Whitepaper
© pixabay.com/deepakrit
28.10.2023

Von der Wissenschaft zur Regulierung

Von der Wissenschaft zur Regulierung

Internationale Standards für Methoden zur Prüfung und Charakterisierung von Chemikalien und innovativen (Nano-)Materialien sind für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt unerlässlich. Nun hat das EU Horizont 2020 Projekt NanoHarmony ein White Paper über die Entwicklung von OECD-Prüfrichtlinien „From Science to Regulation“ veröffentlicht. Das Prüfrichtlinienprogramm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) trägt zur Entwicklung harmonisierter Methoden bei, die von den OECD-Ländern bei der Umsetzung ihrer jeweiligen Regelwerke verwendet werden können, um sicherzustellen, dass Chemikalien und innovative (Nano-)Materialien sicher und nachhaltig sind.

Für wirksame Rechtsvorschriften und damit die Hersteller in der Lage sind, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, müssen die OECD-Prüfrichtlinien (TG) stets auf dem neuesten Stand und zweckmäßig sein. Auf der Grundlage von Rückmeldungen relevanter Interessengruppen spricht NanoHarmony acht Empfehlungen in vier Schlüsselbereichen aus, um die Effektivität des TG-Entwicklungsprozesses zu verbessern und neue Methodenentwicklungen aus der Wissenschaft effizienter für die Regulierung zu nutzen.

Zu den Empfehlungen des White Papers gehören:

  • Die Etablierung einer formellen Struktur für die Einbindung der Interessengruppen, um eine kontinuierliche und frühzeitige Identifizierung von erforderlichen neuen oder angepassten OECD-Prüfrichtlinien zu ermöglichen.
  • OECD-Mitgliedsländer sollten Universitäten, Berufsverbände, Industriegremien und andere einschlägige Interessengruppen ermutigen, die Entwicklung von Prüfrichtlinien in ihre Lehrpläne und Schulungen aufzunehmen, um das Bewusstsein für die Rolle und Bedeutung der Richtlinien in der Gesellschaft zu schärfen.
  • OECD-Mitgliedsländer sollten langfristige, zweckgebundene zusätzliche Mittel bereitstellen, um sicherzustellen, dass die TGs auf dem neuesten Stand gehalten werden und für die gesetzlichen Anforderungen relevant sind, insbesondere für neue Chemikalien und Materialien, und um ein prioritäres und zielgerichtetes Vorgehen zu gewährleisten.

Dr. Elisabeth Heunisch, Wissenschaftlerin an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Co-Koordinatorin von NanoHarmony, sagt: „In den letzten Jahren hat es große Fortschritte in der Wissenschaft gegeben, einschließlich der Entwicklung neuer und alternativer Testmethoden für Chemikalien und innovative Materialien. Während NanoHarmony wurde mehr als deutlich, dass die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Standards und OECD-Prüfrichtlinien effektiver werden muss, um diese für die Regulierung nutzbar zu machen.“

Auch Anne Gourmelon vom OECD-Testrichtlinienprogramm begrüßt die Empfehlungen des NanoHarmony-White Papers: „Die Empfehlungen werden mit den Mitgliedsländern diskutiert werden. Sie sind ein wichtiger Beitrag zu unserer Arbeit, die Länder dabei zu unterstützen, die Chemikaliensicherheit besser zu bewerten und neue Chemikalien und innovative Materialien zu regulieren.“

Mehr erfahren und White Paper Herunterladen

(Quelle: Presseinformation der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA))

Schlagworte

ChemikalienGesundheitsschutzNano-MaterialienNanotechnikUmweltschutz

Verwandte Artikel

EQU30-Balancer mit abnehmbarem Drahtvorschub
26.09.2026

Mehr Ergonomie beim Schweißen mit abnehmbarem Drahtvorschub

Auf der EuroBLECH 2026 zeigt Engmar den patentierten EQU30 für den Einsatz mit Absaugbrennern. Der Balancer unterstützt den Schweißer bei Arbeiten an stationären Arbeitsp...

Absaugbrenner Drahtvorschub Ergonomie Euroblech Gesundheitsschutz Schweißbrenner Schweißen
Mehr erfahren
17.09.2026

KI-gestützte Robotik automatisiert Oberflächenbearbeitung im Stahlbau

Automatisierung gewinnt auch im Stahlbau zunehmend an Bedeutung. Um die Prozesssicherheit zu garantieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, entschied sich die Clau...

Arbeitsschutz Automatisierung Brennteile Fachkräftemangel Gesundheitsschutz Oberflächenbearbeitung Oberflächenqualität Robotik Schleifen Schleifroboter Stahlbau Verputzen
Mehr erfahren
Der 16,65 m hohe Lüftungsturm der BerlinerLuft. Technik GmbH ragt zehn m über das Firmendach hinaus.
13.09.2026

Schadstofffreie Luft in der Automobilproduktion

Wenn in industriellen Fertigungsprozessen bei Schneid- und Schweißarbeiten schädliche Emissionen in die Luft gelangen, ist ist ein geeignetes Lüftungssystem für die Raum-...

Abluftkamin Abluftreinigung Automobilbau CO2-Laser Emmissionen Gesundheitsschutz Laserstrahlschneiden Schneiden Schweißen
Mehr erfahren
12.09.2026

Absaughaube gewinnt den Red Dot Design Award 2026

Kemper hat mit der Absaughaube The Hood Pro den renommierten Red Dot Design Award 2026 in der Kategorie „Industrial Design“ gewonnen.

Absaughaube Arbeitsschutz Gesundheitsschutz Punktabsaugung Red Dot Design Award Schweißen Schweißrauch Schweißrauchabsaugung Schweißrauchemissionen
Mehr erfahren
Hochgeschwindigkeitsaufnahme des ultraschallbasierten Verfahrens zum Entfernen von optimierten Stützstrukturen des Fraunhofer IAPT.
10.09.2026

Ultraschall entfernt Stützstrukturen additiv gefertigter Bauteile

Das Fraunhofer IAPT stellt auf der Formnext 2026 in Frankfurt einen neuen Prozess zum automatisierten Entstützen additiv gefertigter Bauteile mit Ultraschall vor.

Additive Fertigung Arbeitssicherheit Automatisierung Bauteile Effizienz Formnext Gesundheitsschutz Kostenersparnis Metalle Prozessstabilität Reproduzierbarkeit Ultraschall
Mehr erfahren