Management
© pixabay.com/Bryan Santos
05.12.2020

Sieben digitale Lösungen reduzieren betriebliche Personenkontakte

Sieben digitale Lösungen reduzieren betriebliche Personenkontakte

Um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen und Betriebsschließungen infolge von Corona-Infektionen zu vermeiden, müssen Unternehmen die Zahl der betrieblichen Personenkontakte verringern. Der Aachener Optimierungsspezialist INFORM nennt sieben Lösungen, die dabei helfen.

Geht es um den Corona-Infektionsschutz, konzentrieren sich Unternehmen vor allem auf Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln. Nur selten schöpfen sie bislang die Möglichkeiten digitaler Lösungen aus, die vielfach sehr gut dazu geeignet sind, die Ballung von Mitarbeitern in Umkleiden und Pausenräumen zu verhindern oder Begegnungen zwischen stetig wechselnden Kollegen zu minimieren. Einige dieser Lösungen sind teilweise schon in den Unternehmen vorhanden, werden aber noch nicht entsprechend genutzt; andere können vergleichsweise einfach eingeführt werden.

Davon profitieren insbesondere Unternehmen aus der Industrie, der Logistik und dem Handel, die das Gros ihrer Belegschaft nicht in Heimarbeit schicken können. Sie sind darauf angewiesen, durch Kontaktreduzierung das Infektionsrisiko zu senken und Infektionen zuverlässig nachverfolgen zu können, um Ansteckungen zu verhindern und Betriebsschließungen zu vermeiden.

INFORM nennt die sieben besten digitalen Lösungen, die Unternehmen dabei unterstützen

1. Mobile Zeiterfassung: Eine elektronische Zeiterfassung ist in den meisten Betrieben inzwischen üblich, allerdings steht diese bislang nur selten auf Mobilgeräten bereit. Gerade in Unternehmen mit Schichtarbeit oder festen Arbeitszeiten kann eine Zeiterfassung per Smartphone allerdings helfen, die Zahl überflüssiger Personenkontakte zu reduzieren, weil Mitarbeiter zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende nicht mehr an den Zeiterfassungsterminals zusammentreffen.

2. Personaleinsatzplanung: Mit einer modernen Software für die Personaleinsatz- und Dienstplanung können Unternehmen sicherstellen, dass in Schichten möglichst immer dieselben Mitarbeiter gemeinsam arbeiten. Auf diese Weise bestehen Personenkontakte vor allem innerhalb einer kaum veränderlichen Gruppe und nicht zu stetig wechselnden Kollegen – das minimiert das Infektionsrisiko für jeden Einzelnen und dämmt eventuelle Corona-Ausbrüche wirkungsvoll ein. Darüber hinaus können Unternehmen diese Lösungen auch nutzen, um gestaffelte Anfangszeiten umzusetzen, die größere Ansammlungen von Mitarbeitern am Betriebseingang oder in Umkleiden verhindern.

Photo by Zan on Unsplash
Photo by Zan on Unsplash

3. Zeitfenstermanagement:Eine digitale Vergabe von Zeitfenstern wird zum Beispiel in der Logistik eingesetzt, um den Zulauf von Fahrzeugen zu steuern, damit sie sich nicht an der Pforte oder an Laderampen stauen. Ebenso können Unternehmen sie aber nutzen, um Pausenzeiten zu organisieren und den großen Ansturm auf Kantine oder Pausenräume gleichmäßig zu verteilen.

4. Kommunikationstools: Unternehmen benötigen digitale Kommunikationslösungen, um ihre Belegschaft über aktuelle Einsatzpläne, Änderungen an den Präventions- und Schutzmaßnahmen oder mögliche Risikokontakte zu informieren. Da Mitarbeiter aus Industrie, Logistik oder Handel oft weder eine betriebliche E-Mail-Adresse noch Zugang zum Firmenintranet haben und ein Abtelefonieren tausender Mitarbeiter nicht praktikabel ist, sind Mitarbeiterportale oder Apps gute Alternativen. Über diese können Mitarbeiter die Informationen abrufen und sich gegebenenfalls via Chat oder Kommentarfunktion austauschen.

5. Raumbuchungssysteme:Mit Raumbuchungssystemen stellen Unternehmen sicher, dass Konferenzräume nicht überbelegt werden und dass zwischen den Buchungen etwas Puffer eingeplant wird. Dann begegnen sich die Kollegen nicht beim Betreten und Verlassen des Raumes und es kann zwischen zwei Besprechungen ausreichend gelüftet werden.

