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TRUMPF Gruppengeschäftsführung (von links nach rechts) Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Prokop, Dr.-Ing. Christian Schmitz, Dr. rer. pol. Lars Grünert, Dr.-Ing. E. h. Peter Leibinger, Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller, Dr.-Ing. Mathias Kammüller. - © TRUMPF
30.10.2019

TRUMPF mit Umsatzwachstum, aber rückläufigem Auftragseingang

TRUMPF mit Umsatzwachstum, aber rückläufigem Auftragseingang

Die TRUMPF Gruppe erzielte zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2018/19 am 30. Juni 2019 eine erneute Umsatzsteigerung, während Auftragseingang und Gewinn zurückgingen. So wuchs der Umsatz um 6,1 Prozent auf 3,78 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2017/18: 3,57 Milliarden Euro). Der Auftragseingang sank auf 3,68 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2017/18: 3,80 Milliarden Euro). Dies entspricht einem Minus von 3,1 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 34,7 Prozent auf 349,3 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2017/18: 534,7 Millionen Euro). Die EBIT-Rendite betrug 9,2 Prozent (Geschäftsjahr 2017/18: 15,0 Prozent).

Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Treiber des Umsatzzuwachses der TRUMPF Gruppe war neben dem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr der Ausbau des Geschäftsfeldes EUV. An den niederländischen Kunden ASML liefert TRUMPF spezielle Laser für Anlagen, die mit Hilfe extrem ultravioletter Strahlung Oberflächen von Chips für die Computerindustrie belichten. Den Umsatz konnte TRUMPF von 0,26 Milliarden Euro im Vorjahr auf 0,39 Milliarden Euro im aktuellen Geschäftsjahr steigern (+48 Prozent). Damit hat EUV in diesem Geschäftsjahr bereits einen nennenswerten Anteil am Gruppenumsatz erreicht.

Dagegen konnten die beiden Geschäftsbereiche Werkzeugmaschinen und Lasertechnik nicht an die guten Wachstumsraten des Vorjahres anknüpfen. Im Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen stieg der Umsatz nur leicht um 1,2 Prozent auf 2,39 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,36 Milliarden Euro). Der Geschäftsbereich Lasertechnik erzielte mit 1,38 Milliarden Euro einen etwas geringeren Umsatz (-2,1 Prozent) als im Vorjahr (1,41 Milliarden Euro). Ursachen dafür sind die rückläufige Marktentwicklung in Asien, insbesondere in China und Korea, sowie die Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie.

Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung von TRUMPF, sagte dazu: „Als Unternehmen im Investitionsgüterbereich bekommen wir die Auswirkungen von konjunkturellen Hochs und Krisen traditionell deutlich zu spüren. So auch jetzt. Viele Kunden sind angesichts der Unsicherheiten durch die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, aber auch den Strukturwandel in der Automobilindustrie vorsichtiger geworden und stellen Investitionen zurück.“

Die größten Einzelmärkte

Wie in den Vorjahren war der wichtigste Einzelmarkt Deutschland. Hier setzte das Unternehmen 721 Millionen Euro um, ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber Vorjahr (719 Millionen Euro). Der Umsatz im zweitgrößten Markt, den USA, stieg um 23,2 Prozent auf 547 Millionen Euro (Vorjahr: 444 Millionen Euro). Drittgrößter Einzelmarkt sind aufgrund des guten EUV-Geschäfts die Niederlande mit rund 460 Millionen Euro, gefolgt von China mit 415 Millionen Euro (Vorjahr: 457 Millionen Euro).

Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung. - © TRUMPF
Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung. © TRUMPF
Entwicklung der Mitarbeiterzahlen

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gruppenweit wuchs um 8 Prozent von 13.420 auf 14.490. In Deutschland waren zum Geschäftsjahresende 7.427 Mitarbeiter tätig (Vorjahr 6.778), davon etwa 4.400 am Stammsitz in Ditzingen. Außerhalb Deutschlands erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten um 6,3 Prozent auf 7.063 (Vorjahr 6.642).

