Award
Dr. René Stangenberg (Simona AG, links) gratuliert Dominik Uhl zum SKZ-Nachwuchspreis - © Luca Hoffmannbeck, SKZ
19.07.2026

Dominik Uhl gewinnt Nachwuchspreis

Dominik Uhl hat für seine Masterarbeit zum Thema „Entwicklung von biobasierten duroplastischen Formmassen auf Basis ungesättigter Polyesterharze“ den SKZ-Nachwuchspreis 2026 gewonnen. Bereits seit 2013 verleiht das Würzburger Kunststoff-Institut die Auszeichnung jährlich, um herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu würdigen.

Masterarbeit zur Entwicklung biobasierter Duroplaste überzeugte die Jury

Die Arbeit erhielt sowohl von der Hochschule als auch vom SKZ die Bewertung 1,0. Der mit 2.000 Euro dotierte Nachwuchspreis zeichnet wissenschaftliche Arbeiten mit besonderer Relevanz für Industrie und Gesellschaft aus. Sponsor des Preises ist in diesem Jahr die Simona AG.

Strenge Bewertungskriterien – überzeugende Leistung

„Bewertungskriterien sind Wissenschaftlichkeit, industrielle und gesellschaftliche Relevanz, Verwertungsaussichten sowie Qualität der Ausarbeitung“, erklärt Dr. Johann Erath, Innovations- und Technologietransfermanager am SKZ und Organisator des Nachwuchspreises. Dominik Uhl habe in seiner Arbeit in sämtlichen Punkten überzeugt.

Neue Ansätze für nachhaltige Hochleistungswerkstoffe

Dominik Uhl entwickelte in seiner Masterarbeit neuartige, beinahe vollständig biobasierte duroplastische Formmassen auf Basis teilkristalliner ungesättigter Polyesterharze für den Spritzguss. Dafür synthetisierte und charakterisierte er innovative biobasierte Harzsysteme, kombinierte sie mit Naturfasern und Additiven und optimierte die Rezepturen so, dass mechanische Eigenschaften auf Wettbewerbsniveau erreicht werden konnten. Die Arbeit entstand im Rahmen des Projekts BioDurInject am SKZ.

Die Arbeit liefert wichtige neue Erkenntnisse zu Struktur-Eigenschafts-Beziehungen und zeigt, dass nachhaltigere, biobasierte Alternativen für die bislang schwer recycelbaren Duromere möglich sind. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung umweltfreundlicher Werkstoffe in industriellen Anwendungen.

Faserverstärkte Duromere werden aufgrund ihrer hohen Beständigkeit und ihren exzellenten mechanischen Eigenschaften für hochanspruchsvolle Bauteile eingesetzt, unter anderem in der Automobil-, Bau- und Maschinenbauindustrie. Im Gegensatz zu Thermoplasten lassen sie sich jedoch bislang kaum recyceln – ein zentrales Nachhaltigkeitsproblem, das die Arbeit durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe adressiert.

Wissenschaftliche Tiefe und Innovationspotenzial

„Durch die Arbeit gelangen wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Struktur-Eigenschafts-Beziehungen teilkristalliner UP-Harze sowie zum Verhalten verschiedener Naturfaserarten“, so Dr. Johannes Rudloff, Bereichsleiter Materialentwicklung, Compoundieren und Extrudieren und Vorgesetzter von Dominik Uhl am SKZ. Die außergewöhnlich hohe inhaltliche und wissenschaftliche Tiefe schaffe beste Voraussetzungen für weiterführende innovative Entwicklungen auf diesem Gebiet, so Rudloff weiter. Aus diesem Grund habe er ihn auch für den Preis nominiert.

Der 24-Jährige studierte Angewandte Materialwissenschaften an der Technischen Hochschule Nürnberg und fand dort seine Begeisterung für die Chemie der Kunststoffe: „Dieses chemische Verständnis konnte ich in meiner Arbeit perfekt nutzen, um UP-Harze zielgerichtet zu synthetisieren. Dabei durfte ich an einem Thema arbeiten, das mir persönlich sehr viel Spaß gemacht hat und das mich auch fachlich enorm weitergebracht hat.“

Dominik Uhl ist bereits seit über einem Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschung in der Gruppe Vernetzte Materialien am SKZ eingestellt und entwickelt momentan das chemische Recycling von Siliconen. Zukünftig möchte er sich auch wieder verstärkt seinem Herzensthema widmen: der Erforschung innovativer Duromere.

(Quelle: FSKZ e. V.)

Schlagworte

AutomobilindustrieBauindustrieDuromereFügen von MetallenJoining PlasticsKunststoffMaschinenbauNachwuchsförderungPolyesterharzeRecyclingSpritzguss

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