieren, die Nahtqualität zu verbessern, die Schweißgeschwindigkeit zu erhöhen und den Energieeinsatz zu optimieren.

Ergänzt werden sie durch TransSteel-Geräte, die für Anwendungen im Stahlbau entwickelt wurden. So entsteht eine Fertigungsumgebung, die auf präzise und effiziente Schweißprozesse ausgerichtet ist.

Senior-Chef Anton Hargassner mit seinem ersten Schweißgerät, der Fronius Compact 250 aus den 80er-Jahren. - © Fronius International GmbH
Senior-Chef Anton Hargassner mit seinem ersten Schweißgerät, der Fronius Compact 250 aus den 80er-Jahren. © Fronius International GmbH

„Die Qualität unserer Heizkessel steht und fällt mit dem Schweißprozess. Entscheidend ist, dass die Nähte – ob Kehlnähte oder Überlappnähte – sauber und möglichst spritzerfrei ausgeführt werden. Nur dann können die Bauteile ohne zusätzliche Nacharbeit direkt pulverbeschichtet werden. Bei Kehlnähten kommt es zudem auf ein konstant gehaltenes A-Maß an, um eine gleichbleibend hohe Nahtqualität sicherzustellen. Ebenso wichtig ist die Luftdichtheit der Nähte – sie verhindert gefährliche Verpuffungen im Heizbetrieb, die nicht nur mechanische Schäden verursachen, sondern auch Menschen ernsthaft gefährden können. Seit Jahrzehnten setzen wir deshalb auf Schweißtechnik von Fronius. Die Geräte überzeugen durch intuitive Bedienung, praxisgerechte Funktionen und garantieren die Schweißqualität, die wir für unsere Fertigung brauchen: robust, präzise und zuverlässig“, erklärt Roman Baumgartner, Schweißaufsicht bei Hargassner.

Rund neun Prozent der bei Hargassner erzeugten Sonnenenergie werden direkt für die Schweißprozesse genutzt. Damit ist die Photovoltaikanlage nicht nur Teil der Energieversorgung, sondern auch direkt in die Fertigung eingebunden.

Roman Baumgartner mit der Fronius TransSteel Pulse - © Fronius International GmbH
Roman Baumgartner mit der Fronius TransSteel Pulse © Fronius International GmbH
Energieeffizienz als Prinzip – in der Fertigung und darüber hinaus

Auf Grundlage der langjährigen Zusammenarbeit entschied sich Hargassner, die 2021/2022 errichtete Photovoltaikanlage am Standort Weng mit Wechselrichtern von Fronius auszustatten. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 1.500 kWp.

Zum Einsatz kommt der gewerbliche Wechselrichter Fronius Tauro. Er ist für anspruchsvolle Umgebungsbedingungen ausgelegt und verfügt unter anderem über aktive Kühlung sowie ein doppelwandiges Gehäuse. Dadurch kann das Gerät auch bei direkter Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen effizient betrieben werden und Derating (Reduktion der Ausgangsleistung zum Schutz des Geräts) vermeiden.

Nach den positiven Erfahrungen mit der bestehenden Anlage entschied sich Hargassner 2024 für eine Erweiterung um 1.000 kWp. Dafür kommt der Fronius Verto Wechselrichter zum Einsatz, der für gewerbliche Photovoltaikanlagen konzipiert ist und in Leistungsklassen von 15 bis 33,3 kWp erhältlich ist.

Stückholzheizkessel mit ausgereifter Holzvergasertechnik, höchstem Wirkungsgrad, Lambdaregelung mit automatischer Heizwerterkennung, Schwelgasabsaugung u. v. m.^ - © Fronius International GmbH
Stückholzheizkessel mit ausgereifter Holzvergasertechnik, höchstem Wirkungsgrad, Lambdaregelung mit automatischer Heizwerterkennung, Schwelgasabsaugung u. v. m.^ © Fronius International GmbH

Das Multi-MPPT-Konzept (Maximum Power Point Tracking) unterstützt einen effizienten Betrieb auch bei unterschiedlichen Modul-Ausrichtungen oder teilweiser Verschattung. Dadurch kann ein hoher Anteil der erzeugten Sonnenenergie direkt für die Fertigung genutzt werden. Heute liegt die Eigenverbrauchsquote bei rund 80 Prozent; etwa 20 Prozent der erzeugten Energie werden ins Netz eingespeist.

