Trendthema
© pexels.com/Foto von Pok Rie
23.12.2023

Wie KI-Anwendungen den Stromverbrauch aus dem Ruder laufen lassen

Deutsche Unternehmen sind nicht auf den massiven Energie- und Datenbedarf von KI vorbereitet

Pure Storage veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Wakefield Research einen neuen Bericht. Dieser zeigt die Hürden auf, denen sich Unternehmen aller Branchen bei der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) gegenübersehen, und enthüllt den oft übersehenen Energiebedarf dieser fortschrittlichen Technologie.

Der neue Bericht trägt den Titel „Drivers of Change: Meeting the Energy and Data Challenges of AI Adoption“. Er zeigt, wie wichtig es ist, die Dateninfrastruktur neu zu bewerten, um wirklich von den Vorteilen der KI zu profitieren, die Energiekosten im Rahmen zu halten und die Umweltziele von Unternehmen zu erreichen. Im Zuge der Studie wurden auch 100 IT-Einkäufer in Deutschland befragt.

Die zentralen Ergebnisse der Umfrage:

Die Umfrage, die unter 100 IT-Einkäufern in Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Mitarbeitern durchgeführt wurde, ergab unter anderem Folgendes:

  • Der Bedarf an Rechenleistung steigt, angetrieben durch die Einführung von KI: Bei 87 Prozent der Unternehmen, die KI eingeführt haben, ist der Bedarf an Rechenleistung erheblich gestiegen. Über die Hälfte (58 Prozent) musste ihre Rechenleistung seit der Einführung von KI verdoppeln oder mehr. Im internationalen Durchschnitt liegt die Quote bei 46 Prozent (hierfür wurden 500 IT-Einkäufer in vier Ländern befragt).

  • Unternehmen haben den Energiebedarf von KI nicht vorhergesehen: 67 Prozent der IT-Einkäufer waren nicht vollständig auf die Energieanforderungen von KI vorbereitet.

  • Der Energieverbrauch ist nur eine der Belastungen durch KI: Für 77 Prozent der Unternehmen ist eine Aufrüstung des Datenmanagements in irgendeiner Form erforderlich oder wird erforderlich sein. Zu den spezifischen Upgrades gehören: Datenmanagement-Tools (48 Prozent), Datenmanagementprozesse (55 Prozent) und die Datenspeicherinfrastruktur (47 Prozent).

  • Infolgedessen haben fast alle (94 Prozent) ihre IT-Infrastruktur bereits aktualisiert oder planen dies: 34 Prozent der befragten IT-Einkäufer in Deutschland gaben an, dass KI eine komplette Umgestaltung erfordert oder erfordern wird. Im internationalen Durchschnitt liegt die Quote bei 29 Prozent.

  • Diese Herausforderungen haben die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen zurückgeworfen: 88 Prozent haben festgestellt, dass die ESG-Ziele infolge der Aufrüstung ihrer IT-Infrastruktur nach der Einführung von KI schwieriger zu erreichen sind. Allerdings gaben 67 Prozent derjenigen, die bereits KI-Technologien eingeführt haben (oder dies in den nächsten zwölf Monaten planen) an, dass sie in energieeffizientere Hardware investiert haben oder investieren werden, um die ESG-Ziele zu erreichen.
Die Bedeutung für die Branche:

Der Einsatz von KI ist in allen Branchen auf dem Vormarsch, doch den meisten Unternehmen fehlt es an der notwendigen Infrastruktur, um die hohen Anforderungen an die Datenverarbeitung und den Energiebedarf zu bewältigen, die für die Maximierung der Vorteile von KI erforderlich sind. Diese Einschränkung stellt eine Herausforderung für die erfolgreiche Implementierung von KI zur Unterstützung wichtiger Unternehmensinitiativen dar, einschließlich solcher, die auf das Erreichen von Umweltzielen abzielen. Nahezu alle IT-Einkäufer sehen sich gezwungen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Die meisten sind sich einig, dass die IT-Ziele nicht erreicht werden können, wenn die IT-Infrastruktur nicht angemessen auf die Unterstützung von KI vorbereitet wird.

Die Nachfrage nach einer intelligenteren Infrastruktur war noch nie so groß wie heute. Legacy-Systeme sind oft nicht in der Lage, die massiven KI-Datenpipelines zu unterstützen, die erforderlich sind, um das Beste aus dem maschinellen Lernen herauszuholen. Da die Einführung von KI immer schneller voranschreitet, benötigen IT-Teams eine effiziente, zuverlässige und leistungsstarke Infrastruktur, um eine effektive Bereitstellung zu gewährleisten.

