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Titelbild des VDI-Statusreports 2019 - © VDI
21.11.2019

3-D-Druckverfahren durchdringen verstärkt die deutsche Industrie

3-D-Druckverfahren durchdringen verstärkt die deutsche Industrie

Der VDI hat seinen neuen Statusreport „Additive Fertigung – 3-D-Druckverfahren sind Realität in der industriellen Fertigung“ veröffentlicht. Aus dem Report geht hervor, dass die Additive Fertigung (AM) erwachsen wird und in Unternehmen Einzug hält.

„Die deutsche Industrie hat die riesigen Potenziale der 3-D-Druckverfahren erkannt“, meint Prof. Dr.-Ing. Gerd Witt, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Additive Manufacturing“. „Unternehmen sind dadurch nicht nur flexibler in ihrer Produktion, sie können auch Kosten sparen, den Materialeinsatz reduzieren und Ressourcen schonen.“ Die Industrie nutzt immer mehr die Möglichkeit, AM für Prototypen, Fertigungsmittel und Endprodukte einzusetzen. In den letzten drei Jahren hat es laut dem neuen VDI-Statusreport „Additive Fertigung“ viele Fortschritte gegeben, die für eine intensivere industrielle Nutzung wichtig sind.

Der Statusreport behandelt drei Innovationstreiber besonders ausführlich:

1. Neue AM-Verfahren: Mit neuen Fertigungskonzepten sind beispielsweise Multimateriallösungen (Kunststoff-Kunststoff, Kunststoff-Metall, Metall-Metall, Keramik-Metall) oder eine höhere Fertigungsgeschwindigkeit möglich.

2. Materialentwicklung: Die additive Fertigung ermöglicht die Herstellung und  Verarbeitung von Legierungen, deren Verwendung bisher nicht praktikabel war. Durch das schnelle Aufheizen und Abkühlen beim Laser-Strahlschmelzen entstehen dabei völlig neue Gefügestrukturen. Im Bereich der Hartmetalllegierungen wurden bereits eindrucksvolle Erfolge erzielt. Dabei stehen die Entwicklung neuer Legierungen und die gezielte Nutzung der kurzen Aufschmelz- und Abkühlphasen zur Einstellung der gewünschten Eigenschaften erst am Anfang.

3. Neben den Materialentwicklungen zählt der VDI-Statusreport auch neue  Softwaretools als Innovationstreiber: Den Gestaltungsmöglichkeiten additiv hergestellter Bauteile sind bezüglich Fertigbarkeit und Komplexität wenig  Grenzen gesetzt. Durch die mögliche Anzahl an Variationen entsteht jedoch eine Herausforderung für Konstrukteure und Entwickler, denn herkömmliche  3-D-CAD-Systeme bieten hier kaum Hilfestellungen. Der zeitliche Aufwand für  die Realisierung der einzelnen Konstruktionen ist hierbei ein kritischer Faktor. Neue Software- und Simulationstools unterstützen die Entwickler an  vielen Stellen der digitalen Prozesskette. AM gerechtes Design von Bauteilen wird so vereinfacht und die Entwicklungszeit verkürzt.

Ein weiterer wichtiger Schritt für die stärkere Nutzung in der Industrie: Die AM-Maschinen stehen nicht mehr nur in den Entwicklungsabteilungen, sondern vermehrt auch in den Fertigungshallen. Wenn Bauteile so konstruiert werden, dass sie die Potenziale der additiven Fertigung voll ausschöpfen, dann ist im Umkehrschluss die Fertigung mit anderen Verfahren nicht mehr möglich. Wichtig ist daher eine Automatisierung der Prozesskette. Beispielsweise können AM-Maschinen über eine Schnittstelle an ein Manufacturing Execution System (MES) oder Scada-System angebunden und in IT-vernetzten Fertigungslinien eingesetzt werden. So können nicht nur Fertigungs-und Qualitätsdaten erfasst und ausgewertet werden. Die AM-Maschine kann so beispielsweise auch mit einem Roboter zur Bauteilentnahme kooperieren.

Der vollständige Statusreport „Additive Fertigung – 3-D-Druckverfahren sind Realität in der industriellen Fertigung“ ist kostenfrei hier erhältlich.

Ihr fachlicher Ansprechpartner im VDI:

Dr.-Ing. Erik Marquardt
VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL)
Telefon: +49 211 6214-373
 
(Quelle: Presseinformation des VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.)

Schlagworte

3D-DruckAdditive Fertigung

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