Trendthema
© firmbee
21.01.2023

CSRD: Ausreichend Vorbereitung für Nachhaltigkeitsbericht einplanen

CSRD: Ausreichend Vorbereitung für Nachhaltigkeitsbericht einplanen

Mitte Dezember 2022 ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Kraft getreten. Sie besagt, dass große Unternehmen ab 2025 neben dem Finanzbericht auch einen Nachhaltigkeitsbericht implementieren und veröffentlichen müssen. Rund 15.000 Unternehmen sind davon betroffen*. Unternehmen sollten jetzt Sorge dafür tragen, dass die notwendigen Prozesse rechtzeitig gestartet werden, empfehlen Expertinnen und Experten von TÜV NORD Umweltschutz. Sie legen auch kleinen und mittleren Unternehmen nahe, schon mit einer kompakten Version des Berichts zu beginnen. Das bringe mittelfristig Vorteile im Wettbewerb.

Die Berichtspflicht greift 2025 und bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2024. Die Unternehmen haben zurzeit noch freie Hand in der Frage, nach welchem Standard sie einen Bericht erstellen. Als Orientierung dienen die etablierten nationalen und internationalen Rahmenwerke der Global Reporting Initiative (GRI) oder des Rates für nachhaltige Entwicklung (Deutscher Nachhaltigkeitskodex, DNK). Ein offizieller EU-Standard, der die wesentlichen Inhalte der genannten Nachhaltigkeitsstandards berücksichtigt, ist für Juli 2023 angekündigt.

Um die Daten sorgfältig zu dokumentieren und den Bericht zu erstellen, sind Zeit und Know-how erforderlich. „Der Bericht erfasst den Status-Quo und die Zukunftspläne des Unternehmens. Wo will ich als Unternehmen hin? Was sind meine Nachhaltigkeitsziele? Es ist wichtig, auf Arbeitsebene eine oder mehrere Personen zu bestimmen, die diese Prozesse steuern“, sagt Oliver Quellmann von TÜV NORD Umweltschutz. Aus seiner Erfahrung als Berater für  Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting weiß er, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis alle Daten ausgewertet sind. „Soziale Faktoren, Lieferketten, der Umgang mit Klimaschutz und Emissionen, Energiebedarf, möglicher Zugriff auf regenerative Energien – all das muss berücksichtigt werden“, so Quellmann.

Auch auf Geschäftsführungsebene sollte eine Person für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich sein. Er oder sie ist das Bindeglied zwischen Nachhaltigkeitsmanagment und Geschäftsführung und stellt sicher, dass Nachhaltigkeit bei strategischen Unternehmensentscheidungen ausreichend berücksichtigt wird.

Oliver Quellmann rät auch kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) dazu, sich frühzeitig mit dem Thema CSRD vertraut zu machen. KMU sind vorerst nicht verpflichtet, könnten aber bereits jetzt mit einer kompakten Version eines Berichts beginnen. „Das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für KMU an Bedeutung gewinnen. Kunden und Geschäftspartner fordern die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit immer mehr ein. Auch gesetzliche Regelungen werden mittelfristig nicht vor kleineren Unternehmen Halt machen“ so Quellmann. Wer hier vorne mit dabei sei, habe mittelfristig einen Wettbewerbsvorteil.


*Quelle: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft

(Quelle: Presseinformation der TÜV NORD AG)

Schlagworte

ManagementNachhaltigkeitUnternehmensführung

Verwandte Artikel

Marcel Riethmüller, Geschäftsführer bei ecogreen
14.02.2026

Energieeffizienz-Chancen greifbar machen

Häufig bleiben Fördermittel und Chancen auf Fördermittel zur Steigerung der Energieeffizienz ungenutzt. Marcel Riethmüller, Geschäftsführer von ecogreen, zeigt Unternehme...

Antragstellung Energieeffizienz Energiekosten Energiewende Fördermittel Förderprogramm KMU Nachhaltigkeit Wirtschaft
Mehr erfahren
05.02.2026

Gesunde und sichere Arbeit macht Unternehmen attraktiver

Der neue iga.Report 49 der Initiative Gesundheit und Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Betrieblicher Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz und Arbeitgeberattrakti...

Arbeitgeber Arbeitsschutz DGUV Gesundheitsschutz Kommunikation Nachhaltigkeit Unfallversicherung
Mehr erfahren
Laserline-Management-Team mit Dr. Alexander Arndt (2. v. r.)
04.02.2026

Laserline erweitert Geschäftsführung

Seit dem 1. Januar 2026 gehört Dr. Alexander Arndt als vierter Geschäftsführer zum Führungsteam – neben Dr. Claus Narr sowie den Gründern Dr. Christoph Ullmann und Volker...

Diodenlaser Geschäftsführung Laser Laserapplikation Lasertechnologie Management
Mehr erfahren
Ein Walzwerk vor der Modernisierung: Ausfallzeiten, CO2-Ausstoß sowie Energie- und Wartungsaufwand sind hoch.
27.01.2026

Investitionsgut Maschine – der blinde Fleck der Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beginnt bereits im Maschinenpark. Die Instandhaltung, Modernisierung und langfristige Nutzung von Maschinen trägt dazu bei, die Krei...

Energie Investitionsgüter Kreislaufwirtschaft Maschinenpark Modernisieren Nachhaltigkeit Ressourcenschonung Rohstoffe
Mehr erfahren
(v.l.n.r) Klaus Bauer, Peter Liggesmeyer, Björn Sautter, Rainer Stark
25.01.2026

Forschungsbeirat wählt neuen Sprecher der Industrie

Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 hat Klaus Bauer (Trumpf Werkzeugmaschinen SE + Co. KG) als neuen Sprecher der Industrie berufen. Björn Sautter (Festo SE & Co. KG) wird...

Digitale Transformation Industrie 4.0 Künstliche Intelligenz Nachhaltigkeit Resilienz Smart Data Technik
Mehr erfahren