Regelwerke
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30.10.2025

Neue Norm für Qualitätssicherung in der Composite-Technologie

Mit der Veröffentlichung der DIN 35255 Qualitätsanforderungen an Composite-Prozesse steht weltweit erstmals eine umfassende Norm zur Verfügung, die sich systematisch der Qualitätssicherung in der Composite-Technologie widmet. Sie wurde unter Federführung des Fraunhofer IFAM in Bremen erarbeitet und setzt neue Maßstäbe, wie Normungsarbeit künftig effizient und praxisnah gestaltet werden kann.

Die DIN 35255 deckt den gesamten Lebenszyklus von Faserverbundbauteilen ab – vom Konzept über die Fertigung bis hin zu Instandhaltung und Reparatur. Damit schließt sie eine entscheidende Lücke in der Normungslandschaft: Erstmals werden sowohl Produkte als auch Prozesse durchgängig betrachtet, sodass Unternehmen eine verlässliche Grundlage für die Planung, Organisation und Umsetzung qualitätssichernder Maßnahmen erhalten.

Ein Novum ist die Übertragung des seit Jahrzehnten bewährten Prinzips bestehender QS-Normen aus der Schweiß- und Klebtechnik auf die Composite-Technologie. Damit folgt die Norm der Grundidee: Qualität und Sicherheit entstehen durch strukturierte Prozesse, klare Anforderungen und nachvollziehbare Nachweise.

Der rechtliche Rahmen wird dabei durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) gesetzt. Dessen zentrale Anforderung – den Stand der Technik umzusetzen – füllt die DIN 35255 konkret für Composites aus. Sie geht aber noch einen Schritt weiter: Da Composite-Bauteile nicht vollständig zerstörungsfrei geprüft werden können, gelten ihre Herstellung und Instandsetzung als spezielle Prozesse im Sinne der ISO 9001. Während die ISO 9001 lediglich die Rahmenbedingungen vorgibt, liefert die neue DIN 35255 hierzu die notwendige technologiespezifische Konkretisierung – analog zu den Normen der Schweiß- und Klebtechnik. Damit erleichtert sie den praxisnahen Zugang zum Stand der Technik durch die Kombination von Produktsicherheitsgesetz, ISO 9001/QMS und die FVK-spezifische QMS-Konkretisierung.

Der FVK-verbindliche Stand der Technik besteht nunmehr aus der untrennbaren Verknüpfung von ProdSG, QMS/ISO 9001 und DIN 35255 und hilft damit diesen praxisnah umzusetzen. - © Fraunhofer IFAM / Bremen
Der FVK-verbindliche Stand der Technik besteht nunmehr aus der untrennbaren Verknüpfung von ProdSG, QMS/ISO 9001 und DIN 35255 und hilft damit diesen praxisnah umzusetzen. © Fraunhofer IFAM / Bremen

Die Norm legt produktneutral und branchenübergreifend Anforderungen an Entwicklung, Fertigung und Instandhaltung fest und integriert dabei bekannte zentrale Kernelemente:

  • Klassifizierung nach Sicherheitsanforderungen (C1–C4)
  • Nachweis technologischer Personalkompetenz (Kompetenzlevel 1–3)
  • Sicherstellung von Produkt- und Prozesssicherheit

Damit schafft die DIN 35255 die Grundlage, Composite-Prozesse robust, reproduzierbar und ProdSG-konform zu gestalten – ein entscheidender Schritt, um den Stand der Technik in Industrie und Handwerk verbindlich umzusetzen und diese Materialien erfolgreich in der Gegenwart und Zukunft einzusetzen.

(Quelle: Isgatec GmbH)

Schlagworte

CompositesFaserverbundbauteileNormenQualitätssicherung

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