Award
© Bundesverband Metall
17.04.2022

Deutschlands beste Metallgestalter ausgezeichnet

Deutschlands beste Metallgestalter in Online-Live-Preisverleihung ausgezeichnet

Auch in 2022 musste die Preisverleihung im Wettbewerb „Die Gute Form – Gestaltung im Metallhandwerk“ online durchgeführt werden. Am 08.04.2022 konnten vier Bundessieger geehrt werden. Michael Stratmann, der die Preisverleihung als Jurymitglied und Vorsitzender der Bundesfachgruppe Metallgestaltung moderierte, zeigte sich begeistert von der hohen Qualität der Arbeiten.

„Die Themen für die Prüflinge wiederholen sich naturgemäß und so ist in diesem Jahr das Thema „Leuchte“ erneut stark vertreten. Umso erstaunlicher ist es, welche Vielfältigkeit und differenzierten Lösungen mit den Abschlussstücken präsentiert wurden“, so Stratmann.

Sieger in der Fachrichtung Metallgestaltung wurde Martin Larasser (Ausbildungsbetrieb Peter Michael Reich, Bayern). Der 2. Platz ging an Jonah Paul Schefels (Ausbildungsbetrieb Metallgestaltung Stratmann, Essen, NRW). Den 3. Platz belegte Richard Bichlmaier (Ausbildungsbetrieb Bergmeister Kunstschmiede aus Ebersberg, Bayern).

Sieger in der Fachrichtung Konstruktionstechnik wurde Luis Behr (Ausbildungsbetrieb Michael Lingenfelder Metallverarbeitung, Germering, Bayern).

Die Preisträger und ihre Werkstücke

Fachrichtung Metallgestaltung

Martin Larasser (Bayern)

Den ersten Preis erhält Martin Larasser für ein Lichtobjekt. Mit hoher Präzision, einer enormen Konsequenz sowie mit technisch raffinierten Details, die sich allerdings nicht in den Vordergrund spielen, hat Martin Larasser eine Leuchte als Lichtobjekt konzipiert, gestaltet und realisiert. Dieses Objekt verblüfft laut Jury in sei-ner Vielseitigkeit der Ausrichtungsmöglichkeiten und muss sehr genau betrachtet werden, um zu verstehen, wie die vielfältigen Stellungen der einzelnen Abschnitte zustande kommen. Urteil der Jury: „Das Stück zeigt in der Idee, dem Konzept und in seiner Originalität eine hohe Gestaltungs- und Funktionsqualität bei gleichzeitiger hervorragender Realisation.“

Jonah Paul Schefels (Nordrhein-Westfalen)

Der zweite Preis geht an Jonah Paul Schefels für eine mobile Gedenkstätte in einer stark reduzierten, einfachen Form. Urteil der Jury: „Dem Anspruch, diese Arbeit mobil zu halten, entspricht in lobenswerter Weise die ausgeprägte Verbindungstechnik, die es erlaubt, das Stück mit einfachen Handgriffen auseinander zu nehmen und an anderer Stelle wieder zusammenzusetzen.“ Die Schmiedetechnik sei bestimmend für die Form und somit klar funktionsbezogen angewandt. Die Oberflächen wurden roh belassen, lediglich gewachst. Nur die das Kerzenlicht spiegelnde Schale ist blattvergoldet.“

© Martin Larasser
© Martin Larasser

Richard Bichlmaier (Bayern)

Den dritten Preis erhält Richard Bichlmaier für ein Lichtobjekt. Dieses Objekt erzeugt eine starke raumprägende Licht-Schatten-Wirkung, die im Kontext mit dem Objekt geradezu sakral anmutet. Technisch raffiniert ist ein inneres System, drehbar gelagert und so angeordnet, dass die aus den versetzten Quadraten der äußeren Schale entstehenden Leerräume geöffnet oder verschlossen werden können. Urteil der Jury: Die Auseinandersetzung mit der Aufgabe, Licht differenziert und mit unterschiedlichen Stimmungen in den Raum zu geben, zeigt in diesem Objekt eine handwerkliche Lösung mit hoher Präzision und Liebe zum Detail.