„Die Planung von Veränderungen und die Gewährleistung von Flexibilität sind der Schlüssel zur Einführung von KI. Da der Energie- und Datenbedarf im Zeitalter der KI exponentiell ansteigt, ist die Investition in und der Einsatz der richtigen KI-fähigen Dateninfrastruktur nicht nur für eine effektive Bereitstellung und Energieeffizienz von entscheidender Bedeutung, sondern auch dafür, den größten Nutzen aus KI-Projekten zu ziehen. Der heutige Bericht bietet IT-Führungskräften wichtige Einblicke in die Konsequenzen, die sich ergeben, wenn sie die für die Implementierung von KI erforderlichen Änderungen nicht einplanen, sowie in die Vorteile, die sich ergeben, wenn sie auf die Auswirkungen von KI auf die Infrastruktur vorbereitet sind“, so Rob Lee, Chief Technology Officer von Pure Storage.

(Quelle: Presseinformation von Pure Storage)

Schlagworte

EnergieverbrauchEnergiewendeKINachhaltigkeit

Verwandte Artikel

Kay André Weidenmann, Leiter des Forschungsbereichs Polymer Engineering am Fraunhofer ICT in Pfinztal
14.10.2026

Prof. Dr.-Ing. Kay André Weidenmann ist neuer Leiter am Fraunhofer ICT

Prof. Dr.-Ing. Kay André Weidenmann ist seit 1. Oktober 2026 Leiter des Forschungsbereichs Polymer Engineering am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfi...

Digitalisierung Forschung Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunstsofftechnik Nachhaltigkeit Polymere Resilienz Werkstofftechnik
Mehr erfahren
Jan Birkemeyer, Präsident Deutscher Stahlbau-Verband
08.10.2026

Deutscher Stahlbautag 2026 – Impulse für die Zukunft

Der Deutsche Stahlbautag brachte am 17. und 18. September 2026 in Bielefeld Fachleute aus Stahlbau, Planung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zwei Tage lang standen...

Digitalisierung Forschung Mittelstand Nachhaltigkeit Stahl Stahlbau Stahlbautag Transformation Wirtschaftstsandort Deutschland Wissenschaft
Mehr erfahren
Die Brüder (von links) Patrick, Tobias und Christian Olma vor dem neuen Unternehmenssitz in Nagold.
03.10.2026

Boysen Gruppe übernimmt Mehrheitsbeteiligung an Olmatic

Die Boysen Gruppe mit Sitz in Altensteig übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an dem Stuttgarter Unternehmen Olmatic. Das 2016 von der Familie Olma gegründete Unternehmen...

Dekarbonisierung Energieoptimierung Industrie KI Schlüsseltechnologie Software Stromkosten
Mehr erfahren
Echt oder KI? Was auf den ersten Blick wie eine reale Fotoaufnahme wirkt, kann heute auch künstlich erzeugt sein. Seit dem 2. August 2026 regelt die EU-KI-Verordnung, wann KI-generierte Inhalte als solche kenntlich gemacht werden müssen. Dieses Bild wurde KI-generiert.
02.10.2026

Echtes Handwerk – oder KI?

Ein Bild, eine einfache Frage – und neue Regeln für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Seit dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Anwe...

Bundesverband Metall Chatbot Handwerksbetriebe KI KI-Verordnung Metallhandwerk Transparenzpflicht
Mehr erfahren
Prof. Dr. Gernot Hochleitner hat seit April 2026 die Professur für ressourceneffiziente Produkt- und Prozessentwicklung an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena inne. Zuvor leitete er am SKZ die Forschungsgruppe thermische Fügetechnologien mit Schwerpunkt auf Kunststoffschweißverfahren und Direktfügen.
01.10.2026

Nachhaltige Kunststofffügetechnik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) stärkt Forschung und Lehre rund um ressourceneffiziente Produktionsprozesse und nachhaltige Kunststofftechnik. Seit dem 1. April...

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffe Kunststofffügen Leichtbau Nachhaltigkeit Polymere Produktionskreislauf Produktionsprozesse Ressourceneffizienz Rezyklate
Mehr erfahren