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05.01.2024

Versetzungsgefahr für den Industriestandort Deutschland

Versetzungsgefahr für den Industriestandort Deutschland: DIHK-Umfrage im Netzwerk Industrie zeichnet ein düsteres Bild

Die Unternehmen aus dem Netzwerk Industrie stellen dem Standort Deutschland ein sehr negatives Zeugnis aus. Das zeigt die aktuelle Standort-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die auf den Antworten von mehr als 2.200 Betrieben verschiedener Industriebranchen und Unternehmensgrößen aus allen Regionen basiert.

Noch nie seit der ersten Erhebung im Jahr 2008 waren die Rahmenbedingungen für die industrielle Produktion nach Ansicht der betroffenen Unternehmen so schlecht wie derzeit. Nahezu alle Standortfaktoren erhalten von den Betrieben eine niedrigere Bewertung als bei der letzten Befragung vor drei Jahren. Der Mittelwert rutscht mit 4,0 – also nur noch „ausreichend“ – auf einen historischen Tiefpunkt (2020: 3,6; 2017: 3,3).

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Probleme oft hausgemacht

„Stärker denn je belasten strukturelle und oft hausgemachte Probleme unseren Industriestandort. Zunehmende bürokratische Auflagen, hohe Energiekosten und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren prägen die betriebliche Praxis“, so DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Daher werden diese Faktoren in der Umfrage von den Unternehmen mit „mangelhaft“ bewertet – beim letzten Mal lagen die Werte noch deutlich höher. Auch die Komplexität und Praxistauglichkeit des Steuerrechts kommt bei den Betrieben äußerst schlecht weg (4,8 nach 4,6 im Jahr 2020).
Standortattraktivität schwindet rapide

„Der Standort Deutschland verliert für die Industrie und ihre Partnerbranchen rapide an Attraktivität“, warnt Wansleben. „Die Folge ist, dass notwendige Investitionen unterbleiben oder an anderen Standorten getätigt werden. Das kann sich unser Land nicht leisten, wenn wir es mit der Zukunft der Industrie am Standort Deutschland und deren Transformation in Richtung Digitalisierung und Dekarbonisierung ernst meinen.“

Die Unternehmen zeigen aktuell wenig Zuversicht, dass die Bundespolitik zu einer spürbaren Verbesserung der Rahmenbedingungen beiträgt. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung stufen die Unternehmen als so schlecht ein (4,8) wie nie zuvor. Bei der Vorumfrage 2020 hatten die Betriebe die Wirtschaftspolitik zumindest noch als „ausreichend“ (3,9) empfunden, 2017 sogar als „befriedigend“ (2,9).

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Pakt für Beschleunigung könnte ein Hoffnungszeichen sein

„Die Politik hat es weiterhin in der Hand, das Vertrauen der Unternehmen in den Standort Deutschland wieder zu stärken“, stellt der DIHK-Hauptgeschäftsführer klar. „Konkret sollte der ‚Pakt für Beschleunigung‘ rasch in den Fachgesetzen umgesetzt werden.“ Mit der Novelle des Bundes-Immissionsschutzgesetzes könne die Regierung „gleich im Januar beweisen, dass sie hier Taten folgen lässt.“

Solche Hoffnungszeichen seien in der schwierigen wirtschaftlichen Lage ganz wichtig, so Wansleben. "Dazu gehört auch, dass wir schnell zu einem möglichst noch deutlich ausgeweiteten Bürokratieentlastungsgesetz kommen. Für Wachstumsimpulse ist es zudem notwendig, dass das Wachstumschancengesetz mit degressiver Abschreibung und Investitionsprämie für Energieeffizienz zum Jahresbeginn kommt."

Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung können Sie nachfolgend abrufen:

(Quelle: Presseinformation der DIHK – Deutsche Industrie- und Handelskammer)

Schlagworte

HandelIndustrieIndustrielle ProduktionWertschöpfungWirtschaftsstandort Deutschland

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