Veranstaltung
© IBU
04.04.2024

Wie sieht die Zukunft der Blechumformer aus?

IBU-Mitgliederversammlung 2024: Analysen, Antworten, Perspektiven

Blechumformer aus ganz Deutschland trafen sich kürzlich im niedersächsischen Dötlingen. Anlass waren die diesjährigen Mitgliedertage des Industrieverbands Blechumformung (IBU). Gerade in schweren Zeiten ist der Wunsch zum Austausch groß: Ulrich Flatken und Bernhard Jacobs, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des IBU, begrüßten rund 90 Branchenvertreter auf Gut Altona. Auf dem Programm standen Impulsvorträge und vertiefende Breakout-Sessions zur Lage und Zukunft der Branche.

Hochkarätige Referenten lieferten Prognosen und Perspektiven

Die Unternehmen, meist Mittelständler und oft Zulieferer der Automobilindustrie, ächzen. Bernhard Jacob kennt ihre Sorgen: „Kosten und bürokratische Anforderungen steigen, Produktionszahlen gehen zurück, der Transformationsdruck belastet. Zudem fehlen Fachkräfte. Wir sehen eine allgemeine Unsicherheit – wie wird es weitergehen?“ Analysen, Antworten, Prognosen und Perspektiven lieferten hochkarätige Referenten: Matthias Pohl, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sprach über Zukunftsperspektiven der mittelständischen Industrie. Ricardo Belli von S&P Global Mobility gab einen globalen Produktionsausblick für den Automobilmarkt. Und der Trendforscher Dr. Andrej Heinke von der Robert Bosch AG zeichnete ein Bild der künftigen Arbeitswelt.

Verbrenner-unabhängige Anwendungen gegen Wertschöpfungsverluste

Matthias Pohl startete mit einem verhalten positiven Signal: Für die nächsten Jahre rechne man mit einer sukzessiven Erhöhung der Produktionszahlen, allerdings werde der Höchststand nicht wieder erreicht. Pohl unterstrich die Notwendigkeit, mehr Verbrenner-unabhängige Anwendungen zu etablieren, um Wertschöpfungsanteile zu halten. Er betonte aber auch die Bedeutung der Unternehmen und ihrer starken Kundenbindungen: Mittelständische Zulieferunternehmen seien als Tier1- oder Tier2-Zulieferer ein wesentlicher Bestandteil der automobilen Zulieferpyramide. Dies gelte nicht nur für Europa, sondern in den meisten Fällen weltweit. Wenngleich der Gipfel der Globalisierung überschritten sei – insbesondere in China nehme der Protektionismus zu. Recht erfreulich: Die Zahlen auf dem Automobilmarkt: 2023 nähern sich laut Pohl wieder dem 2018er-Niveau an.

Matthias Pohl startete mit einem verhalten positiven Signal: Für die nächsten Jahre rechne man mit einer sukzessiven Erhöhung der Produktionszahlen, allerdings werde der Höchststand nicht wieder erreicht. - © IBU
Matthias Pohl startete mit einem verhalten positiven Signal: Für die nächsten Jahre rechne man mit einer sukzessiven Erhöhung der Produktionszahlen, allerdings werde der Höchststand nicht wieder erreicht. © IBU
Neue Hierarchie unter den OEMs

Mobilitätsexperte Ricardo Belli sieht eine fast abgeschlossene Erholung der Branche nach drei Problemjahren mit Schockwellen. Allerdings bleiben Risiken. China und Indien stehen deutlich besser da. In Europa schwächelt die Produktion, Aufträge fehlen. Dazu komme laut Belli eine neue Hierarchie unter den OEMs – ausgelöst durch E-Mobilität und mehr Leichtfahrzeuge – und wachsende Aktivitäten chinesischer Wettbewerber. Sorgen bereitet auch die Finanzlage der Verbraucher: Kreditzinsen und Lebenshaltungskosten steigen, Autos sind weniger erschwinglich. Geopolitische Spannungen kommen hinzu. Immerhin: Der Weg zum Aufschwung wird laut Belli sichtbarer, wenngleich die unternehmerischen Herausforderungen groß seien.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Wie die künftige Arbeitswelt in diesem anspruchsvollen Umfeld aussieht, erläuterte Zukunftsforscher Dr. Andrej Heinke. Mit der IBU-Verbandsingenieurin Kinga Ley sprach er über den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt und Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Special am Vorabend: Schlaf als Game Changer

