Technologien
© Eirich
20.01.2026

Batteriestandort Europa: Unterstützung für reibungslose Skalierung

Die Automotive Cells Company (ACC), ein europäisches Joint Venture von Mercedes, Stellantis und TotalEnergies (Saft) entwickelt Batteriezellen für Elektrofahrzeuge. Bei der Entwicklung ihrer Produktionsprozesse setzt ACC auf modernste Technologien und investiert aktuell in moderne Anlagen in Europa mit dem Ziel,  sich explizit für einen widerstandsfähigen und global wettbewerbsfähigen Standort Europa in der Batterieproduktion zu positionieren. Für die Skalierung der ACC-Pilotanlage in Nersac (Frankreich) entschied sich ACC für Technologie von Eirich, ein Anbieter von Verfahrenstechnik, Mischmaschinen und Anlagenbau. Vor der Umsetzung der Pilotlinien im größeren Maßstab wurden in einer Kern-Pilotanlage mit einem RLV12 W/Vac MixSolver im Eirich-Technikum Vorabtests unter realistischen Bedingungen durchgeführt.

Skalierung und Zukunftssicherheit

ACC verfolgt den steigenden Bedarf an in Europa hergestellten Batterielösungen, da sie wichtig für die Transformation des Automobilsektors hin zu emissionsfreiem Verkehr in Europa eine wichtige Rolle spielen.

Eine zentrale Aufgabe bestand darin, eine Mischtechnologie zu finden, die leistungsfähig ist und sich später ohne Probleme in eine industrielle Serienproduktion übertragen lässt. Da der Aufbau einer eigenen Testumgebung zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand verursacht, stellte Eirich eine Kern-Pilotanlage mit einem baugleichen Mischer im eigenen Technikum bereit. Dort konnte ACC die Technologie unter praxisnahen Bedingungen testen und validieren, bevor die eigenen Pilotlinien eingerichtet wurden.

Pilotanlage im Technikum von Eirich

Um eine Grundlage für Entscheidungen zur späteren Fabrikfertigung zu schaffen, arbeitete ACC mit einer von Eirich für diese Aufgabenstellung eingerichteten Pilotanlage im Technikum in Hardheim. Dort konnte der Mischprozess im Maßstab 1:1 erprobt werden. Dabei wurden Durchsatz und Füllmengen unter praxisnahen Bedingungen geprüft und angepasst.

Während der Testphase wurden Mitarbeitende von ACC zudem direkt an den Anlagen geschult und machten sich mit den Abläufen sowie der Steuerung vertraut. Diese praxisnahe Einarbeitung unterstützte die anschließende Übernahme der Technologie in die Pilotfertigung von ACC in Nersac (Frankreich).

Symbolbild einer Elektrodenproduktion im Gigafactory-Maßstab - © Eirich
Symbolbild einer Elektrodenproduktion im Gigafactory-Maßstab © Eirich
Integration in Bestandsgebäude

Nach erfolgreichen Tests mit kleinernen Labor- und Pilotmischern entschied sich ACC, die Eirich-Technologie in der eigenen Pilotproduktion in Nersac einzusetzen. Die Montage erfolgte während des laufenden Betriebs in Reinraumatmosphäre. Das erforderte eine angepasste Vorgehensweise, da der betreffende Gebäudeteil ursprünglich für eine andere Mischtechnologie vorgesehen war und die Produktion nur eingeschränkt unterbrochen werden konnte. Nach wenigen Wochen konnte die Anlage in Betrieb genommen werden.

Ein Vorteil der eingesetzten Mischtechnologie ist ihre breite Einsatzfähigkeit. Sie ermöglicht ACC, neben Nasselektroden künftig auch Trockenelektroden in großem Maßstab herzustellen.

Eirich lieferte zwei vollständige Mischanlagen für die Anoden- und  Kathodenherstellung, jeweils in Turmbauweise. Beide Systeme beinhalten das Trockenstoffhandling mit Big-Bag-Stationen und Sackaufgabestationen sowie Absaugsysteme zur Einhaltung der Reinheitsanforderungen einer Reinraumatmosphäre.

Zusätzlich wurde ein Flüssigkeitsdosiersystem für verschiedene Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Viskositäten und Rezepturanteilen installiert. Dieses ist in die Mischablaufsteuerung eingebunden und dient der Slurryherstellung. Kernkomponenten beider Anlagen sind jeweils ein RLV12-W/Vac MixSolver mit EvacMix-Vakuumtechnologie; die Systeme sind zudem für die Herstellung von Trockenelektroden ausgelegt.

Für die Steuerung und Prozessüberwachung wurde eine vollautomatisierte Anlagensteuerung umgesetzt, die eine flexible Anpassung von Rezepturen, Mischabläufen und Parametern ermöglicht und eine gleichbleibende Qualität gewährleistet.  Die Steuerung ist in das ACC-Netzwerk integriert für eine reibungslose Kommunikation und Überwachung der Produktionsdaten. Die Materialversorgung der Beschichter erfolgt über mobile Spezialtanks, die sowohl häufige Produktwechsel als auch längere Produktionskampagnen unterstützen.

(Quelle: Eirich)

Schlagworte

AnlagenbauBatterieproduktionBatteriezellenElektrofahrzeugeElektromobilitätIndustrie

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