Im Berichtsjahr absolvierten 485 junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium an der Dualen Hochschule (Vorjahr: 450). Die Ausbildungsquote lag damit bei 3,4 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent). Diese Entwicklung liegt zum einen am anhaltenden Mitarbeiterwachstum von TRUMPF, zum anderen zeigt sich hier bereits der beginnende Fachkräftemangel, vor allem in den MINT-Berufen.

TRUMPF Gruppengeschäftsführung (von links nach rechts) Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Prokop, Dr.-Ing. Christian Schmitz, Dr. rer. pol. Lars Grünert, Dr.-Ing. E. h. Peter Leibinger, Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller, Dr.-Ing. Mathias Kammüller. - © TRUMPF
TRUMPF Gruppengeschäftsführung (von links nach rechts) Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Prokop, Dr.-Ing. Christian Schmitz, Dr. rer. pol. Lars Grünert, Dr.-Ing. E. h. Peter Leibinger, Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller, Dr.-Ing. Mathias Kammüller. © TRUMPF
Investitionen und Akquisitionen

Nach einem kräftigen Anstieg im Vorjahr stiegen im Zuge der Wachstumsstrategie die Investitionen noch einmal um 33,3 Prozent auf 288 Millionen Euro (Vorjahr 216 Millionen Euro). Mehr als die Hälfte der Summe investierte TRUMPF in Deutschland. Mehr als 70 Millionen entfielen davon auf den Gebäudebau, im Schwerpunkt auf den Stammsitz in Ditzingen. Hier wurde unter anderem eine Leichtbauhalle errichtet, die für das Geschäftsfeld EUV genutzt wird, sowie die TRUMPF Kindertagesstätte fertiggestellt.

Durch Akquisitionen hat TRUMPF seine Technologiekompetenz weiter ausgebaut. Mit Wirkung zum 1. April 2019 hat TRUMPF die im Dezember 2018 angekündigte Übernahme des Photonics-Geschäfts von Philips abgeschlossen. Damit entstand gleichzeitig das neue Geschäftsfeld TRUMPF Photonic Components. Im Mai 2019 hat TRUMPF die restlichen Anteile an der chinesischen Tochtergesellschaft JFY erworben und damit das Unternehmen zu 100 Prozent übernommen. Im Zuge dessen wurde eine neue Organisationsstruktur mit einem CEO China eingeführt.

Investitionen in den Klimaschutz: CO2-neutrale Produktion bis Ende 2020

TRUMPF will bis Ende 2020 bilanziell weltweit CO2-neutral produzieren und wird deshalb mehr in den Klimaschutz investieren. Das Unternehmen emittiert heute nach eigenen Angaben weltweit rund 90.000 Tonnen CO2 im Jahr. Davon entfallen 80 Prozent auf den Stromsektor. Hier setze man durch den weiteren Abschluss von Grünstrom-Verträgen und den Erwerb von Zertifikaten zur Kompensation der Emissionen aus der Verbrennung von Kraftstoffen, Heizöl und Erdgas. Gleiches gelte für Märkte, in denen die Verfügbarkeit erneuerbarer Energiequellen im Strommix limitiert sei. Der vertraglich vereinbarte Grünstromanteil an allen deutschen Standorten von TRUMPF beträgt bereits heute 100 Prozent. Weltweit liegt er bei 60 Prozent.

TRUMPF wird neben der Schließung der Grünstrom-Lücke von 40 Prozent weltweit und dem Erwerb von Zertifikaten bis Juni 2021 rund 6,4 Millionen Euro in die Verbesserung der Energieeffizienz investieren und damit in die eigene Erzeugung von Strom, zum Beispiel durch Kraft-Wärme-Kopplung oder Photovoltaik. Dazu zählen auch die Betriebsoptimierung, Kälteerzeugung und -verteilung, Beleuchtungsumrüstung sowie Wärmeerzeugung, -rückgewinnung und -verteilung. Mittelfristig will TRUMPF die Kompensation über Zertifikate erheblich reduzieren.

(Quelle: Presseinformation der TRUMPF GmbH & Co. KG)

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