Technologies
Das Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen eignet sich für Anwendungen im industriellen Maßstab. - © TRUMPF
27.03.2023

Lasertechnik macht die Automobilindustrie umweltfreundlicher

Kleben, Reinigen und Beschichten: Lasertechnik macht die Automobilindustrie umweltfreundlicher

TRUMPF hat Lösungen entwickelt, mit dem die Automobilindustrie chemische Reinigungsprozesse vermeiden kann. Die Lasertechnik sorgt damit bei der Reinigung von Karosserieteilen für eine wesentlich umweltfreundlichere Fertigung. „Die Automobilindustrie will sich von umweltschädlichen chemischen Verfahren verabschieden, die vor allem bei der Reinigung von Bauteilen zum Einsatz kommen. Mit unseren Kurzpulslasern können wir einen entscheidenden Teil zu nachhaltiger Produktion beitragen”, sagt Steffen Rübling, als Produktmanager bei TRUMPF verantwortlich für die Kurzpulslaser. Heute reinigt die Automobilindustrie Bauteile typischerweise chemisch. Hierzu sind mehrere Bäder und Chemikalien erforderlich. Oft ist das unnötig: Um zum Beispiel Klebeverbindungen für den sogenannten kalten Rohbau vorzubereiten, müssen die Automobilhersteller oft nur bestimmte Bereiche des Bauteils reinigen und vorbereiten.

Lasertechnik reinigt und strukturiert Karosserieteile umweltschonend

„Die Lasertechnik profitiert vom Trend zum sogenannten kalten Rohbau in der Automobilindustrie, wobei Klebeverbindungen im Karosseriebau vermehrt Anwendung finden. Hier spielen unsere Kurzpulslaser ihre Vorteile aus. Die Anwender sparen im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren Wasser und chemische Reinigungsmittel”, sagt Rübling. Die Kurzpulslaser reinigen die Bauteile nur dort, wo es tatsächlich notwendig ist. Auf eine Nachbearbeitung können die Automobilhersteller verzichten. Zudem funktioniert das Laserstrahlreinigen immer gleich gut.

Damit die Klebeverbindungen dauerhaft halten, müssen die Automobilhersteller die Oberflächen oft zusätzlich noch vorbereiten – beispielsweise durch das gezielte Einbringen von Strukturen. Auch hier kommen Kurzpulslaser zum Einsatz. „Das Laserstrukturieren ist eine saubere, schnelle und berührungslose Alternative zum Sandstrahlen, Ätzen mit Chemikalien oder Fräsen. Die Kurzpulslaser von TRUMPF können verschiedenste Metalle strukturieren“, sagt Rübling. Dafür müsse der Anwender lediglich die Parameter des Lasers je nach Metall anpassen, wie zum Beispiel die Laserleistung und Prozessgeschwindigkeit. Die Oberflächen mit Nasschemikalien oder Schleifmitteln zu reinigen, erfordere hingegen ein zeitaufwendiges Maskieren der Teile. „Dies treibt die Kosten in die Höhe und macht die Reinigung aufwändiger, als sie sein muss“, sagt Rübling.

Kurzpulslaser reinigen die Bauteile nur dort, wo es tatsächlich notwendig ist. - © TRUMPF
Kurzpulslaser reinigen die Bauteile nur dort, wo es tatsächlich notwendig ist. © TRUMPF
Laser machen Fertigung von E-Auto-Batterien nachhaltiger

Auch in der Elektromobilität bereiten Kurzpulslaser von TRUMPF Klebeverbindungen vor. Batteriezellen für E-Autos müssen die Batteriehersteller in das Batteriepack kleben. Damit der Klebstoff besser haftet, reinigt und strukturiert der Laser vor dem Kleben die entsprechenden Stellen am Metall. Ebenfalls zum Einsatz in der E-Mobilität kommen VCSEL-Hochleistungs-Infrarot-Lasersysteme von TRUMPF Photonic Components.

Diese Mini-Laser trocknen Batteriefolien für E-Autos. Die VCSEL-Heizsysteme arbeiten mit Infrarotstrahlung. Sie übertragen damit die Wärme direkt und gleichmäßig auf die gesamte Länge der Batteriefolie und das fast gänzlich ohne Energieverlust. Der Prozess ist nicht nur effizienter, sondern auch deutlich schneller. Die VCSEL-Heizsysteme benötigen im Vergleich zu Standardöfen weniger Energie und außerdem deutlich weniger Platz in der Fertigungslinie. „Die Elektromobilität ist eines der wichtigsten strategischen Wachstumsfelder für unsere VCSEL-Heizsysteme. Wir freuen uns, mit unseren Lösungen einen Beitrag zur Zukunft der Mobilität zu leisten, indem wir eine effizientere Fertigung ermöglichen“, sagt Ralph Gudde, bei TRUMPF Photonic Components verantwortlich für den Vertrieb.

