Trendthema
© iStock
21.12.2022

Effektiver Einbruchschutz für kleine und mittlere Betriebe

Effektiver Einbruchschutz für kleine und mittlere Betriebe

Winterzeit ist Einbruchszeit – das gilt auch für Unternehmen. Doch viele Betriebe unterschätzen die Gefahr und die Schadensumme, wenn Fenster aufgehebelt, die Betriebseinrichtung beschädigt sowie Bargeld, Waren oder Computer gestohlen wurden. Welche Vorkehrungen Unternehmen treffen sollten, um ihr Einbruchsrisiko zu senken und welche Versicherung im Ernstfall für den Schaden aufkommt, weiß Anja Moritz, Expertin von der Nürnberger Versicherung.

Sicherheitskonzept erarbeiten

Vor allem kleine und mittlere Betriebe denken häufig, dass das Thema Einbruchschutz für sie nicht relevant sei. „Doch auch sie sind ein beliebtes Zielobjekt bei Einbrechern und die hohen Folgekosten, die ein Einbruch meist mit sich bringt, können für sie schnell existenzbedrohend werden“, so Anja Moritz, Expertin von der Nürnberger Versicherung. Daher empfiehlt sie auch kleineren Unternehmen, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten.

Hierbei können sie sich beispielsweise an den Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe der VdS Schadenverhütung orientieren, die unter shop.vds.de/publikation/vds-2333 zum Download zur Verfügung stehen. Darin finden sich nicht nur Tipps für die Gefährdungsanalyse, sondern auch die entsprechenden konkreten Schutzvorkehrungen. Polizeiliche Beratungsstellen können außerdem unterstützen, indem sie etwa direkt vor Ort Schwachstellen am Gebäude und auf dem Grundstück ermitteln. Dieser Service ist meist sogar kostenlos. Weitere Informationen zu den Beratungsstellen finden Unternehmen unter www.polizei-beratung.de.

Aufrüsten gegen die Einbruchsgefahr

Um sich vor Einbrechern zu schützen, sollten Betriebe unbedingt in den Gebäudeschutz investieren. „Das heißt: Türen, Tore, Fenster – auch Schaufenster – Kellerschächte, Rollläden, Rollgitter und Gittertüren sollten eine entsprechende Widerstandsklasse und hochwertige Schlösser haben. Ist dies nicht der Fall, gilt es, diese dringend auszutauschen“, rät die Expertin der Nürnberger Versicherung. Auch geprüfte Mehrfachverriegelungs- oder Einsteckschlösser können das Einbruchsrisiko senken. „Um eine fachgerechte und professionelle Umsetzung der mechanischen Maßnahmen zu garantieren, sollten Firmen unbedingt einen Fachbetrieb beauftragen“, so Moritz.

© unsplash.com / Nathy dog
© unsplash.com / Nathy dog
Unterstützung durch technische Maßnahmen

Neben einbruchhemmenden Türen und Fenstern können außerdem technische Maßnahmen eine sinnvolle Ergänzung sein, um die Einbruchsgefahr zu senken. Es gibt mittlerweile auch viele smarte Technologien, die etwa Bewegungsmelder, Überwachungskamera, Alarmanlage und Smartphone miteinander vernetzen. Der Vorteil: Unternehmen können von unterwegs auf Knopfdruck über ihr Smartphone bestimmte Maßnahmen ergreifen, indem sie beispielsweise das Licht einschalten, die Überwachungskamera starten, einen Alarm auslösen oder automatisch die Polizei rufen, falls sich Einbrecher am Gebäude zu schaffen machen. Eine Alternative sind Sensoren, die diese Maßnahmen auslösen, sobald sie aktiviert werden. Bei besonders gefährdeten Betrieben ist eine Einbruchmeldeanlage empfehlenswert, die dann auf ein Wach- und Sicherheitsunternehmen oder die Polizei aufgeschaltet wird.

Mitarbeiter ins Boot holen

Für einen vollumfänglichen Einbruchschutz sollten Betriebe auch ihre Mitarbeiter mit ins Boot holen: Um die gesamte Belegschaft darüber zu informieren, welche Regelungen für die Arbeitsstätte gelten, wie die Technik bedient wird und worauf sie bei Fenstern, Türen und Co. achten müssen, empfiehlt die Expertin der Nürnberger Versicherung, alle Sicherungsmaßnahmen schriftlich festzuhalten und das Dokument an die Mitarbeiter auszuhändigen.

