Wer das Schweißen für sich entdeckt hat steht u. a. vor der Entscheidung, welches Schweißgerät das richtige sein könnte. Ob WIG, MIG/MAG, E-Hand oder ein Kombigerät – das beste Schweißgerät für Anfänger ist auf die jeweilige Anwendung abgestimmt.
Wichtige Fragen vor dem Start
- Was wird geschweißt?
Die Anwendung und das Material bestimmen das Schweißverfahren. - Wo wird geschweißt?
Ob das Gerät drinnen, draußen oder mobil eingesetzt wird, beeinflusst Größe, Gewicht und Robustheit. - Welche Nahtqualität ist gefordert?
Für Sichtnähte und optisch ansprechende Schweißungen eignet sich WIG, für Reparaturen reicht ein Elektrodengerät. - Wird das Schweißen beruflich oder hobbymäßig ausgeübt?
Das entscheidet über Standard- oder Multiprozess-Gerät, Leistung und Investitionshöhe.
Haus und Garten
Ob Regal, Feuerschale, Grill, Hochbeet-Gestell oder Gartentor: Solche Projekte lassen sich in einer eigenen Werkstatt umsetzen. Dafür sind weder Gas noch Draht erforderlich. Möglich wird das mit Elektrodenschweißen – einem Verfahren, das sich gut für den Einstieg eignet, weil es unkompliziert und flexibel ist. Für DIY-Projekte werden lediglich folgende Dinge benötigt:
- ein kompaktes Elektrodenschweißgerät
- eine Stromleitung und bei Bedarf ein Verlängerungskabel
- Massekabel und Elektrodenhalter
- Elektroden
- Passende Schutzausrüstung
Landwirtschaft
Wenn nach der Anschaffung von Maschinen kleinere Reparaturen künftig selbst übernommen werden sollen, um Zeit und Kosten zu sparen, wird dafür ein verlässliches Schweißgerät benötigt. Oft sind die Bedingungen anspruchsvoll – etwa durch Wind, Schmutz, Rost oder Feuchtigkeit. Geeignet ist in solchen Fällen meist ein kompaktes Elektrodenschweißgerät, das auch unter widrigen Umständen zuverlässig arbeitet.
Schweißkunst
Für künstlerische Arbeiten mit Metall wie z. B. filigrane Skulpturen oder individuelle Designobjekte stehen neben der Stabilität vor allem eine saubere Nahtoptik im Vordergrund. Dafür eignet sich ein kompaktes WIG-Schweißgerät, da das WIG-Schweißen sehr feine, gleichmäßige Nähte ermöglicht. Die dabei entstehenden Anlauffarben können zudem als gestalterisches Element genutzt werden.
Metallbau
Ein typisches Beispiel für den beruflichen Neueinstieg ins Schweißen ist der Metallbau. Für eine geplante Selbstständigkeit als Schlosser wird ein Gerät benötigt, das unterschiedliche Anforderungen und Einsatzbereiche zuverlässig abdeckt:
- WIG-Schweißen für präzise und optisch perfekte Nähte
- MIG/MAG-Schweißen für schnelle, wirtschaftliche Arbeiten an Stahl, Edelstahl und Aluminium
- Elektrodenschweißen für robuste Reparaturen und dickere Blechstärken
„Von Dünnblech bis Dickblech ist im Schlosserei-Bereich alles dabei. Manchmal muss ich auch 10-mm-Bleche verarbeiten können. Die Anforderungen sind in diesem Bereich ebenso vielfältig wie die Materialstärken – ein leistungsstarkes Multiprozess-Gerät ist hier also unbedingt erforderlich“, weiß Michael Eisterhuber, Product Line Manager bei Fronius International.
Einfache Handhabung
Ein weiterer Faktor für den Kauf eines guten Anfänger-Schweißgeräts ist die Bedienung. „Wenn ein Schweißgerät kompliziert wirkt, wissen Neulinge nicht, wo sie anfangen sollen – und wo sie die Funktionen finden, die sie für ihre Anwendung brauchen“, erklärt Fabian Schick, Anwendungstechniker bei Fronius International.
Eine einfache Bedienung macht Schweißen schneller, sicherer und konstanter. Weniger Erfahrene können sich auf das Wesentliche konzentrieren – wie Material, Position und Naht –, anstatt einer komplexen Menüführung zu folgen.
