23 führende Wissenschaftsorganisationen und Spitzenverbände der Wirtschaft setzen sich in dem Positionspapier „Freie Wissenschaft – Erfolgreiche Wirtschaft – Starkes Deutschland“ für den Schutz und die Stärkung der Wissenschaftsfreiheit ein. Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde begrüßt diese Initiative und unterstützt die darin formulierten zentralen Anliegen ausdrücklich. Für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sind freie Forschung, internationaler Austausch und unabhängige wissenschaftliche Strukturen grundlegende Voraussetzungen für Erkenntnis, Innovation und erfolgreichen Transfer.
Anlässlich bevorstehender Landtagswahlen haben 23 führende Wissenschaftsorganisationen und Spitzenverbände der Wirtschaft gemeinsam Position für die Freiheit der Wissenschaft bezogen. Ihr Positionspapier stellt einen engen Zusammenhang zwischen einer leistungsfähigen Wissenschaftslandschaft, innovativen Unternehmen und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands her.
Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM) begrüßt dieses klare Bekenntnis zur Wissenschaftsfreiheit und unterstützt die zentralen Anliegen des Positionspapiers ausdrücklich. Aus Sicht der DGM sind wissenschaftliche Freiheit und Innovationsfähigkeit unmittelbar miteinander verbunden. Neue Erkenntnisse, Werkstoffe, Verfahren und Technologien entstehen dort, wo Forschungsfragen nach wissenschaftlichen Maßstäben bearbeitet, Ergebnisse kritisch überprüft und Wissen offen ausgetauscht werden können.
Wissenschaft braucht unabhängige Strukturen
Wissenschaftlicher Fortschritt beruht darauf, dass Erkenntnisse überprüfbar und Methoden nachvollziehbar sind. Ergebnisse werden veröffentlicht, diskutiert, bestätigt, weiterentwickelt oder widerlegt. Das Positionspapier warnt deshalb vor Versuchen, Forschungsergebnisse zu delegitimieren, Forschungsfelder ideologisch einzuschränken oder Wissenschaft politisch zu instrumentalisieren. Solche Entwicklungen gefährden nicht nur die Freiheit der Wissenschaft, sondern auch die Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft.
Die DGM teilt die Überzeugung, dass wissenschaftliche Qualität nach fachlichen Kriterien beurteilt werden muss. Dazu gehören transparente Methoden, unabhängige Begutachtungsverfahren, wissenschaftliche Selbstverwaltung und die Freiheit, auch ergebnisoffene Forschungsfragen verfolgen zu können.
DGM-Geschäftsführer Dr. Stefan Klein unterstreicht die Bedeutung dieser Rahmenbedingungen: „Wissenschaftsfreiheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für wissenschaftliche Qualität und technologischen Fortschritt. Gerade in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik entstehen Innovationen dort, wo Forschende offen fragen, kritisch prüfen und international zusammenarbeiten können. Wer diese Freiheit einschränkt oder wissenschaftliche Erkenntnisse aus politischen oder ideologischen Gründen delegitimiert, schwächt deshalb nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Innovationsfähigkeit unseres Landes.“
Freie Forschung ermöglicht Innovation und internationalen Austausch
Insbesondere in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zeigt sich, wie eng wissenschaftliche Erkenntnis und technologische Entwicklung miteinander verbunden sind. Neue Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Charakterisierungsmethoden entstehen im Zusammenspiel von Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung und industrieller Umsetzung. Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Patente und Ausgründungen tragen dazu bei, Forschungsergebnisse in technologische Innovationen und neue Wertschöpfung zu überführen. Das Positionspapier nennt unter anderem funktionale Materialien für effiziente Wasserstoff- und Energietechnologien als Beispiel.
Ebenso entscheidend ist die internationale Offenheit des Wissenschaftssystems. Rund die Hälfte aller deutschen wissenschaftlichen Publikationen entsteht dem Papier zufolge gemeinsam mit internationalen Co-Autoren. Internationale Studierende und Forschende leisten zugleich einen wesentlichen Beitrag zu Forschung, Lehre und Transfer in Deutschland.
Für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ist diese Vernetzung elementar. Forschungsfragen zu Energie, Mobilität, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz oder nachhaltigen Produktionsprozessen überschreiten institutionelle und nationale Grenzen. Ein international wettbewerbsfähiger Wissenschaftsstandort muss deshalb offen und attraktiv für Forschende und Studierende aus aller Welt bleiben.
Wissenschaftsfreiheit ist eine gemeinsame Verantwortung
Zu den zentralen Forderungen des Positionspapiers gehören die Orientierung an wissenschaftlichen Maßstäben, der Schutz wissenschaftlicher Methoden und Ergebnisse, die Stärkung unabhängiger Begutachtungs- und Selbstverwaltungsstrukturen sowie die Förderung des Vertrauens in evidenzbasierte Erkenntnisse. Zugleich spricht sich das Papier für eine offene Gesellschaft und eine gelebte Willkommenskultur aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde unterstützt diese Grundsätze ausdrücklich. Freie Wissenschaft, wissenschaftliche Integrität und internationaler Austausch sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Materialwissenschaft und Werkstofftechnik neue Erkenntnisse hervorbringen und daraus Lösungen für technologische, industrielle und gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln können. Wissenschaftsfreiheit zu schützen bedeutet deshalb auch, die langfristige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Industriestandorts Deutschland zu stärken.
Zum Positionierpapier „Freie Wissenschaft – Erfolgreiche Wirtschaft – Starkes Deutschland“
(Quelle: DGM - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V.)
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