Wirtschaft
© pixabay.com/350543
24.09.2020

Die Tücken der Digitalisierung im Maschinenbau

Die Tücken der Digitalisierung im Maschinenbau

Maschinenbau-Unternehmen sind in ihrem Metier erfindungsreich, hochkompetent und erfolgreich, aber zögerlich und unentschlossen bei der konsequenten Konzipierung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten, erklärt Andreas Gladis, Bereichsleiter Produktion beim Aachener Optimierungsspezialisten INFORM. Während die Produktpalette auch dank digitaler Innovationen technisch weltweit führend ist, fehlt für die Einbindung digitaler Tools in die Prozesssteuerung häufig ein Masterplan, in dem die Ziele und Maßnahmen definiert werden, die tatsächlich auf den Unternehmenserfolg einzahlen. Die Dringlichkeit dieser Thematik ist bei den Unternehmen erfreulicherweise angekommen. Das zeigen auch die Ergebnisse der von INFORM durchgeführten Studie „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“

Die Studie verfolgt zwei wesentliche Ziele: Sie vermittelt einerseits ein Stimmungsbild zur aktuellen wirtschaftlichen Situation des Maschinen- und Anlagenbaus und leitet daraus eine Prognose für die weitere Geschäftsentwicklung ab. Zum anderen gibt sie Aufschluss über die wichtigsten Hemmnisse für die weitere Entwicklung sowie die für die Zukunftssicherheit dieses wichtigen Wirtschaftszweigs als besonders relevant erachteten Maßnahmen und Technologien.

Danach ist für über die Hälfte der Unternehmen die Digitalisierung ein wirtschaftlich höchst relevantes Thema. Das spiegelt sich auch in den damit verbunden Erwartungen. An erster Stelle stehen unternehmenskritische Problemfelder wie die Verbesserung der Produktionsplanung, die Steigerung der Termintreue, die Reduzierung von Durchlaufzeiten und die Vermeidung von Materialengpässen. Einen hohen Stellenwert nehmen, wenig verwunderlich, auch die potenziellen Kosteneinsparungseffekte ein.

© INFORM GmbH
© INFORM GmbH
Die Tücken der Digitalisierungs-Praxis

Das Bewusstsein ist also vorhanden, es hapert jedoch bei der Umsetzung in der Praxis. Statt allgemeinverbindlichem Top-Down-Ansatz gilt in der Regel das individuelle Bottom-up-Prinzip: Digitalisierungsprojekte werden dabei als Ad-hoc-Maßnahmen für singuläre, abteilungsspezifische Probleme aufgesetzt, ohne Bezug zu einer koordinierten, übergeordneten Digitalisierungsstrategie. Als Vorgabe gilt: Alle Digitalisierungsmaßnahmen müssen in erster Linie die Produktionsplanung, und damit die Termintreue, die Durchlaufzeiten und die Bereitstellung von Materialien für das gesamte Unternehmen optimieren. Und die Werkzeuge zu ihrer Umsetzung sind ja vorhanden.

Auch die Planung der hochkomplexen Produktionsumgebungen des Maschinenbaus können mittlerweile mit mathematischen Algorithmen durch Zugriff auf die ERP-Daten digitalisiert werden. Statt also nur Teilbereiche des Fertigungsprozesses zu digitalisieren, kann die Produktionssteuerung den gesamten Wertschöpfungsprozess vom Einkauf über Fertigung und Montage bis hin zur Auslieferung steuern, optimieren und kontrollieren. Mit dieser strategisch geplanten und digital umgesetzten Herangehensweise ist es im Zusammenspiel mit entsprechend geschulten Mitarbeitern gelungen, unternehmenskritische KPIs wie die Termintreue, die oft jahrelang bei unbefriedigenden 50 bis 60 Prozent lag, auf 80 oder 90 Prozent zu steigern.

Die vollständige Studie können Sie sich hier herunterladen.

(Quelle: Presseinformation der INFORM GmbH)

Schlagworte

DigitalisierungMaschinenbau

Verwandte Artikel

17.05.2026

Ausbilder sichern die Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus

Die VDMA-Ausbildungsumfrage 2026 zeigt, dass die duale Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau auf engagierte Ausbilder und überwiegend gute Rahmenbedingungen bauen kann.

Anlagenbau Ausbilder Ausbildung Duale Ausbildung Maschinenbau Nachwuchsförderung Umfrage Wettbewerbsfähigkeit
Mehr erfahren
Eva Aigner, Mitglied des Vorstandes der Metal Engineering Division
12.05.2026

Eva Aigner ist neuer CFO der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns

Eva Aigner ist seit 1. April 2026 Vorstandsmitglied der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns und folgt damit Martin Reisetbauer nach, der mit 1. Juni 2026...

Automobilbau Bahninfrastruktur Maschinenbau Railway Schweißen Softwarelösung Stahl
Mehr erfahren
v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Mirko Schaper, Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Prof. Dr.-Ing. Gerson Meschut, Leiter des Laboratoriums für Werkstoff- und Fügetechnik (LWF) und Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer.
12.05.2026

50 Jahre Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik

Das Laboratorium für Werkstoff und Fügetechnik (LWF) der Universität Paderborn blickt 2026 auf 50 erfolgreiche Jahre Forschung, Lehre und Technologietransfer zurück.

Anlagentechnik Bauwesen Forschung Fügetechnik Karosseriebau Maschinenbau Technologietransfer Werkstofftechnik
Mehr erfahren
11.05.2026

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe 03/2026

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im März abermals leicht gedrosselt. Preis-, kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,7 % ab.

Baugewerbe Industrie Industrieproduktion Konjuktur Maschinenbau Produzierendes Gewerbe
Mehr erfahren
08.05.2026

Automation Day 2026

Am 18. Juni 2026 findet im Zentrum für Anwendungstechnik (ATC) in Hamm der Automation Day 2026 by voestalpine Böhler Welding statt.

Arbeitssicherheit Automatisierung Digitalisierung Fülldrähte MAG-Schweißen Roboterschweißen Schweißdraht Schweißen Schweißrauchminderung Serienfertigung
Mehr erfahren