Die folgenden grundlegenden Sicherheitstipps sollte es unbedingt enthalten: Türen immer zweifach abschließen, Fenster nach Betriebsschluss schließen, Schlüssel sicher aufbewahren und Alarmanlage aktivieren – falls vorhanden. Moritz rät zudem, sensible Informationen wie Sicherheitscodes nicht in dem Dokument zu veröffentlichen, sondern diese besser vertraulich zu behandeln.

© unsplash.com / FLY:D
© unsplash.com / FLY:D
Trotzdem nicht im Regen stehen

Müssen Unternehmer morgens feststellen, dass in der Nacht im Betrieb eingebrochen wurde, dann ist das nicht nur ärgerlich, sondern schnell auch mit hohen Kosten verbunden. „Um dann abgesichert zu sein, ist eine Inhaltsversicherung unverzichtbar“, sagt Anja Moritz. „Vor allem kleine und mittlere Betriebe können die Schadensumme häufig kaum stemmen.“ Die Police der Nürnberger Versicherung umfasst nicht nur das Betriebsinventar von der Büroeinrichtung bis zu Arbeitsgeräten sowie Waren und Vorräte, sondern schließt auch Schäden an Türen, Schlössern, Fenstern, Rollläden, Schutzgittern oder Wänden nach einem Einbruch oder einem Versuch ein. „Sie deckt außerdem bis zu 24 Monate lang die laufenden Betriebskosten, falls es aufgrund gestohlener Arbeitsgeräte oder abhanden gekommener Waren zu Ertragsausfällen kommt“, erläutert die Expertin.

(Quelle: Presseinformation der Nürnberger Versicherung)

 

Schlagworte

BeratungBetriebeKameraSchutzSensorenServiceSicherheitTechnikTechnologienVersicherung

Verwandte Artikel

(v.l.n.r) Klaus Bauer, Peter Liggesmeyer, Björn Sautter, Rainer Stark
25.01.2026

Forschungsbeirat wählt neuen Sprecher der Industrie

Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 hat Klaus Bauer (Trumpf Werkzeugmaschinen SE + Co. KG) als neuen Sprecher der Industrie berufen. Björn Sautter (Festo SE & Co. KG) wird...

Digitale Transformation Industrie 4.0 Künstliche Intelligenz Nachhaltigkeit Resilienz Smart Data Technik
Mehr erfahren
DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing (links) im Kurz-nachgefragt-Interview
16.01.2026

Interview mit DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing

Im Interview skizziert DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing, wie sich Verbandsarbeit unter veränderten technologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen strategi...

DVS DVS-Verband Fügetechnik Industrie Jugend forscht MINT Nachwuchsgewinnung Schweißen Schweißindustrie Schweißtechnik Technologien Verbandsarbeit
Mehr erfahren
Schweißbrenner und Stereokameras am Roboter-Endeffektor bei Versuchsvorbereitungen in der Maritimen Explorationshalle des DFKI Bremen.
12.01.2026

KI-gestützter Schweißroboter für die maritime Instandhaltung

Ein Forschungskonsortium unter Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat einen neuartigen Unterwasser-Schweißroboter entwickelt.

Autonome Systeme Industrietaucher Infrastruktur Instandhaltung KI Künstliche Intelligenz Reparaturschweißen Roboter Schweißen Schweißer Schweißroboter Stabelektroden Technologien Unterwasserschweißen
Mehr erfahren
Tragbarer Laserschutz für den mobilen Einsatz
15.12.2025

Tragbarer Laserstrahlschutz für den mobilen Einsatz

Die Service-Right Portable Flex-Guard von Kentek ist ein tragbarer Laserstrahlschutz und kommt überall dort zum Einsatz, wo kein fester Laserstrahlschutz installiert ist.

Laser Laserstrahl Laserstrahlschutz Schutz
Mehr erfahren
(v. l. n. r.) Peter Limke, Aufsichtsperson der BGHM für Vahle in Kamen, Marc Rubeau, Teamleiter Gesundheits- und Arbeitsschutz bei Vahle, Dennis Kloska, Mitarbeiter Betriebsmittelbau und Mitglied des Betriebsrats bei Vahle, Florian Blasczyk, Mitarbeiter Betriebsmittelbau bei Vahle und Karla Hiddemann, Mitarbeiterin HSE bei Vahle, bei der Übergabe des Silbernen Sicherheitspreises gestern im Vahle Werk.
14.12.2025

Auszeichnung für Verbesserungen im Arbeitsschutz

Die Paul Vahle GmbH & Co. KG hat gestern den Silbernen Sicherheitspreis der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) 2025 erhalten.

Arbeitsschutz Auszeichnung Award Betriebsanweisungen Brandschutz Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffverordnung Gesundheitsschutz Sicherheit Zerspanung
Mehr erfahren