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21.05.2026

Aluminiumindustrie 2026 weiter unter Druck

Die deutsche Aluminiumindustrie startet auch 2026 ohne spürbare Erholung. Die Produktionszahlen des ersten Quartals verdeutlichen, dass wichtige Bereiche weiterhin hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben. Besonders stark betroffen sind Remelter sowie Hersteller von Strangpressprodukten. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre fort.

Aluminium Deutschland e. V. Präsident Rob van Gils: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Aluminiumindustrie weiterhin in einem schwierigen konjunkturellen und strukturellen Umfeld arbeitet. Einzelne positive Entwicklungen ändern nichts daran, dass zentrale Segmente unter Druck stehen. Ohne eine spürbare Verbesserung der Standortbedingungen wird sich die Situation nicht nachhaltig verbessern.“

Produktion bleibt unter Vorjahresniveau

Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 684.564 Tonnen Recyclingaluminium produziert. Das entspricht einem Rückgang von i.d.R. 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Auch die Produktion von Aluminiumhalbzeug ging um 1 Prozent leicht zurück auf 568.688 Tonnen. Eine Erholung ist damit zum Jahresbeginn nicht erkennbar.

Aluminium Deutschland e. V. Präsident Rob van Gils - ©  Aluminium Deutschland e. V.
Aluminium Deutschland e. V. Präsident Rob van Gils © Aluminium Deutschland e. V.
Recycling unter Druck - Rückgang beim Remelting

Im Recyclingbereich zeigt sich eine uneinheitliche Entwicklung, die jedoch insgesamt von Rückgängen geprägt ist. Die Refiner konnten ihre Produktion leicht auf 128.639 Tonnen steigern, ein Plus von 2 Prozent. Die Remelter verzeichnen dagegen mit 555.925 Tonnen einen Rückgang von 4 Prozent. Sie sind damit der wesentliche Treiber der schwachen Gesamtentwicklung im Recyclingsegment.

Die Entwicklung wird durch angespannte Rohstoffmärkte zusätzlich belastet. 85 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verknappung von Aluminiumschrotten. Für die Recyclingwirtschaft ist das ein zentrales Problem, da Schrotte eine wesentliche Grundlage für eine ressourcenschonende und wettbewerbsfähige Aluminiumproduktion sind.

Halbzeugproduktion leicht rückläufig

Auch im Halbzeugbereich bleibt die Entwicklung verhalten. Die Produktion von Walzprodukten sank leicht um 1 Prozent auf 452.894 Tonnen. Deutlich schwächer entwickeln sich die Strangpressprodukte mit 115.794 Tonnen, ein Rückgang von 4 Prozent. Das Segment bleibt damit besonders von der schwachen Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie Bauindustrie und Automobilindustrie betroffen.

Produktionsdaten der deutschen Aluminiumindustrie – 1. Quartal 2026 Jahr & 2025 in  Tonnen - ©  Aluminium Deutschland e. V.
Produktionsdaten der deutschen Aluminiumindustrie – 1. Quartal 2026 Jahr & 2025 in Tonnen © Aluminium Deutschland e. V.
Unternehmen erwarten auch 2026 keine schnelle Erholung

Die Produktionsdaten werden durch aktuelle Umfrageergebnisse bestätigt. 66 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Auftragslage als schlecht oder sehr schlecht. 71 Prozent bewerten ihre Kapazitätsauslastung als niedrig. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt der Ausblick verhalten, da 57 Prozent der Unternehmen auch zum Ende des Jahres 2026 keine Verbesserung erwarten.

Hinzu kommt die grundsätzliche Standortfrage. 76 Prozent der Unternehmen halten es für eher nicht oder nicht möglich, Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen und gleichzeitig industrielle Produktion in Deutschland zu erhalten. Die Branche sieht damit nicht nur eine konjunkturelle Schwäche, sondern strukturelle Risiken für Produktion, Beschäftigung und Transformation.

Standortkosten gefährden Produktion und Beschäftigung

Die Unternehmen reagieren auf die anhaltende Krise mit Kostensenkungsprogrammen, Kapazitätsanpassungen und Standortentscheidungen. Dazu zählen Stellenabbau, Kapazitätskürzungen, Produktionsschließungen und Verlagerungen ins Ausland. Der Stellenabbau in Deutschland ist dabei die am häufigsten genannte Maßnahme.

Die Entwicklung erhöht das Risiko, dass industrielle Wertschöpfung dauerhaft aus Deutschland abwandert. Wenn Produktionskapazitäten geschlossen oder verlagert werden, gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auch Know-how, Investitionen und Teile industrieller Wertschöpfungsketten.

Branche fordert wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen

Aus Sicht von Aluminium Deutschland e. V. braucht die Branche bessere
Rahmenbedingungen, um Produktion, Beschäftigung und ransformation in Deutschland zu sichern. Entscheidend sind wettbewerbsfähige Energiepreise, Bürokratieabbau, bessere Schrottverfügbarkeit und Planungssicherheit, um Produktion und Investitionen in Deutschland langfristig zu sichern.

Aluminium Deutschland e. V. Hauptgeschäftsführerin Angelika El-Noshokaty: „Die Lage der Aluminiumindustrie zeigt, dass es nicht um eine kurzfristige Schwäche einzelner Segmente geht, sondern um die industrielle Substanz des Standorts Deutschland. Hohe Kosten, schwache Nachfrage, knappe Rohstoffe und wachsende Regulierung belasten die Unternehmen gleichzeitig. Damit Produktion und Beschäftigung in Deutschland gehalten werden können, braucht die Branche verlässliche, wettbewerbsfähige und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.“

Aluminium Deutschland e. V. Hauptgeschäftsführerin Angelika El-Noshokaty - ©  Aluminium Deutschland e. V.
Aluminium Deutschland e. V. Hauptgeschäftsführerin Angelika El-Noshokaty © Aluminium Deutschland e. V.

(Quelle: Aluminium Deutschland e. V.)

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AluminiumAluminiumhalbzeugeAluminiumindustrieAluminiumproduktionAutomobilindustrieBauindustrieRecyclingRefinerRemeltingWalzprodukte

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