Fachrichtung Konstruktionstechnik

Platz 1: Luis Behr (Bayern)

Luis Behr erhält den ersten Preis im Bereich Konstruktionstechnik für ein Lichtobjekt. Ein Stahlwürfel, interessant geteilt und öffenbar, beherbergt ein kostbares Inneres – das Licht. Verstärkt durch die Vergoldung der Innenfläche, wird die Bedeutsamkeit und der Wert des Lichtes verstärkt und erhöht. Eine sehr pragmatische Lösung der Feststellung mittels eines Magneten erlaubt es, den als Deckel wirkenden Teil des Würfels in jedweder Stellung von „Zu“ bis „maximale Öffnung“ sicherzustellen. Hohe Gestaltungsqualität, konsequente Umsetzung sowie eine präzise Ausführung rechtfertigen laut Juryurteil diesen 1. Preis.

Zum Wettbewerb

Zum Bundeswettbewerb wurden zehn junge Metallgestalter zugelassen. Ihre Stücke werden in einem Katalog veröffentlicht. Ein Video mit Detailaufnahmen der Siegerstücke wird u.a. auf youtube und Instagram veröffentlicht.

© Luis Behr
© Luis Behr

Der Wettbewerb „Die Gute Form“ wird organisiert vom Zentralverband des deutschen Handwerks und umfasst alle Berufsbereiche der Produktion, also Steinmetze wie Tischler, Schmuckgestalter wie Metallgestalter etc. In „normalen Zeiten“ werden die Exponate auf der IHM in München ausgestellt. Ziel des Wettbewerbs ist die ästhetische Qualität von Produkten des Handwerks in der Ausbildung zu fördern und die schöpferische Fantasie sowie die Entwicklung zeitgerechter Produktlösungen mit traditionellen oder neuen Werkstoffen anzuregen. Unter anderem gilt es, die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Formgebung in der handwerklichen Ausbildung aufmerksam zu machen und für die Berufsbilder zu werben. Der Wettbewerb wird in vier Stufen, und zwar auf der Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene durchgeführt.

(Quelle: Presseinformation der WBG – Wirtschaftsberatungsgesellschaft des Metallgewerbes mbH)

Schlagworte

GestaltungKonstruktionKonstruktionstechnikMetallgestaltungMetallhandwerk

Verwandte Artikel

16.08.2026

Vernetzter CNC-Werkzeugschrank digitalisiert die Werkzeuglogistik

Die Hoffmann Group stellt auf der AMB 2026 einen vernetzten CNC-Werkzeugschrank der Marke Garant vor. In Verbindung mit der digitalen Werkzeugverwaltung Connected Manufac...

CNC-Maschinen Fertigung Konstruktion Logistik Maschinenpark Werkzeuge
Mehr erfahren
Nils Meyer (rechts) und Projektmitarbeiter Julian Greif entwickeln ein KI-Tool für die Bauteilentwicklung im Spritzguss.
14.08.2026

KI beschleunigt Berechnungen für den Spritzguss um Faktor 100

Viele Kunststoffprodukte – vom Gehäuse eines Akkuschraubers bis zum Zahnbürstengriff – werden im Spritzgussverfahren hergestellt. Dabei wird geschmolzener Kunststoff in e...

Bauteile Fertigung Konstruktion Kunststoff Kunststoffprodukte Simulation Spritzguss
Mehr erfahren
Teilnehmer an der Vorstandssitzung (v.l.n.r.): Christian Flüss, Stephan Draack, Peter Maxisch, Axel Graupe, Willi Seiger, Heiner Dresrüsse
05.08.2026

Fachverband Metall NW legt Schwerpunkte für das Metallhandwerk fest

Der Vorstand des Fachverbandes Metall NW hat auf seiner Sommersitzung 2026 die strategischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre festgelegt. Dazu zählen die Unterstützun...

Ausbildung Berufsorientierung DIN EU-Maschinenverordnung Handwerk Maschinenverordnung Metall Metallhandwerk Norm Normen TIG
Mehr erfahren
10.07.2026

Wirtschaftliche Lage im Metallhandwerk bleibt herausfordernd

Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 bleibt die Lage im Metallhandwerk angespannt. Grund dafür sind unter anderem rückläufige Auftragsbestände, von denen etwa jedes zweite...

Auftragslage Bürokratieabbau Feinwerkmechaniker Investitionen Metallbauer Metalle Metallhandwerk Wirtschaftliche Lage
Mehr erfahren
voestalpine Stahlwelt – Der Grid
29.06.2026

Die voestalpine Stahlwelt als Erlebnisraum der Zukunft

Die neue voestalpine Stahlwelt zeigt nicht nur, wie Stahl entsteht, sondern auch, was Stahl heute leistet.  Der Ausstellungsraum in Linz verbindet Technologie, Mensch und...

Architektur Hochfester Stahl Konstruktion Schweißen Technologie
Mehr erfahren