Wer vor solchen Hürden steht, muss ausgeruht sein. Als Special hatte der IBU am Vorabend Dr. Christian Benedict von der Uppsala Universität in Schweden eingeladen. Unter dem Motto „Schlaf als Game Changer“ vermittelte der Forscher und Autor den Teilnehmern jede Menge Tipps, um teurem schlafbedingtem Arbeitsausfall entgegenzuwirken.

(Quelle: Presseinformation des Industrieverbandes Blechumformung e. V. (IBU))

Schlagworte

AutomobilindustrieBlechumformungZulieferindustrie

Verwandte Artikel

31.05.2026

Markt für thermische Spritzbeschichtungen wächst bis 2034 auf 20,22 Milliarden US-Dollar

Der weltweite Markt für thermische Spritzbeschichtungen bleibt auf Wachstumskurs. Nach Angaben von Fortune Business Insights lag das Marktvolumen 2025 bei 11,97 Milliarde...

Automobilindustrie Beschichtungen Flammspritzen Kaltgasspritzen Lichtbogenspritzen Luft- und Raumfahrt Marktanalyse Plasmaspritzen Thermal Spray Bulletin Thermisches Spritzen TSB
Mehr erfahren
26.05.2026

Neue Generation lichtaktivierbarer Klebstoffe

Delo hat eine neue Generation lichtaktivierbarer Klebstoffe vorgestellt, die speziell für die Hochvolumen-Produktion von LiDAR-Systemen entwickelt wurde.

Automobilindustrie Automotive Hochvolumenproduktion Kleben Klebstoffe Lichtaktivierbare Klebstoffe Robotik Whitepaper
Mehr erfahren
21.05.2026

Aluminiumindustrie 2026 weiter unter Druck

Die deutsche Aluminiumindustrie findet auch zu Beginn des Jahres 2026 nicht in eine Aufwärtsdynamik zurück. Die Produktionsdaten für das erste Quartal zeigen, dass zentra...

Aluminium Aluminiumhalbzeuge Aluminiumindustrie Aluminiumproduktion Automobilindustrie Bauindustrie Recycling Refiner Remelting Walzprodukte
Mehr erfahren
Luftbild des DELO-Standorts Windach inklusive der Bauprojekte „Forum“ und neues Laborgebäude
16.05.2026

DELO erzielt Umsatz von 264 Millionen Euro

DELO hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 einen Umsatz von 264 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von acht Prozent gegenüber dem Vor...

Automobilindustrie Erneuerbare Energien Halbleiterindustrie Klebstoffe Photovoltaik
Mehr erfahren
20.04.2026

Wolfram als Schlüssel zur Erschließung neuer Fertigungsmöglichkeiten

Wolfram gilt als hart, spröde, teuer und unbeliebt zur Weiterverarbeitung – ist aber durch seine Eigenschaften gerade deshalb ein Schlüsselwerkstoff für anspruchsvolle in...

Aluminium Automobilindustrie Elektrische Kontakte Elektroden Elektrotechnik Energie Fertigung Formgebung Forschung Forschung und Entwicklung Halbzeug Halbzeuge Industrie Industrielle Anwendungen Kathoden Legierungen Maschine Maschinenbau Metall Nickellegierungen Poren Prozesskette Prozesskontrolle Recycling Ressourceneffizienz Schwermetalle Sintern Strahlenschutz TIG Verbundwerkstoffe Werkstoffeigenschaften
Mehr erfahren