Ob Schweißen, Einpresstechnik oder Clinchen: Bei der Verbindung von Metallbauteilen hängt die Wahl des geeigneten Verfahrens von den jeweiligen Anforderungen ab. Bei Bossard stehen dafür Ansprechpartner mit unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung zur Verfügung. Nach Angaben des Unternehmens werden die Verfahren dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Hinblick auf eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung bewertet. Bei dünnen Blechen, Aluminium und anderen leicht Werkstoffen fällt die Einschätzung von Matthias Kreuter, Experte für die Einpresstechnik in vielen Fällen eindeutig aus.
„Industrieanalysen zeigen, dass in bestimmten Fällen, wo Schweißprozesse zeitaufwändig sind, der Wechsel von Schweißverbindungen zu Einpressbefestigungselementen zu Kosteneinsparungen von 20 bis 40 % führen kann.“
Einpressbefestigungselemente stellen in vielen Anwendungen eine Alternative zum herkömmlichen Schweißen dar. Bossard verweist in diesem Zusammenhang auf das Produktsortiment seines Partners PennEngineering mit dem PEM Produktsortiment. So werden heute Einpressmuttern, Bolzen, Abstandshalter, Standoffs, Verschluss- und Zugangselemente sowie weitere Komponenten weltweit in der Automobilindustrie, Konsumgüter- und Elektronikfertigung, im Daten- und Telekommunikationsbereich sowie in der Industrieproduktion eingesetzt.
Die Einpresstechnik bietet aus Sicht des Unternehmens vor allem wirtschaftliche Vorteile. Matthias Kreuter verweist dabei auf einen geringeren Arbeitsaufwand, kürzere Montagezeiten durch den Einsatz einer Einpressvorrichtung sowie den Wegfall aufwendiger Nachbearbeitung. „Insbesondere in der Großserienfertigung, bei der Zeit- und Prozesseffizienz entscheidend sind, ist die Nutzung von Einpresselementen die wirtschaftliche Lösung.“
Weitere Vorteile der PEM Einpresstechnik:
- Geringerer Qualifikationsbedarf der Mitarbeitenden: Da der Prozess einfach ist, können Einpressbefestigungselemente bereits mit minimaler Schulung installiert werden. Ohne zusätzliche Arbeitsschritte werden reproduzierbare Ergebnisse erzielt.
- Stärkere und zuverlässigere Verbindungen insbesondere bei dünnen Blechen (mit einer Dicke von nur 0,20 mm), da Einpressbefestigungselemente das umgebende Blechmaterial verdrängen und verformen, wodurch ein dauerhaft gewindefester Verbindungspunkt entsteht. Die Flexibilität in der Konstruktion zeigt sich außerdem in unterschiedlichen Werkstoffen wie Baustahl, HHS etc.
- Geringere thermische Verformung. Beim kalt eingepressten PEM Befestiger bleiben dagegen Struktur, Form und Oberflächenqualität des Grundmaterials erhalten.
- Minimale Beschädigung von Schutzbeschichtungen. Während Einpressbefestigungselemente nach dem Beschichten eingesetzt werden, werden beim Schweißen Beschichtungen wie Lackierungen, Pulverbeschichtungen oder Eloxierungen durch die Hitze beschädigt und müssen anschließend neu aufgetragen werden.
- Sauberes, glattes Erscheinungsbild, ohne dass eine Nachbearbeitung erforderlich ist. Hingegen müssen Schweißverbindungen oft geschliffen, verspachtelt oder nachbearbeitet werden.
- Größere Konstruktionsfreiheit und einfache Wartung, da sich Komponenten, die mit Einpressbefestigungselementen verbunden werden, leicht demontieren und wieder montieren lassen. Schweißverbindungen dagegen sind dauerhaft. Die bessere Zugänglichkeit in engen Bereichen ermöglicht zudem eine größere Konstruktionsfreiheit und effizientere Raumnutzung.
- Verbesserte Umweltverträglichkeit und Sicherheit für Mitarbeitende, da in der Einpresstechnik neben geringerem Energiebedarf im Gegensatz zum Schweißen weder Dämpfe noch Funken entstehen.
Weitere Merkmale der Einpresstechnik sind eine hohe Gewinde-, Ausdrück- und Drehmomentfestigkeit. Außerdem ist keine spezielle Lochvorbereitung erforderlich und die Blechrückseite bleibt plan. Darüber hinaus ist ein Nachschneiden des Gewindes in der Regel nicht erforderlich. Zudem ist das Verfahren mit vergleichsweise geringen Einbaukosten verbunden und eignet sich für den Einbau direkt im Werkzeug („In-die Installation“) bei der Großserienfertigung.
Die Vorteile der Bolzenschweißtechnik
Ist Einpresstechnik also der beste Weg in der Verbindungstechnik? „Nur in bestimmten Fällen“, sagt Matthias Schorer, Lead Business Development bei Bossard Deutschland: „Ob Einpressen, Schrauben, Nieten oder Schweißen – alle Techniken stehen nicht im Wettbewerb zueinander, sondern ergänzen sich zu den umfassenden Möglichkeiten der Verbindungstechnik.
Deshalb ist es sinnvoll, die Wahl des Verfahrens frühzeitig fachlich zu bewerten, um gemeinsam mit dem Kunden eine technisch und wirtschaftlich geeignete Lösung für die jeweilige Anwendung zu bestimmen.
Wer zum Beispiel auf einem Bauteil aus Stahl oder Aluminium etwas montieren will, besitzt die Möglichkeit des Aufschweißens eines Bolzen aus dem gleichen Material (Stahl oder Aluminium), um daran zum Beispiel eine Mutter, eine Unterlegscheibe oder ein Kunststoffteil zu befestigen.
Neben dem Argument der einseitigen Zugänglichkeit punktet das Bolzenschweißen hier u. a. damit, dass keine Vorbohrung nötig ist. Dies spart Zeit und Kosten – und verhindert Lecks, die durch Luft, Staub oder Wasser verursacht werden. Zudem spricht die Mobilität für das System, in dem das Werkzeug zum Grundmaterial geführt wird und nicht umgekehrt, sowie die in der Automobilindustrie so wichtige Paramater-Überwachung und Dokumentation der Schweißdaten.
(Quelle: Bossard Deutschland GmbH)
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