Wirtschaft Award
© BMWi
23.10.2022

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2022 verliehen

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2022 verliehen

Die Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2022 stehen fest. Bereits zum zehnten Mal würdigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) rohstoffeffizientes Wirtschaften. Die Preisverleihung fand am 19. Oktober im Futurium in Berlin statt.

Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sagte bei der Preisverleihung: „Für Deutschlands Industrie ist eine sichere Rohstoffversorgung sowie ein intelligenter und nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen von entscheidender Bedeutung, insbesondere in Krisenzeiten, in denen uns die globalen Abhängigkeiten vor Augen geführt werden. Der sparsame und effiziente Einsatz von Rohstoffen ist zudem ein entscheidender Baustein nachhaltiger Entwicklung und eine wichtige Säule des European Green Deals. Die diesjährigen Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises stehen beispielhaft für innovative Leistungen auf diesem Gebiet.“

Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis zeichnet das BMWK seit 2011 herausragende Beispiele im Bereich rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Die Nominierungen umfassen branchenübergreifend Technologien zum ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen. 2022 liegt der Fokus auf Verfahren zur Weiterverwendung sowohl einfacher als auch komplexer Restmaterialien, die für die Aufbereitung und Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden.

Die Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2022 in der Kategorie Unternehmen sind die eco-softfibre GmbH & Co. KG, die Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH, BBH Baustoff- und Bodenbehandlung Hohenlohe GmbH & Co. KG. und das CARBOrefit®- Konsortium. In der Kategorie Forschung wurde die Fachhochschule Südwestfalen gemeinsam mit einem Industrie-Konsortium ausgezeichnet.

© BMWi
© BMWi
eco-softfibre GmbH & Co. KG aus Görlitz in Sachsen:

eco-softfibre ersetzt mit seinen Produkten handelsübliche petrochemische Polyurethan-Schaumstoffe, die heute ausschließlich aus Erdöl hergestellt werden. Stattdessen besteht der Weichschaumstoff von eco-softfibre aus Lederfalzspänen, ein (Abfall-)produkt, das nach dem Gerben entsteht. Das durchdachte Konzept zum Upcycling kann große Mengen an Polyurethan und damit fossile Rohstoffe einsparen.

Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH aus Hatzfeld in Hessen:

Die Firma Frank Walz und Schmiedetechnik vertreibt Verschleißschutz-Beschichtungen, die auf Werkzeugoberflächen aufgebracht werden. Die Jury lobte die Substitution von Wolfram, das vielfach aus Konfliktregionen stammt, durch den Rohstoff Vanadium. Die neuartige Beschichtung führt zu einer längeren Nutzungsdauer der Geräte.

BBH Baustoff- und Bodenbehandlung Hohenlohe GmbH & Co. KG aus Kupferzell in Baden-Württemberg:

Das Unternehmen entwickelte spezielle Aufbereitungsmethoden für gering belastete Böden, durch die sich erhebliche Mengen der Stoffströme wieder als Baustoff in den Baukreislauf zurückführen lassen. Die Methode kann aufgrund der großen Mengen und einer Reduzierung der Deponierung regional bis zu 85 Prozent Material einsparen.

Das CARBOrefit®- Konsortium aus Sachsen:

Das Konsortium entwickelte ein innovatives Verfahren zum Verstärken und Sanieren von bestehenden Bauwerken mit Hilfe des Baustoffs Carbonbeton. Der breite und vielfältige Einsatz bspw. in Brücken sowie im Hoch- und Ingenieurbau lässt eine ressourceneffiziente Verlängerung der Lebensdauer von Bestandsbauwerken zu.

Fachhochschule Südwestfalen aus Iserlohn in Nordrhein-Westfalen:

Die Fachhochschule Südwestfalen entwickelte eine Anwendung von Zinkknetlegierungen (ZEP) bei Umformprozessen. Die neue leichte, bleifreie Knetlegierung auf Zinkbasis kann als Ersatz für Messing und andere Kupferlegierungen beim Walzen, Pressen, Ziehen oder Schmieden eingesetzt werden. Die Entwicklung, mit der eine verbesserte Energieeffizienz und CO2-Bilanz erreicht wird, ist aufgrund seiner Materialeigenschaften und der Beteiligung verschiedener Branchen innerhalb des Industrie-Konsortiums breit anwendbar.

(Quelle: Presseinformation des BMWK – Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz)

Schlagworte

BeschichtungenCarbonbetonOberflächenbehandlungRessourceneffizienzRohstoffeSchaumstoffeUmformenVerschleißschutz

Verwandte Artikel

DVS Group
13.10.2026

NbC(N)-basierte Hartmetallzusammensetzungen als strategischer Werkstoffersatz für WC-Co(Cr) in der Oberflächentechnik

IGF-Forschungsprojekt des Jahres 2026: Inspiriert von Entwicklungen in der Pulvermetallurgie wurden in der vorliegenden Arbeit vier neue NbC(N)-basierte Zusammensetzungen...

DVS-Forschung Forschung Hartmetallpulver IGF Oberflächentechnik Thermal Spray Bulletin Thermisches Spritzen TSB Verschleißschutz
Mehr erfahren
10.10.2026

Unternehmensübernahme der Metallit GmbH

Aus Metallit wird Metallit Plus. Mit dem Abschluss der Unternehmensübertragung setzt das Bielefelder Unternehmen seine Entwicklung unter neuen Rahmenbedingungen fort.

Arbeitsschutz Bohren Fräsen Oberflächenbehandlung Sägen Schweißen Schweißmaschinen Unternehmensübernahme
Mehr erfahren
04.10.2026

Mehr Innovation, weniger Abhängigkeit durch Circular Economy

Nordrhein-Westfalen will Drehscheibe für Circular Economy in Europa werden. Schon jetzt arbeiten mehr als 240.000 Menschen in der Kreislaufwirtschaft. Die Landesregierung...

Circular Economy Klimaschutz Kreislaufwirtschaft Kreislaufwirtschaftsstrategie Kritische Rohstoffe Maschinen- und Anlagenbau NRW Recycling Resilienz Ressourcenschonung Rohstoffe Wertschöpfung Wettbewerbsfähigkeit
Mehr erfahren
Prof. Dr. Gernot Hochleitner hat seit April 2026 die Professur für ressourceneffiziente Produkt- und Prozessentwicklung an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena inne. Zuvor leitete er am SKZ die Forschungsgruppe thermische Fügetechnologien mit Schwerpunkt auf Kunststoffschweißverfahren und Direktfügen.
01.10.2026

Nachhaltige Kunststofffügetechnik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) stärkt Forschung und Lehre rund um ressourceneffiziente Produktionsprozesse und nachhaltige Kunststofftechnik. Seit dem 1. April...

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffe Kunststofffügen Leichtbau Nachhaltigkeit Polymere Produktionskreislauf Produktionsprozesse Ressourceneffizienz Rezyklate
Mehr erfahren
DVS Group
28.09.2026

Finalist für das IGF-Projekt des Jahres 2026

Das Projekt „NbC-basierte Hartmetallzusammensetzungen als strategischer Werkstoffersatz für WC-Co in der Oberflächentechnik“ der Forschungsvereinigung Schweißen und verwa...

Automobilindustrie Beschichtungen Bremsscheiben Forschungsvereinigung IGF Industrielle Gemeinschaftsforschung KMU Kritische Rohstoffe Niobcarbid Oberflächentechnik Thermal Spray Bulletin TSB Verschleißschutz
Mehr erfahren