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15.02.2026

Digitale Informationszwillinge für maximale Verfügbarkeit in der Energieerzeugung

Durch valide Informationsbasis Ausfallzeiten reduzieren

Heute stehen der Betrieb und die Instandhaltung von Energieanlagen vor fundamentalen Herausforderungen: Ungeplante Ausfälle, zunehmende Komplexität von technischen Systemen und der demographisch bedingte Verlust von Erfahrungswissen führen zu verlängerten Stillstandzeiten und höheren Risiken. Vor diesem Hintergrund rückt der digitale Informationszwilling als effektives Instrument zur Verkürzung von Ausfallzeiten in den Fokus der Praxis.

Ein solcher Informationszwilling erweist sich als eine umfassende digitale Abbildung der realen Energieanlage, die sämtliche Informationen über die verfahrensrelevanten Komponenten und die technische Dokumentation in einer webbasierten Plattform integriert. „Diese digitale Darstellung ermöglicht es, Anlagen nicht nur virtuell zu betrachten, sondern aktiv in Planungs-, Analyse- und Betriebsprozesse einzubeziehen. Als Single-Source-of-Truth liefert der Informationszwilling eine valide, stets aktuelle Datengrundlage, die entscheidend für schnelles und sicheres Handeln während Stillständen ist“, zeigt Hans Karl Preuß, Geschäftsführer der GABO IDM, auf.

Zentralisierung von Wissen zur Überwindung personeller Abhängigkeiten

In der Entkopplung des Wissens von einzelnen Personen liegt ein zentraler Hebel zur Reduktion von Ausfallzeiten. In vielen Altanlagen bleibt Fachwissen oft nur im Gedächtnis einzelner erfahrener Mitarbeiter gespeichert, die das Unternehmen irgendwann verlassen. Der digitale Informationszwilling konserviert dieses implizite Know-how digital und macht es projekt- und unternehmensweit zugänglich. „Dies ermöglicht nicht nur eine schnellere Reaktion im Störfall, sondern erleichtert zugleich den Wissenstransfer an jüngere Mitarbeitergenerationen und mindert die Risiken des demographischen Wandels“, so Preuß. Die webbasierte Zugänglichkeit der vollständigen technischen Dokumentation im Informationszwilling verbessert zudem die operative Handlungsfähigkeit erheblich. Technische Pläne, R&I-Fließbilder und begleitende Dokumente sind jederzeit ortsunabhängig verfügbar. Dies erlaubt eine präzise Bewertung der Ist-Situation und beschleunigt die Planung notwendiger Maßnahmen. Eine zentrale, stets aktuelle Dokumentationsbasis verhindert Verzögerungen, die in traditionellen papierbasierten oder fragmentierten Informationssystemen unvermeidlich vorkommen.

Digitale Verfügbarkeit technischer Dokumentation als Zeitfaktor

Als ein weiterer wesentlicher Bestandsteil erweist sich die digitale Freischaltungsplanung im intelligenten R&I. Dabei lassen sich Freischaltprozesse, Arbeitsanweisungen und das Freigabeverfahren digital abbilden und miteinander verknüpfen. Durch diese Digitalisierung kann der gesamte Freischaltungsprozess – von der Planung über die Durchführung bis zur Dokumentation – wesentlich effizienter und sicherer ablaufen. Die Verknüpfung der technischen Informationen mit den Freischaltvorgängen reduziert Fehlerquellen und beschleunigt Routine- wie auch außergewöhnliche Arbeiten. „Die Transformation papierbasierter Abläufe in digitale Workflows bringt Zeitgewinne und steigert gleichzeitig die Sicherheit. Durch automatisierte, digitale Genehmigungsverfahren lassen sich Abläufe standardisieren und dokumentieren, was Fehler vorbeugt und die Nachvollziehbarkeit von Maßnahmen verbessert“, erläutert Preuß. In Situationen mit hohem Druck – etwa bei ungeplanten Stillständen – reduziert sich durch diese Standardisierung der Stress und das Risiko von Fehlentscheidungen sinkt.

Wandel in der betrieblichen Kultur

Gleichzeitig schafft der Informationszwilling die Voraussetzung für eine nahtlose Integration in bestehende Betriebsführungs- und Instandhaltungssoftware wie etwa ERP-Systeme und bietet somit Anknüpfungspunkte für weiterführende Konzepte wie Predictive Maintenance. Schließlich stellt die digitale Nutzung des Informationszwillings einen Wandel in der betrieblichen Kultur dar: Weg von lokalen, personengebundenen Informationen hin zur vernetzten, digital unterstützten Betriebsführung“, erklärt der Experte. Diese Transformation führt zu einer höheren Effizienz in Instandhaltungsprozessen, reduziert Reaktionszeiten bei Störungen und verbessert insgesamt die Anlagenverfügbarkeit. Zusammengefasst zeigt sich, dass digitale Informationszwillinge weit mehr als digitale Dokumentenarchive darstellen. Sie fungieren als integrative Plattform, die Wissen, Prozesse und technische Informationen in einer nachvollziehbaren, zugänglichen und leicht nutzbaren Form zusammenführt. „In Energieanlagen tragen sie so entscheidend dazu bei, Ausfallzeiten zu minimieren, Prozesse zu standardisieren und die Resilienz gegenüber ungeplanten Ereignissen zu erhöhen“, führt Preuß abschließend an.

Weitere Informationen über die Gabo IDM

(Quelle: Gabo IDM)

Schlagworte

AnlagenBildungDigitalisierungDINEnergieerzeugungInstandhaltungStandardisierungStillstandzeit

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