Wissenswertes
Ein Walzwerk vor der Modernisierung: Ausfallzeiten, CO2-Ausstoß sowie Energie- und Wartungsaufwand sind hoch. - © Deguma
27.01.2026

Investitionsgut Maschine – der blinde Fleck der Kreislaufwirtschaft

Im Diskurs über Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen häufig Konsumgüter im Mittelpunkt – etwa recyclingfähige Verpackungen, biobasierte Materialien oder die Wiederverwertung von Textilien. Ressourcenschonung beginnt jedoch bereits im Maschinenpark. Die Instandhaltung, Modernisierung und langfristige Nutzung von Maschinen trägt dazu bei, die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

Maschinen sind ein wichtiger Punkt für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie und Rohstoffen. In der Industrie zählen sie sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung zu den ressourcenintensiven Investitionsgütern, obwohl sie in der Regel für eine Nutzungsdauer von vielen Jahren ausgelegt sind. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Verlängerung der Maschinenlebensdauer an Bedeutung: Sie bietet wirtschaftliche Vorteile und schont zugleich die Ressourcen. Eine länger genutzte Maschine senkt den Einsatz von Rohstoffen und Energie und verbessert damit auch die CO2-Bilanz.

Die 5R-Strategie: Nachhaltigkeit für Investitionsgüter

Aus dem Konsumbereich kennt man das 5R-Prinzip: Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle. Es lässt sich aber auch auf Investitionsgüter wie industrielle Maschinen anwenden. Ziel ist, den Ressourcenverbrauch zu senken und Abfall zu vermeiden, indem Produkte möglichst lange genutzt werden.

Für Maschinen bedeutet das: Statt sie zu ersetzen (Refuse), sollte der Fokus stärker auf der Reduzierung von Ressourcenverschwendung (Reduce) durch regelmäßige Wartung, Reparatur und Modernisierung (Repair) liegen. Dadurch können Maschinen auch weiterverkauft und -genutzt werden (Reuse). Erst wenn eine Reparatur nicht mehr möglich oder sinnvoll ist, sollte, sie fachgerecht entsorgt werden (Recycle).

Ein Walzwerk nach der Überholung durch Deguma: Mit dem Deguma efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert. - © Deguma
Ein Walzwerk nach der Überholung durch Deguma: Mit dem Deguma efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert. © Deguma

Veraltete Anlagen werden jedoch oft als unwirtschaftlich eingestuft – etwa wegen hoher Energiekosten, häufiger Ausfälle oder eines vergleichsweise hohen CO2-Ausstoßes. In der Praxis wird deshalb häufig eher über eine Neuanschaffung nachgedacht als über Instandhaltung und Modernisierung. Dabei lassen sich auch ältere Maschinen mit geringem Aufwand auf den aktuellen Stand der Technik bringen, um wieder wirtschaftlich zu arbeiten.

Wartung und Pflege schonen Ressourcen

Trotz hoher Anschaffungskosten werden Maschinen oft schon nach einigen Jahren ersetzt, ohne den Wert der vorhandenen Infrastruktur zu berücksichtigen. Außerdem wird der Kauf einer Neumaschine häufig als einmalige Investition gesehen, während Service- und Wartungsverträge als laufende Zusatzkosten gelten. Dabei können regelmäßige Pflege, Wartung und gezielte Modernisierungen mit vergleichsweise geringen Kosten die Lebensdauer der Anlage verlängern. Investitionsentscheidungen sollten daher auch mit Weitsicht getroffen werden

Bereits beim Kauf sollten Kriterien für die spätere Instandhaltung berücksichtigt werden. Eine modulare Bauweise erleichtert Erweiterungen und Anpassungen, ohne die gesamte Anlage ersetzen zu müssen. Wartungsrelevante Komponenten wie Filter oder Schmierstellen sollten gut zugänglich sein, damit Wartungs- und Pflegearbeiten effizient erfolgen können. Das reduziert teure Reparaturen und Ausfälle und führt zu einer höheren Planungssicherheit.

Nachgerüstete Torquemotoren liefern konstante Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen und senken den Energieverbrauch enorm. - © Deguma
Nachgerüstete Torquemotoren liefern konstante Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen und senken den Energieverbrauch enorm. © Deguma

Regelmäßige Wartungen durch Fachkräfte helfen, Modernisierungspotenziale frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Wenn eine Maschine nicht mehr zum Bedarf passt, lässt sie sich in gutem Zustand in der Regel besser weiterverkaufen. Gebrauchte Maschinen, die von Unternehmen wie Deguma angekauft werden, bleiben weiterhin im Wirtschaftskreislauf und werden nach Anpassung an aktuelle Standards wieder zum Verkauf angeboten.

Die EU-Maschinenverordnung als Treiber für Modernisierung

Spätestens mit Inkrafttreten der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/1230) im Januar 2027 müssen sich Unternehmen mit dem Zustand ihres Maschinenparks auseinandersetzen. Die Verordnung schafft europaweite Sicherheitsstandards und ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Im Hinblick auf auf KI und digitale Technologien führt sie neue Anforderungen an die Sicherheit sowie an die Energieeffizienz von Maschinen ein. Damit sind die Themen Wartung und Modernisierung nicht nur eine Frage der Kostensenkung, sondern der Betriebsfähigkeit und Rechtskonformität.

Moderne Sicherheitsnachrüstungen spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO. - © Deguma
Moderne Sicherheitsnachrüstungen spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO. © Deguma
Energieeffizienz durch Modernisierung

Wer Maschinen modernisiert und auf den neuesten Stand bringt, kann von Wettbewerbsvorteilen, langfristigen Einsparungen und erhöhter Effizienz profitieren. Für Walzwerke ist das Deguma efficiency Konzept ein Beispiel für entsprechende Modernisierungslösungen.

Ein Baustein dieser Modernisierung ist der Einsatz von Torquemotoren, die insbesondere bei niedrigen Drehzahlen effizient arbeiten und durch konstante Drehmomente den Energieverbrauch senken. Ergänzend können Planetengetriebe den Ölbedarf als Betriebsstoff reduzieren und damit den Wartungsaufwand verringern. Neben der Antriebstechnik sind auch die Steuerungs- und Sicherheitstechnik relevant – nicht zuletzt mit Blick auf die neue EU-Maschinenverordnung. Moderne Antriebsregler und -systeme wie Frequenzumrichter optimieren den laufenden Betrieb, indem sie bedarfsgerechte Anpassungen der Maschinenparameter vornehmen und überschüssige Energie zurück in den Produktionsprozess führen.

In Kombination mit neuer Sicherheitstechnik, Steuerungssystemen und einer Generalüberholung lassen sich Stillstandszeiten, Wartungsaufwand und Emissionen reduzieren. Bis zu 30 % Energieersparnis und bis zu 80 % weniger Wartungskosten sind nach Unternehmensangaben realistisch – bei einer Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.

(Quelle: Deguma-Schütz GmbH)

Schlagworte

EnergieInvestitionsgüterKreislaufwirtschaftMaschinenparkModernisierenNachhaltigkeitRessourcenschonungRohstoffe

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