Damit Klebeverbindungen dauerhaft halten, müssen Automobilhersteller die Oberflächen strukturieren. Kurzpulslaser sind das ideale Werkzeug dafür. - © TRUMPF
Damit Klebeverbindungen dauerhaft halten, müssen Automobilhersteller die Oberflächen strukturieren. Kurzpulslaser sind das ideale Werkzeug dafür. © TRUMPF
Lasertechnik von TRUMPF hilft, Feinstaub zu vermeiden

TRUMPF hat mit dem Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen ein Verfahren zur Industriereife gebracht, das dabei helfen kann, den Abrieb von Bremsscheiben und damit Feinstaubemission zu verringern. Dieses Laserverfahren kann auch einen Korrosionsschutz bieten, der vor allem für die Bremsscheiben von Elektrofahrzeugen wichtig ist. Diese arbeiten mit Rekuperation, also Energierückgewinnung, und nutzen daher seltener die Scheibenbremse. Die Bremsscheiben setzen daher schneller Flugrost an, was beim Bremsen zu noch mehr Feinstaub führt und außerdem einen vorzeitigen Austausch erforderlich machen kann. “Die Kombination von hoher Flächenrate, hoher Schichtqualität und unseren Ansätzen zur Effizienzsteigerung und Pulvereinsparung, machen unsere Laserlösungen für eine Anwendung im industriellen Maßstab sehr attraktiv. Ganz so, wie es die Automobilindustrie benötigt”, sagt Marco Göbel-Leonhäuser, bei TRUMPF Branchenmanager für das Laserauftragsschweißen.

Das Prinzip Laserauftragsschweißen funktioniert durch ein cleveres Zusammenspiel von Laser und Metallpulver. Dies ermöglicht es, poren- und rissfreie Schichten zu schaffen. Das Herzstück des Verfahrens ist die Pulver- und Energiezufuhr. Statt das Metallpulver auf das Bauteil aufzutragen und dann dort per Laserlicht zu schmelzen, tritt es beim Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen bereits oberhalb des Bauteils in den Laserstrahl ein. Das Licht erhitzt das Pulver schon auf dem Weg zum Bauteil auf Schmelztemperatur.

(Quelle: Presseinformation der TRUMPF SE + Co. KG)

Schlagworte

AutomobilindustrieBeschichtenFertigungHochgeschwindigkeits-LaserauftragschweißenKlebenKlebtechnikKurzpulslaserLaserauftragsschweißenLasertechnikLasertechnologienProduktionReinigenReinigung

Verwandte Artikel

Auf der „Insel des Wissens, der Technologie, der Innovation und der intelligenten Industrie“ in Bilbao plant Lantek einen mehr als 6.000 Quadratmeter umfassenden Technologie-Campus (grün gefärbtes Gebäude).
03.06.2026

Entwicklung eines Technologie-Campus in Bilbao

Entwicklung, Integration und Erprobung für die fortschrittliche Fertigung auf mehr als 6.000 Quadratmetern auf der Insel Zorrotzaurre in Bilbao.

Blechfertigung Digitale Transformation Fertigung Innovation Metallfertigung Metallindustrie Ökosystem Software Technologie Technologiepark
Read more
31.05.2026

Markt für thermische Spritzbeschichtungen wächst bis 2034 auf 20,22 Milliarden US-Dollar

Der weltweite Markt für thermische Spritzbeschichtungen bleibt auf Wachstumskurs. Nach Angaben von Fortune Business Insights lag das Marktvolumen 2025 bei 11,97 Milliarde...

Automobilindustrie Beschichtungen Flammspritzen Kaltgasspritzen Lichtbogenspritzen Luft- und Raumfahrt Marktanalyse Plasmaspritzen Thermal Spray Bulletin Thermisches Spritzen TSB
Read more
Pultrusion: lange, leichte und zugleich hochfeste Faserverbundprofile.
27.05.2026

Pultrusionsverfahren im Überblick: Nachhaltige Faserverbundprofile für die Industrie

Pultrusion ermöglicht die kostengünstige Herstellung hochfester Faserverbundprofile. Erfahren Sie mehr über Anwendungen in Bauwesen, Energietechnik und E-Mobilität.

Batterie Baustahl Energie Energietechnik Fahrzeugbau Fertigung Forschung Fraunhofer Fraunhofer IWU Industrieanwendungen Konstruktion Korrosion Leichtbau Schienenfahrzeugbau Schienenfahrzeuge Simulation Stahl Thermoplaste Thermoplasten Umformen Werkstoff Werkstoffe
Read more
26.05.2026

Neue Generation lichtaktivierbarer Klebstoffe

Delo hat eine neue Generation lichtaktivierbarer Klebstoffe vorgestellt, die speziell für die Hochvolumen-Produktion von LiDAR-Systemen entwickelt wurde.

Automobilindustrie Automotive Hochvolumenproduktion Kleben Klebstoffe Lichtaktivierbare Klebstoffe Robotik Whitepaper
Read more
V.l.n.r.: Kevin Schwartz (t-s-i.de), Joachim Rapp (Innotech), Joachim Hüll (t-s-i.de) und Luca Süß (Innotech) setzen mit der neuen Kooperation ein klares Zeichen für die Zukunft der Klebtechnik.
23.05.2026

Manuelles und maschinelles Kleben wachsen zusammen

Die Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH und die t-s-i.de Misch- und Dosiertechnik GmbH gehen eine strategische Kooperation ein und bündeln ihre Kompetenzen bei Pro...

Anwendungstechnik Dosiertechnik Kartuschen Kleben Klebtechnik Kooperation Mischtechnik
Read more