Wirtschaft
© stock.adobe.com/ impro-studio
10.01.2026

Der Mittelstandsbeirat vom Bundeswirtschaftsministerium

Der Mittelstandsbeirat ist ein traditionsreiches Gremium: Seine erste Sitzung fand 1956 unter dem Vorsitz des damaligen Bundeswirtschaftsministers Ludwig Erhard statt. Seitdem berät er die jeweiligen Bundeswirtschaftsminister in allen wirtschaftspolitischen Fragen, die für den Mittelstand von Bedeutung sind.

Zusamensetzung des Mittelstandsbeirat 

In der 21. Legislaturperiode setzt sich der Mittelstandsbeirat aus 32 Unternehmern zusammen (16 Frauen und 16 Männern). Sechs Mitglieder stammen aus den östlichen Bundesländern. Die Zusammensetzung spiegelt die Vielfalt des heutigen Mittelstands wider: von Start-ups über Handwerk, Handel und die Freien Berufe bis hin zu größeren industriellen Familienunternehmen. Ergänzt wird das Gremium durch zwei renommierte Wissenschaftler aus der Mittelstandsforschung sowie den Vorstandsvorsitzenden der KfW als Experten für Mittelstandsfinanzierung.

Das Besondere am Mittelstandsbeirat ist, dass er nicht mit Verbandsvertretern, sondern mit Unternehmern besetzt ist. Der direkte, offene Austausch mit Mittelständlern aus dem ganzen Land – von der Sanitärfachfrau bis zum Raumfahrtunternehmer, von der Buchhändlerin bis zum Automobilzulieferer, von der Gründerin eines Biotech-Start-ups bis zum familiengeführten Maschinenbauer – verschafft der Ministerin wertvolle Einblicke in die betriebliche Praxis. Es geht dabei um jene mittelständischen Betriebe, über die selten prominent gesprochen wird, die unser Land aber Tag für Tag am Laufen halten. Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen zählen zum Mittelstand – sie sind Arbeitgeber und Ausbilder der Nation.

Konstituierende Sitzung des Mittelstandsbeirates in dieser Legislaturperiode

In der konstituierenden Sitzung des Mittelstandsbeirates am 1. Dezember 2025 bat Ministerin Katherina Reiche die Beiratsmitglieder um öffentliche Unterstützung für ihre Reformagenda. Viele Unternehmer lobten den marktwirtschaftlichen und ordnungspolitischen Reformkurs der Ministerin. Ordnungspolitik, ein verlässlicher Planungshorizont sowie Freihandel und offene Grenzen seien für den gesamten Mittelstand von großer Bedeutung.

Kritisch äußerten sich die Mittelständler zum unflexiblen Arbeitsrecht und zur Überregulierung in Deutschland, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bürokratisch stark belaste. Das mache den Standort unattraktiv und teuer – mit der Folge, dass zunehmend auch kleinere und mittlere Betriebe abwandern.

Bei der nächsten Sitzung am 4. Mai 2026 sollen konkrete Hemmnisse für den Mittelstand und mögliche Lösungsansätze vertieft diskutiert werden.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Schlagworte

HandwerkIndustrieMittelstandPolitikStart-upsUnternehmenWirtschaftWissenschaft

Verwandte Artikel

Fabian Seus, Leiter Competence Center Arbeitsmarkt im VDMA
19.08.2026

Stellenabbau im Maschinenbau

Zwar haben sich die Aussichten im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt leicht aufgehellt, viele Unternehmen sind jedoch weiterhin unterausgelastet. Dies hinterlässt zunehmen...

Anlagenbau Ausbildung Beschäftigung Beschäftigungsabbau Deutschland Fachkräfte Fachkräftemangel Fachkräftesicherung Maschinen- und Anlagenbau Deutschland Maschinenbau Wirschaftsstandort Deutschland Wirtschaft
Mehr erfahren
12.08.2026

Berufskleidung für gemischte Teams: Passform und Organisation entscheiden

Ein einheitlicher Auftritt allein reicht bei der Ausstattung gemischter Teams nicht aus. Unterschiedliche Körperformen, Tätigkeiten und persönliche Anforderungen müssen e...

Beton Handwerk Industrie Persönliche Schutzausrüstung PSA PTA Reinigung Reparatur
Mehr erfahren
Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper (r.) und  Dirk Sieben (l.)
12.08.2026

Führungswechsel: Arnd Winkelnkemper übernimmt die Geschäftsführung der DVS Media GmbH

Mit Wirkung zum 15. August 2026 ist Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper zum neuen Geschäftsführer der DVS Media GmbH berufen worden. Er tritt damit die Nachfolge von Dirk Siebe...

Digitale Transformation DVS e. V. DVS Group DVS Media GmbH Fachverlag Fachwissen Fachzeitschrift Geschäftsführung HOME OF WELDING Industrie Kommunikation Management Verlag
Mehr erfahren
Teilnehmer an der Vorstandssitzung (v.l.n.r.): Christian Flüss, Stephan Draack, Peter Maxisch, Axel Graupe, Willi Seiger, Heiner Dresrüsse
05.08.2026

Fachverband Metall NW legt Schwerpunkte für das Metallhandwerk fest

Der Vorstand des Fachverbandes Metall NW hat auf seiner Sommersitzung 2026 die strategischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre festgelegt. Dazu zählen die Unterstützun...

Ausbildung Berufsorientierung DIN EU-Maschinenverordnung Handwerk Maschinenverordnung Metall Metallhandwerk Norm Normen TIG
Mehr erfahren
Die OTH  Oberflächentechnik Hagen hat die  Zertifizierung EN 9100:2018 für  Luft- und Raumfahrt und  Verteidigung erreicht. Im Bild die  Geschäftsführer Katharina (Mitte)  und Udo Gensowski mit der  internen Auditorin Saniya Karadal  (li.
03.08.2026

Erfolgreiche Zertifizierung für die Luftfahrt

Die OTH Oberflächentechnik Hagen hat die Zertifizierung EN 9100:2018 für den hochsensiblen Sektor Luft- und Raumfahrt und Verteidigung erreicht. Ein echter Meilenstein fü...

DIN Eichung Industrie ISO ISO 9001 LSC Luft- und Raumfahrt Luftfahrt Norm Oberflächen Oberflächentechnik Raumfahrt TIG Verteidigung Zertifikat Zertifizierung
Mehr erfahren