Technologien
© Plasmatreat GmbH
19.02.2026

Haftung von Verbundwerkstoffen mit Plasmatechnologie

Die Plasmatreat GmbH stellt auf der JEC World 2026 vom 10. bis 12. März 2026 in Paris (Halle 5, Stand G65) Plasmatechnologie zur industriellen Vorbehandlung von Verbundwerkstoffen vor. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbau sowie in weiteren Branchen, in denen faserverstärkte Kunststoffe und hybride Materialsysteme eingesetzt werden. Vor Ort wird gezeigt, wie CFRP- und Thermoplast-Bauteile mittels Plasma für nachfolgende Prozesse wie Kleben, Lackieren oder Abdichten vorbereitet werden. Plasmatreat hat seinen Hauptsitz in Steinhagen (Deutschland) und entwickelt und produziert industrielle Plasmatechnologie ob unter Atmosphärendruckbedingungen oder im Niederdruck.

Herausforderungen bei der Verarbeitung von Verbundwerkstoffen

In der Luft- und Raumfahrt sowie in der Mobilitätsindustrie werden zunehmend leichte Verbundwerkstoffe wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFRP), Thermoplaste und Hybridstrukturen eingesetzt, um Gewicht zu reduzieren und die Effizienz sowie Leistungsfähigkeit zu verbessern. Diese Materialien haben jedoch häufig eine geringe Oberflächenenergie, was die Haftung von Klebstoffen, Beschichtungen und Dichtstoffen erschwert. Deshalb ist eine geeignete Vorbehandlung der Oberflächen vor der Weiterverarbeitung in vielen Fällen erforderlich.

Konventionelle Verfahren wie mechanisches Schleifen oder der Einsatz chemischer Primer stoßen bei großen oder geometrisch komplexen Bauteilen häufig an Grenzen. Sie sind schwerer zu kontrollieren und zu automatisieren, benötigen viel Zeit und sind oft mit Auflagen an Umwelt- und Arbeitsschutz verbunden.

Plasmatechnologie zur Reinigung, Aktivierung und Beschichtung

Die Openair-Plasma-Technologie arbeitet unter Atmosphärendruckbedingungen und ermöglicht eine selektive, reproduzierbare Reinigung und Aktivierung von Oberflächen nur mit Druckluft und elektrischer Energie. Dabei werden organische Verunreinigungen entfernt und die Oberflächenenergie gezielt erhöht, ohne die Materialeigenschaften wesentlich zu verändern. Bei der Anwendung HydroPlasma wird destilliertes Wasser in den Plasmastrahl eingebracht, um organische und anorganische Rückstände effektiv zu entfernen, ohne die Oberfläche zu schädigen.

In der Luft- und Raumfahrt wird neben der atmosphärischen Plasmabehandlung auch eine Niederdruckplasmatechnologie (Aurora-Plasma) eingesetzt, wenn eine besonders gleichmäßige, vollflächige Behandlung nötig ist. In geschlossenen Vakuumkammern werden komplexe und großformatige Bauteile unter definierten Bedingungen homogen gereinigt und aktiviert. Das Verfahren eignet sich besonders für strukturrelevante Komponenten mit hohen Anforderungen an Reproduzierbarkeit, Prozessstabilität und Qualitätssicherung.

Mit der PlasmaPlus-Technologie lassen sich bei Atmosphären- und Niederdruck nanodünne funktionale Schichten aufbringen. Diese können als umweltfreundliche Haftvermittler dienen und konventionelle chemische Primer ersetzen.

Openair-Plasma Technologie – Atmosphärische Plasmasysteme und Komponenten für Plasmasysteme - ©  Plasmatreat GmbH
Openair-Plasma Technologie – Atmosphärische Plasmasysteme und Komponenten für Plasmasysteme © Plasmatreat GmbH
Prozesssicherheit und Qualitätssicherung

Bei der industriellen Verarbeitung von Leichtbaumaterialien sind Qualitätssicherung und Reproduzierbarkeit der Behandlung entscheidend. Dafür wird eine von Plasmatreat entwickelte Plasma Control Unit (PCU) eingesetzt, die Prozessparameter wie Plasmaleistung, Gasfluss, Temperatur und Behandlungsgeschwindigkeit kontinuierlich überwacht und dokumentiert. So bleibt die Behandlungsqualität konstant, die Qualitätssicherung wird unterstützt und die Integration in automatisierte sowie qualifizierte Fertigungsprozesse erleichtert.

Plasma Live-Demonstration auf der JEC World

Auf dem Messestand in Paris werden in Halle 5, Stand G65 Live-Demonstrationen zur Openair-Plasma-Behandlung gezeigt. Dabei werden CFRP und andere Verbundwerkstoffmaterialien vor Ort aktiviert und die verbesserte Benetzbarkeit mit verschiedenen Methoden sichtbar gemacht. Die Vorführungen zeigen, wie sich Haftungsprozesse bei Kleben, Lackieren oder Abdichten auch bei komplexen Bauteilgeometrien stabilisieren lassen. Zudem können konkrete Anwendungen für Openair-Plasma oder Aurora-Plasma direkt am Stand besprochen werden.

Breites Anwendungsspektrum der nachhaltigen Technologie

Die Plasmatechnologie wird zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt – von Triebwerks- und Strukturbauteilen über Rumpf- und Flügelkomponenten bis hin zu Innenraum- und Funktionsteilen. Dabei sind sowohl großflächige Behandlungen als auch selektive Anwendungen, etwa in Klebenuten, möglich. Die verbesserte Haftung erhöht die Beständigkeit gegen Korrosion, Erosion und mechanische Belastung und kann die Lebensdauer von Beschichtungen verlängern.

Die Plasmaprozesse kommen ohne Lösungsmittel und VOCs aus, erzeugen keinen gefährlichen Abfall und lassen sich in bestehende Produktionsumgebungen integrieren. Damit unterstützen sie umweltverträgliche, automatisierbare und stabile Prozesse bei der Verarbeitung moderner Verbundwerkstoffe.

(Quelle: Plasmatreat GmbH)

Schlagworte

AutomobilindustrieKlebstoffeLuft- und RaumfahrtOberflächenbehandlungPlasmaPlasmatechnologieQualitätssicherungVerbundwerkstoffe

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