6. Besuchermanagement: Aktuell gibt es in so gut wie allen Unternehmen strikte Corona-Vorgaben für Besucher, etwa zum Tragen von Mund-Nase-Schutz oder Abstandhalten. Gäste müssen in der Regel bestätigen, dass sie diese gelesen haben, und zudem Kontaktdaten hinterlegen. Ein digitales Besuchermanagement macht eine Zettelwirtschaft mit unleserlich ausgefüllten Informationsblättern überflüssig: Gäste lesen die Regeln am Empfang auf einem Tablet oder Bildschirm und geben ihre Kontaktdaten digital ein – oder sie wickeln das schon vorab über eine Website ab. Dann müssen die Gäste am Empfang keine Geräte berühren und das Unternehmen kann bereits einen Corona-Tracer vorbereiten, der mit dem Besucherausweis ausgegeben wird und hilft, im Infektionsfall alle Kontakte während des Besuchs nachzuverfolgen.

7. Corona-Tracer: Bei Corona-Tracern handelt es sich um kleine, wartungsfreie Geräte, die schnell eingeführt werden können und wie ein Mitarbeiterausweis am Körper getragen werden. Sie zeichnen alle Annäherungen unter zwei Metern zwischen Mitarbeitern anonym auf. Bei einer Infektion kann eine vertrauenswürdige Stelle, etwa die Personalabteilung, über die Gerätecodes zuverlässig ermitteln, mit welchen Kollegen der infizierte Mitarbeiter in den vergangenen zwei Wochen Kontakt hatte. Nehmen Mitarbeiter den Tracer mit nach Hause, lassen sich alle Risikokontakte auf dem gesamten Betriebsgelände nachverfolgen – ansonsten zumindest ab der Umkleide oder dem Arbeitsplatz. Das funktioniert aber nur, wenn wirklich alle Mitarbeiter mit einem Gerät ausgestattet werden und es auch tragen.

©pixabay.com/Markus Winkler
©pixabay.com/Markus Winkler

„Viele Betriebe haben den Arbeitsalltag in Corona-Zeiten noch nicht digital durchdacht“, erklärt Dr. Jörg Herbers, Leiter des Geschäftsbereichs Workforce Management bei INFORM. „Mit digitalen Lösungen können sie ihre bestehenden Maßnahmen zum Infektionsschutz gut ergänzen und unnötige Personenkontakte deutlich reduzieren. Damit schützen sie nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern sichern auch ihren Geschäftsbetrieb ab.“

(Quelle: Presseinformation der INFORM GmbH)

Schlagworte

Corona-HilfeCorona-KriseDigitalisierungUnternehmensführung

Verwandte Artikel

Vorstandsvorsitzende Susanne Szczesny-Oßing und Aufsichtsratsvorsitzende Angelika Szczesny-Kluge sind stolz auf die Auszeichnung.
08.10.2021

Großer Preis des Mittelstandes an EWM verliehen

Zwölf Landesjurys und eine Abschlussjury mit insgesamt rund 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind sich einig: EWM gehört zu den wichtigsten Unt...

Arbeitsschutz Digitalisierung Fügetechnik Nachhaltigkeit Nachwuchsförderung Schweißtechnik
Mehr erfahren
08.10.2021

Die 4. AMTC hat die Industrialisierung der Additiven Fertigung zum Thema

Die Additive Fertigung ändert die Welt. Über 60 Redner, unter anderem von Boeing, Siemens, McKinsey, Audi, RWTH und TUM, sind für das diesjährige führende globale Branche...

Additive Fertigung Digitalisierung
Mehr erfahren
03.10.2021

BMBF-Bericht: Erfreulicher Trend bei der Weiterbildung, auch in Corona-Zeiten

Laut dem Bericht „Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2020“ nahmen 60 Prozent der Erwachsenen im vergangenen Jahr an mindestens einer Weiterbildung teil

Arbeitsmarkt Arbeitswelt Bildung Digitalisierung Lernen Qualifikation Weiterbildung
Mehr erfahren
29.09.2021

IHK-Unternehmensbarometer zeigt Erwartungen an neue Bundesregierung

Die deutschen Unternehmen erwarten von der künftigen Bundesregierung deutlich mehr Tempo und ein besseres Umfeld für ihre erforderlichen Investitionen. Das geht aus dem I...

Digitalisierung Fachkräftemangel Handel Industrie Klimaschutz Wirtschaftsstandort Deutschland
Mehr erfahren
Der Vorstand der VDMA Fachabteilung Machine Vision 2021 – 2024 Von links nach rechts: Donato Montanari (Deevio), Martin Klenke (Teledyne Imaging), Mark Williamson (STEMMER IMAGING), Uwe Wiedermann (ISRA VISION), Olaf Munkelt (MVTec Software), Horst-Heinol Heikkinen (Asentics), Olaf Munkelt MVTec Software), Heiko Frohn VITRONIC). Nicht im Bild: Hardy Mehl (BASLER AG)
24.09.2021

VDMA Machine Vision: Neuer Vorstand der Fachabteilung

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation wählten die Mitglieder der VDMA Fachabteilung Machine Vision einen neuen Vorstand. Mark Wi...

Anlagenbau Automation Bildverarbeitung Digitalisierung Maschinenbau Robotik
Mehr erfahren