AM Solutions erweitert mit dem Powder Management System (PMS) und dem Direkt Feeding System (DFS) seine Lösungen für die Nachbearbeitung im Polymer-3D-Druck. Die neuen Systeme automatisieren die Rückführung von aufbereitetem SLS-Pulver in den Druckprozess und ermöglichen damit eine durchgängige Pulverversorgung. Beide Systeme werden auf der Formnext 2026 erstmals einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.
Mit der Auspackstation D1 und dem Powder Handling System F1 bietet AM Solutions bereits Lösungen für das automatisierte Auspacken sowie das Sieben, Mischen und Konditionieren von Polymerpulver. Bislang erfolgte die Befüllung der Drucksysteme mit dem in der F1 aufbereiteten Pulver jedoch manuell über einen Adapter. Insbesondere in Produktionsumgebungen mit mehreren Anlagen bedeutete dieser Arbeitsschritt zusätzlichen Aufwand und einen direkten Kontakt der Beschäftigten mit dem Pulver.
Mit den neuen Systemen PMS und DFS automatisiert AM Solutions diesen Prozessschritt. Nach Angaben des Herstellers werden die Bauteile in der D1 nach dem Druck automatisiert ausgepackt. Das zurückgewonnene Pulver wird anschließend in der F1 mit Neupulver gemischt, gesiebt und konditioniert. Von dort gelangt es entweder über das Direct Feeding System (DFS) direkt zu einem Drucker oder über das Powder Management System (PMS) zu mehreren Drucksystemen.
Dadurch entsteht eine weitgehend automatisierte Prozesskette vom Auspacken über die Pulveraufbereitung bis zur erneuten Versorgung der Drucker. Manuelle Eingriffe in den Pulvertransport werden reduziert und der direkte Kontakt mit dem Pulver weitgehend vermieden.
Direkte Pulverzufuhr für einzelne SLS-Drucker
Das Direct Feeding System wurde für die Versorgung eines einzelnen SLS-Druckers von EOS entwickelt. Laut Unternehmensangaben übernimmt das DFS als Ventil- und Verteilereinheit in Kombination mit dem Powder Handling System F1 die kontrollierte Befüllung des Druckers mit aufbereitetem Pulver aus einer angeschlossenen Polybox. Die Verbindung erfolgt über eine fest installierte Rohrleitung, sodass das Pulver ohne zusätzliche manuelle Zwischenschritte in den Druckprozess zurückgeführt wird.
Dabei nutzt das DFS die vorhandenen Komponenten der F1. Zusätzliche Steuerungen, Pulverpumpen oder Medienversorgungen sind nach Herstellerangaben nicht erforderlich. Die Anlagensteuerung übernimmt automatisch den Wechsel zwischen dem Befüllen der Polybox und der direkten Versorgung des Drucksystems.
Für den Pulvertransport kommt ein geerdetes Aluminium-Rohrsystem mit angepassten Rohrbögen zum Einsatz. Damit lassen sich laut AM Solutions Entfernungen von bis zu 15 m überbrücken. Die steckbare Verrohrung kann an unterschiedliche Hallenlayouts angepasst werden. Integrierte Sensoren und spezielle Einfüllstutzen ermöglichen eine kontrollierte Pulverübergabe, ohne dass ein direkter Signalaustausch zwischen dem Versorgungssystem und dem Drucker erforderlich ist.
Automatisierte Versorgung
Laut Unternehmensangaben ist das Powder Management System für Produktionsumgebungen mit mehreren Drucksystemen ausgelegt. Es kann bis zu vier SLS-Drucker von EOS automatisiert mit aufbereitetem Pulver versorgen. Dazu werden zwei Polyboxen mit einem Nutzvolumen von jeweils 180 l an das System angeschlossen. Sobald ein Behälter leer ist, schaltet ein Ventil automatisch auf die zweite Polybox um. Dadurch soll die Pulverversorgung auch während des Behälterwechsels aufrechterhalten werden.
Eine integrierte Füllstandsanzeige informiert über den verfügbaren Pulvervorrat. Dazu dienen eine LED-Beleuchtung am Behälter sowie eine 360°-Rundumleuchte, die signalisiert, wann eine Polybox ausgetauscht oder nachgefüllt werden muss. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass der Druckprozess aufgrund fehlenden Pulvers unterbrochen wird.
Das geschlossene System verfügt zudem über eine integrierte Luftrückführung und Filtertechnik, um die Staubbelastung beim Pulvertransport zu reduzieren. Der direkte Kontakt der Beschäftigten mit dem Pulver wird dadurch weitgehend vermieden. Die mobilen Polyboxen lassen sich zwischen der F1 und dem PMS transportieren und an das Versorgungssystem anschließen.
Erste Erfahrungen aus dem Produktionsbetrieb
EOS hat das PMS bereits unter Produktionsbedingungen eingesetzt. „Das PMS ermöglicht unseren Kunden, bis zu vier EOS-Polymersysteme mit minimalem Bedienaufwand kosteneffizient mit Pulver zu versorgen. Die intuitive Bedienung und der geschlossene Kreislauf machen den Produktionsalltag einfacher und sicherer – ein weiterer Fortschritt aus unserer engen Zusammenarbeit mit AM Solutions“, erklärt Magdalena Schwangler, Senior Product Manager Polymer bei EOS.
Auch das DFS wird bereits im Fertigungsbetrieb eingesetzt. Bei AM Solutions ist das System seit rund zehn Monaten in Kombination mit einer EOS P3 NEXT und dem Powder Handling System F1 in Betrieb. „Das DFS automatisiert die direkte Pulverversorgung des Drucksystems und reduziert damit manuelle Eingriffe in den Materialfluss deutlich. Im täglichen Produktionsbetrieb zeigt sich, dass die Kombination aus F1 und DFS eine zuverlässige und komfortable Versorgung des Druckers ermöglicht und den manuellen Aufwand bei der Pulverversorgung deutlich reduziert“, erklärt Ann-Kathrin Mahr, Entwicklungsingenieurin bei AM Solutions.
Mit PMS und DFS ergänzt AM Solutions die bestehenden Systeme zur Pulveraufbereitung um die automatisierte Rückführung des Pulvers in den Druckprozess. Beide Systeme werden auf der Formnext 2026 vorgestellt.
(Quelle: Rösler Oberflächentechnik GmbH)
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