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In Leuna entsteht das mit 24 Megawatt Leistung bei Inbetriebnahme weltgrößte Power-to-X-Anlagenprojekt zur Erzeugung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff. - © Linde/Horst Fechner
15.01.2021

Linde baut Produktion von grünem Wasserstoff weiter aus

Linde baut Produktion von grünem Wasserstoff weiter aus

Das mit 24 Megawatt Leistung bei Inbetriebnahme weltgrößte Power-to-X-Anlagenprojekt zur Erzeugung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff entsteht derzeit am bedeutenden Chemie- und Raffinerie-Standort Leuna in Sachsen- Anhalt. Die geplante Elektrolyse-Anlage soll zu Beginn mithilfe von zertifiziertem Ökostrom, später mit in der Nähe erzeugten erneuerbaren Energien ab Mitte 2022 bis zu 3.200 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr herstellen.

Wasserstoff kann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und ist in vielen Sektoren einsetzbar, beispielsweise als Treibstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge oder als Rohstoff für die Chemie- oder Stahlindustrie. Konstruktion, Bau und Betrieb der Anlage erfolgen aus einer Hand durch Linde. Die PEM (Proton Exchange Membrane)-Technologie der Elektrolyse stammt dabei von Lindes Joint-Venture-Partner ITM Power. Dank komplementärer Technologien wie der Verflüssigung, dem Tankstellenbau und der Logistik ist Linde in der Lage, die komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette abzudecken.

„Leuna eignet sich als Standort hervorragend für eine solche Anlage, denn wir versorgen seit vielen Jahrzehnten – eingebunden in eines der größten Industriecluster in Deutschland – mit einem kompletten Produktportfolio von Industriegasen unsere dort ansässigen Kunden sowie das umliegende Netzwerk. Durch die Elektrolyse-Anlage im industriellen Maßstab, insbesondere in Verbindung mit der aktuell erweiterten Verflüssigung, wird dieses Portfolio perfekt ergänzt“, sagte Jens Waldeck, bei Linde zuständig für das Gasegeschäft in Westeuropa.

Konstruktion, Bau und Betrieb der Anlage am Standort Leuna erfolgen aus einer Hand durch Linde. - © Linde/Tilo Weiskopf
Konstruktion, Bau und Betrieb der Anlage am Standort Leuna erfolgen aus einer Hand durch Linde. © Linde/Tilo Weiskopf

„Für Leuna sprechen außerdem das gut ausgebaute Rohrleitungsnetz und die hervorragende Infrastrukturanbindung.“ Die Elektrolyse-Technologie ist ein wichtiger Baustein in der gesamten Linde-Wasserstoff-Wertschöpfungskette. „Dank der Kombination aus erstklassiger EPC (Engineering, Beschaffung, Errichtung)-Kompetenz und Technologieexpertise auf Seiten der ITM Linde Electrolysis GmbH können wir individuelle Kundenlösungen für elektrolysebasierte Wasserstoff- und Sauerstoff- Erzeugungsanlagen anbieten“, sagte Michael Schaeffer, Leiter Wasserstoff- und Synthesegasanlagen bei Linde Engineering.

Der Einsatz der zukunftsweisenden, auf Industriegasen basierten Umwelttechnologien von Linde erlaubt es Kunden in aller Welt, ihre Produktivität zu steigern und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Linde wird seine Industriekunden über das bestehende Pipelinenetz oder per Lkw mit dem grünen Elektrolyse-Wasserstoff beliefern, mit dem auch Wasserstofftankstellen in der Region versorgt werden sollen.

Das Bauprojekt umfasst neben der Elektrolyse einen neuen Wasserstoff-Verflüssiger, der bereits Anfang 2021 in Betrieb gehen wird, sowie infrastrukturelle Maßnahmen in Leuna in Zusammenarbeit mit dem Standortbetreiber InfraLeuna GmbH. Dieses Projekt wird durch Fördermittel im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) unterstützt. An der Finanzierung des bewilligten Zuschusses sind das Land Sachsen-Anhalt sowie die Bundesrepublik Deutschland beteiligt.

(Quelle: Presseinformation der Linde GmbH, Gases Division)

Schlagworte

ChemieindustrieFahrzeugindustrieStahlindustrie

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