Der Nutzen einer einfachen Handhabung
- Qualität: bessere Nähte, weniger Fehler
- Überblick: klare Menüführung
- Zeit: schnellere Einrichtung des Geräts, weniger Ausprobieren
- Sicherheit: klare Hinweise, weniger Fehlbedienung
- Motivation: als Neuling schneller angangen und dranbleiben
Elektroden-Schweißgerät für Anfänger
Für Einsteiger im Hobbybereich sowie für Arbeiten im Freien oder an verschiedenen Einsatzorte eignet sich die Ignis von Fronius. Sie ist robust, leicht, kompakt und einfach zu bedienen und eignet sich daher für das Schweißen auf Baustellen, in Werkstätten oder in der Landwirtschaft.
Die einfache Handhabung ist für ungeübte Schweißer von Vorteil. Reparaturen müssen oft schnell erledigt werden – deshalb hilft die einfache Einstellung der Schweißparameter. Mit der Favoriten-Taste kann bei der Ignis 250 jede Funktion direkt in die erste Menüebene gespeichert werden.
WIG-Schweißgerät für Anfänger
Die Artis wurde vor allem für das WIG-Schweißen entwickelt, ermöglicht aber auch Elektrodenschweißen. Damit eignet sie sich für Einsteiger, für die neben der Festigkeit auch das Erscheinungsbild der Naht wichtig sind– wie z. B. bei Edelstahlkonstruktionen für Geländern oder in der Schweißkunst. Bei sichtbaren Bauteilen sind eine millimetergenaue Ausführung, saubere Übergänge und ein gleichmäßiges Schweißbild besonders relevant. Das Gerät ist mit einem einfachen Dreh- und Druckknopf sowie einem übersichtlichen, beleuchteten Display leicht zu bedienen.
MIG/MAG-Schweißgerät für Anfänger
WIG, MIG/MAG oder Elektrode: 3 in 1 bietet die Fortis – mit einfacher Bedienung, zuverlässigen Ergebnissen und visueller Unterstützung. Die Visualisierungsfunktion erleichtert die Einstellungen. Zusätzlich führt der Schweißparameter-Assistent in wenigen Schritten zur optimalen Einstellung. „Ich wähle Nahtgeometrie und Schweißposition – den Rest übernimmt das Schweißgerät“, so Michael Eisterhuber über die Teamarbeit von Mensch und Technik.
Allround-Talent für den Einstieg
Die TransSteel 2200 verfügt über eine Multiprozessfähigkeit, die ebenfalls das WIG-, MIG/MAG- oder Elektroden-Verfahren ermöglicht. Die Maschine zeichnet sich durch eine einfache Handhabung und robuste Konstruktion aus, ist vielseitig einsetzbar und mit einem Gewicht von rund 15 kg relativ leicht.
Schutzausrüstung für einen sicheren Start
„Schutz ist und bleibt beim Schweißen das A und O. Zum Glück wird das in der Branche immer mehr zur Selbstverständlichkeit“, freut sich Fabian Schick und warnt: „Augenschutz ist Pflicht, denn Verblitzen kann bleibende Schäden wie Grauen Star oder im schlimmsten Fall sogar Erblindung verursachen.“
- Schweißhelm
schützt Augen und Gesicht vor UV-Strahlung und Spritzern - Hals- und Nackenschutz
wird oft unterschätzt, ist aber sehr wichtig, da die Haut in diesem Bereich sehr dünn und somit anfällig für Verbrennungen ist. - Schweißerjacke und -hose
müssen aus flammhemmendem Material bestehen, um den Körper vor Hitze und Funken zu schützen. - Schweißerhandschuhe
sorgen für einen sicheren Griff und Schutz vor Hitze. - Sicherheitsschuhe
müssen robust und hitzebeständig sein.
Abschließende Tipps
„Oft werden Einsatzbereich und Anforderungen beim Kauf vernachlässigt – und High-End-Geräte für simple Anwendungen gekauft. Das führt zu unnötigen Kosten und Überforderung. Nur auf den Preis zu schauen, ist ebenso riskant. Hier spart man am falschen Ende, denn ein günstiges Gerät kann schnell an seine Grenzen stoßen“, fasst Fabian Schick die wichtigste Kaufüberlegung zusammen und betont abschließend: „Investieren Sie in ein Gerät, das zu Ihnen passt – und legen Sie damit das Fundament für Qualität, Beständigkeit und einzigartige Schweißmomente.“
(Quelle: Fronius International GmbH)
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