Wirtschaft
© pixabay.com/Karuvadgraphy
14.09.2022

Fachkräftemangel: VDI begrüßt Maßnahmenpaket

Fachkräftemangel: VDI begrüßt Maßnahmenpaket

Vor dem Hintergrund der prekären Situation auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure und Ingenieurinnen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil jetzt die ersten richtigen Maßnahmen zur Entschärfung des Fachkräftemangels in Deutschland angekündigt. Fakt ist, das derzeit über 153.000 Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure insbesondere in den Informatikerberufen und in der Bauindustrie nicht besetzt werden können.

In Zukunft wird diese Zahl auch aufgrund des demografischen Wandels noch weiter steigen. „Der Fachkräftemangel wird damit zum Bremsklotz. Vorhaben wie die beschleunigte Energiewende drohen zu scheitern“, so Ralph Appel, Direktor des VDI. „Angesichts der Forderungen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, dass die Energiewende dreimal so schnell von statten gehen soll und angesichts der aktuellen, angespannten Situation auf dem Energiemarkt, bekommt die Entwicklung eine ganz spezielle Dramatik. Wir stehen nämlich vor einem Energiewende-Dilemma – ausgelöst durch den Fachkräftemangel“, ergänzt Appel. Zudem sei es gerade jetzt entscheidend, den Technologiestandort wettbewerbsfähig zu machen.

Laut dem Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft, IW, dass für den VDI quartalsweise den Ingenieurmonitor erstellt, kann die steigende Nachfrage an Fachkräften insbesondere durch die Klima- und Energiewende nicht gedeckt werden. So erwarten für die kommenden fünf Jahre 32 Prozent aller Unternehmen und sogar 63 Prozent aller Unternehmen ab 250 Beschäftigten einen steigenden Bedarf an IT-Experten speziell zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Produkte. Der Ausblick ist dem IW zufolge trübe, da die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den Ingenieurwissenschaften und Informatik in den letzten fünf Jahren um rund 15 Prozent gesunken ist. Daher ist in den kommenden Jahren weiterhin mit sinkenden Zahlen bei den Absolventen zu rechnen.

Appel: „Wir werden mindestens 34.000 Ingenieure und Ingenieurinnen aus dem Ausland jährlich benötigen, um am Standort weiterhin mit technischen Produkten und Prozessen erfolgreich zu sein. Um diesen Zufluss an Fachkräften erreichen zu können, ist ein Abbau der bürokratischen Hürden dringend erforderlich und muss zügig auf den Weg gebracht werden. Die von Bundesminister Heil vorgestellte Chancenkarte, bei der drei von vier Kriterien erfüllt sein müssen, damit Arbeitssuchende aus Drittländern nach Deutschland kommen können, ist sicher ein probates Instrument. Neben Sprachkenntnissen, Ausbildung, Alter und Berufserfahrung ist aber auch die Attraktivität des Arbeits- und Lebensstandortes Deutschland ein wichtiger Faktor.“

(Quelle: Presseinformation des VDI – Verein Deutscher Ingenieure e. V.)

Schlagworte

ArbeitsmarktEnergiewendeFachkräftemangelFachkräftesicherungIngenieurwesenIngenieurwissenschaften

Verwandte Artikel

Ingenieurarbeitsmarkt: VDI ordnet ein und zeigt Potenziale
27.09.2026

VDI/IW-Ingenieurmonitor zum Strukturwandel am Arbeitsmarkt

VDI/IW-Ingenieurmonitor: Konjunkturelle Schwäche trifft derzeit auf einen Arbeitsmarkt im Wandel – doch der Fachkräftebedarf bleibt strukturell hoch. Der VDI sieht Re-Ski...

Arbeitsmarkt Digitalisierung Energiesektor Fachkräftemangel Informatik Ingenieurwesen Medizintechnik Re-Skilling Strukturwandel
Mehr erfahren
22.09.2026

So verändern humanoide Roboter die Industrie

Humanoide Roboter entwickeln sich rasant. Dell Technologies zeigt, welches Potenzial sie für die Industrie bieten, welche Hürden noch bestehen und welche Rolle Edge-Entsc...

Arbeitsschutz Automatisierung Cobots Datenverarbeitung Fachkräftemangel Flexibilität Humanoide Roboter Industrie Präzision Roboter Sensorik Technologie
Mehr erfahren
21.09.2026

500. Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk ist gestartet

Die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN) erreicht mit der Anmeldung ihres 500. Netzwerks einen wichtigen Meilenstein. Deutschlandweit sind inzwi...

Energieeffizienz Energiewende Innovation Klimaneutralität Klimaschutz Netzwerk Wettbewerbsfähigkeit
Mehr erfahren
17.09.2026

KI-gestützte Robotik automatisiert Oberflächenbearbeitung im Stahlbau

Automatisierung gewinnt auch im Stahlbau zunehmend an Bedeutung. Um die Prozesssicherheit zu garantieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, entschied sich die Clau...

Arbeitsschutz Automatisierung Brennteile Fachkräftemangel Gesundheitsschutz Oberflächenbearbeitung Oberflächenqualität Robotik Schleifen Schleifroboter Stahlbau Verputzen
Mehr erfahren
Ines Rimmele berät als Migrationsbeauftragte der Handwerkskammer Konstanz Betriebe in Rechtsfragen rund um die Anstellung von Fachkräften.
09.09.2026

Das müssen Betriebe bei der Fachkräftesuche im Ausland beachten

Ines Rimmele, Migrationsbeauftragte bei der Handwerkskammer Konstanz, gibt Tipps für die Anstellung von ausländischen Fachkräften. Darüber hinaus bietet die Handwerkskamm...

Arbeitsmarkt Ausland Bundesregierung Fachkräfte Fachkräftegewinnung Fachkräftemangel Handwerk Handwerksbetriebe Handwerkskammer Qualifizierung
Mehr erfahren