Häufig bleiben Fördermittel und Chancen zur Steigerung der Energieeffizienz ungenutzt. Der Geschäftsführer Marcel Riethmüller von ecogreen erläutert, warum Fördermittel ein strategisches Tool für Unternehmen ist und wie man es einsetzt.
Jährlich fließen in Deutschland Millionen Euro an Fördergeldern von Bund, Ländern und EU in Wirtschaftsförderprogramme. Insbesondere befassen sich die Programme mit der Energieeffizienz, um Klimaziele zu erreichen und Energiekosten zu senken. Doch Unternehmen „verschenken“ unfreiwillig einen erheblichen Teil dieser Mittel, indem sie Fristen verpassen, Gelder überraschend zurückzahlen müssen oder Potenziale liegen lassen. Die Gründe reichen von Unwissenheit bis hin zu bürokratischen Hürden. Mit entsprechenden Strategien kann das vermieden werden. „Viele Firmen übersehen Förderungen für Sanierungen, Lüftung- und Kälteanlagen oder Wärmepumpen, obwohl diese große Teile der Investitionskosten decken können“, erläutert Marcel Riethmüller, Geschäftsführer bei ecogreen.
Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von EPSA Deutschland zeigt, wie groß die Lücke ist: Nur 30 Prozent der Unternehmen nutzen Fördermittel systematisch, oft wegen Unwissenheit über Programme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder KfW-Zuschüsse. Einige Unternehmen haben sogar keinen Überblick. Hinzu kommt, dass selbst wenn Förderprogramme bekannt sind, die Nutzung in der Praxis häufig an Kapazitäten scheitert. Bei vielen Unternehmen fehlen entsprechende personelle und zeitliche Ressourcen, um Anträge für Energieaudits oder Modernisierungen zu stellen.
Bürokratie vs. Mittelstand
Bei der Förderlandschaft in Deutschland handelt es sich um einen scheinbaren Dschungel mit hunderten Programmen auf Bundesebene plus Länder- und EU-Initiativen, jeweils mit spezifischen Bedingungen. Der Aufwand beginnt oft lange vor dem eigentlichen Vorhaben. Die Bearbeitung von Anträgen dauert nicht selten Monate. Besonders bei kleineren Unternehmen, die einen Großteil des deutschen Unternehmensbestands prägen, fehlen Ressourcen für die Recherche und die formale Antragstellung. Bürokratie, Nachweispflichten und Wartezeiten schrecken Unternehmen ab.
Fördergelder erfordern Eigenanteile, detaillierte Berichte und Nachhaltigkeitsnachweise. Marcel Riethmüller erklärt: „Egal, ob kleinere und mittlere Unternehmen oder große Konzerne – viele Betriebe geraten hier ins Hintertreffen.“ Jede verpasste Förderung, sei es beispielsweise für LED-Umrüstungen oder Dämmungen, schwächt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit, gerade in Zeiten hoher Energiepreise und steigender Regulierung.
Strategien zur optimalen Nutzung
Fördermittel sind wie Puzzleteile, die früh in Investitionspläne integriert werden müssen. „Eine Bedarfsanalyse vor dem eigentlichen Projektbeginn prüft eine mögliche Förderfähigkeit und entsprechende Vorlaufzeiten, denn Anträge müssen in der Regel immer vor dem Maßnahmenstart gestellt werden, um eine sofortige Ablehnung wegen Formfehlern oder eines zu frühen Maßnahmenbeginns zu vermeiden“, so Riethmüller. Wer Förderlogik und Zeitachsen von Anfang an mitdenkt, kann Projekte verlässlicher kalkulieren und die Investitionslast deutlich senken. Professionelle Unterstützung hilft dabei, von Beginn an Kosten zu sparen und Ausgaben besser zu planen. Dazu gehört eine strukturierte Vorgehensweise: Dienstleister analysieren aktuelle und bewährte Fördertöpfe, erstellen Anträge im Namen des entsprechenden Unternehmens und überwachen die benötigten Nachweise. So können sich Konzerne und KMUs auch ohne eigene Expertise oder spezielle Zuständige im Unternehmen Fördermittel für ihre nachhaltigen Projekte sichern.
Fördermittel sind kein Luxus, sondern ein strategisches Tool. Mit Planung und Expertise wird aus nachhaltigen Investitionen ein messbarer Beitrag zur Energiewende und ein klarer Wettbewerbsvorteil.
(Quelle: ecogreen GmbH & Co. KG.)
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