Die Photovoltaikanlage am Standort Weng umfasst inzwischen 2.500 kWp. Der erzeugte Strom wird unter anderem für IT-Infrastruktur, Produktionsmaschinen, Schweißgeräte und Flurförderzeuge genutzt.

Für das Laden der Flurförderzeuge setzt Hargassner Ladegeräte der Fronius-Selectiva-Produktlinie ein. Der Ri-Ladeprozess passt die Ladekurve automatisch an den Innenwiderstand der jeweiligen Batterie an. Dadurch lassen sich Energieverluste reduzieren, die Lebensdauer der Stapler-Batterien verlängern und die Betriebssicherheit im täglichen Einsatz erhöhen.

Wärme aus der Natur – intelligent genutzt

Hargassner entwickelt Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien. Das Portfolio umfasst unter anderem Pellet-, Stückholz- und Hackschnitzelheizungen sowie Luft/Wasser-Wärmepumpen.

Die Hackschnitzelheizungen nutzen Restholz aus der Region und ermöglichen damit eine nachhaltige Wärmeversorgung. Durch moderne Verbrennungstechnologie und Eco-Control, ein Steuersystem mit automatischer Brennstofferkennung, Feinstaubreduktion und Glutbettniveau-Regulierung, sollen hohe Wirkungsgrade und niedrige Emissionen erreicht werden.

Hargassner Holzparkhaus: Die Einsparung von rund 4.600 Tonnen CO₂ wurde mit dem Oberösterreichischen Holzbaupreis 2025 in Gold ausgezeichnet. - © Fronius International GmbH
Hargassner Holzparkhaus: Die Einsparung von rund 4.600 Tonnen CO₂ wurde mit dem Oberösterreichischen Holzbaupreis 2025 in Gold ausgezeichnet. © Fronius International GmbH
Ein Holzparkhaus als Statement

Ein Beispiel für die Umsetzung nachhaltiger Konzepte am Hargassner-Firmengelände ist das neue Holzparkhaus. Es wurde aus heimischem Holz errichtet und nutzt eine Split-Level-Bauweise zur Flächenreduktion. Die Stromversorgung erfolgt über die Photovoltaikanlage; zudem sind 30 E-Ladestationen integriert.

Durch die Bauweise wurden mehr als 4.600 Tonnen CO2 eingespart. Die Auszeichnung mit dem Oberösterreichischen Holzbaupreis 2025 in Gold bestätigt die Bedeutung des Projekts im Bereich nachhaltiges Bauen.

Familienwerte als Fundament für Innovation

Hargassner und Fronius verbindet neben der technologischen Zusammenarbeit auch ihre gemeinsame Herkunft. Beide Unternehmen wurden in Oberösterreich gegründet, sind familiengeführt und in der Region verwurzelt.

Aus den Anfängen in kleinen Ortschaften haben sich international tätige Unternehmen entwickelt, die ihre regionale Basis und ihre unternehmerischen Werte weiterhin betonen.

Geschäftsführer Markus Hargassner - © Fronius International GmbH
Geschäftsführer Markus Hargassner © Fronius International GmbH

Heute vertreibt Hargassner seine Heizsysteme in über 40 Ländern und sieht den Markt trotz globaler Herausforderungen positiv. „Der erneuerbare Weg ist eingeschlagen – nicht nur in unserer Generation, sondern auch in der nächsten. Dafür forschen und agieren wir“, sagt Markus Hargassner. 

Auch Fronius teilt diese Haltung. Beide Unternehmen sind innovationsgetrieben und denken langfristig. „In der Automatisierung, in der KI-Technik und bei der Feinabstimmung unserer Systeme gibt es noch viele Themen, bei denen wir gemeinsam vorankommen werden“, so Hargassner weiter. „Gerade im Bereich der vernetzten Produktion mit ihrer technologiebasierten Prozesssteuerung kann uns Fronius entscheidend unterstützen – wir entwickeln hier verkettete Prozesse, die darauf ausgelegt sind, die Abläufe wirtschaftlich, präzise und wiederholbar zu gestalten, mit dem Ziel, gemeinsame Lösungen für eine zukunftssichere Fertigung zu finden.“

(Quelle: Fronius International GmbH)

Schlagworte

AutomatisierungDrahtvorschubEnergieeffizienzEnergiewendeHeizsystemePhotovoltaikSchweißenSchweißgeräte

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