Technologien
© Steigerwald Strahltechnik GmbH
25.11.2024

Elektronenstrahlschweißen – Ein innovatives Verfahren für Forschung und Industrie

Elektronenstrahlschweißen – Ein innovatives Verfahren für Forschung und Industrie

Das Elektronenstrahlschweißen gilt als unverzichtbare Technologie, wenn höchste Präzision und Effizienz gefragt sind – sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der industriellen Fertigung. Die genaue Steuerung des Elektronenstrahls erlaubt es, äußerst präzise Schweißnähte zu erzeugen. Besonders bei filigranen Bauteilen und dünnen Materialien ermöglicht das Verfahren eine exakte Schweißnahtführung, die nur minimalen Wärmeeintrag in das Material verursacht und somit Verformungen reduziert. Diese Präzision ist für Branchen mit hohen Qualitätsanforderungen unerlässlich. Steigerwald Strahltechnik (SST) ist mit seinen innovativen Elektronenstrahlanlagen führend in diesem Bereich und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen.

Elektronenstrahlschweißen in der Grundlagenforschung – Einsatz am CERN und beim TWI in Cambridge

SST setzt seit vielen Jahren auf enge Kooperationen mit führenden Forschungszentren und Universitäten, darunter das Forschungszentrum Jülich und das Institut für Schweiß- und Fügetechnik an der RWTH Aachen. Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit mit der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), dem weltweit größten Zentrum für physikalische Grundlagenforschung.

Am CERN werden Hohlraumresonatoren (Kavitäten) aus Niob und Kupfer hergestellt, die im Large Hadron Collider (LHC) für die Beschleunigung von Teilchen und damit zur Erforschung der „Bausteine der Welt“ benötigt werden.

Hohlraumresonator (Kavität) für Linearbeschleuniger. - © Steigerwald Strahltechnik GmbH
Hohlraumresonator (Kavität) für Linearbeschleuniger. © Steigerwald Strahltechnik GmbH

Für diese Kavitäten, deren Herstellung extrem präzise Schweißverbindungen erfordert, entwickelte SST ein spezielles Elektronenstrahlschweißverfahren. Mit einem 90°-Ablenksystem (EBOBend) kann die Kavität von innen nach außen geschweißt werden. Durch diese Technik entstehen extrem glatte Oberflächen, wodurch die Kavität wesentlich präziser arbeiten kann als das bislang der Fall war.

Nicht nur das CERN, sondern auch das TWI in Cambridge nutzt das 90°-Ablenksystem von SST. Das TWI ist eine international führende Forschungs- und Technologieorganisation im Vereinigten Königreich und zeigt mit diesem Elektronenstrahlschweißverfahren neue industrielle Lösungen auf.

90-Grad-Ablenker EBOBend von SST. - © Steigerwald Strahltechnik GmbH
90-Grad-Ablenker EBOBend von SST. © Steigerwald Strahltechnik GmbH
Die Herstellung von Bipolarplatten am Fraunhofer IWU

Beim Fraunhofer IWU revolutioniert das Elektronenstrahlschweißen die Fertigung von Bipolarplatten. Diese speziellen Platten sind zentrale Bauteile in Elektrolyseuren und Brennstoffzellen und damit ein wesentlicher Baustein hin zur CO2-neutralen wasserstoffbasierten Umstellung der Energiewirtschaft.

Die dortige Elektronenstrahlmaschine von SST hat somit einen bedeutenden Anteil an der Förderung der Wasserstofftechnologie, die für eine nachhaltige und umweltfreundliche Energiezukunft entscheidend ist. Im Rahmen der Referenzfabrik.H2 des Fraunhofer IWU wird die Technologie weiterentwickelt, um ab 2025 in die Kleinserienfertigung zu gehen und die industrielle Massenproduktion von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen zu ermöglichen.

Ausblick

Das Elektronenstrahlschweißen zeigt weiterhin großes Potenzial, ob in der Grundlagenforschung oder in der Produktion. Angesichts des Trends zur Digitalisierung und Automatisierung können durch den Einsatz von KI-gestützter Prozessüberwachung im Elektronenstrahlschweißen zukünftig weitere Effizienzgewinne und Qualitätssteigerungen erzielt werden.

Insgesamt beweist das Elektronenstrahlschweißen, dass es als Sonderschweißverfahren nicht nur in der Lage ist, höchsten Anforderungen gerecht zu werden, sondern auch die Zukunft der Fertigungstechnik aktiv mitzugestalten.

Weitere Informationen erhalten sie hier:

Mehr erfahren

(Quelle: Presseinformation der Steigerwald Strahltechnik GmbH)

Moderne Elektronenstrahlmaschine von Steigerwald Strahltechnik. - © Steigerwald Strahltechnik GmbH
Moderne Elektronenstrahlmaschine von Steigerwald Strahltechnik. © Steigerwald Strahltechnik GmbH

Schlagworte

ElektronenstrahlschweißenSchweißtechnik

Verwandte Artikel

Erfahrungsaustauch am ifw Jena
DVS Group
27.03.2026

DVS gründet Netzwerk für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung

„CONNECT HLB“ – so lautet der Name für das neu gegründete Netzwerk des DVS für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung von metallischen Werkstoffen.

Handgeführtes Laserstrahlschweißen Handheld Laser Beam HLB Laserstrahl Laserstrahlmaterialbearbeitung Laserstrahlschweißen Netzwerk Normen Regelwerke Schweißtechnik Technologie
Mehr erfahren
18.03.2026

Online-Seminar: Aktuelles Regelwerk im Klartext

Am 20. März 2026 findet das Online-Seminar der SLV Nord über die Neufassungen der DIN EN ISO 15614-11 und DIN EN ISO 17662 sowie ein Jahresüberblick 2026 statt.

DIN-Normen Kalibrierung Normen Regelwerk Schweißtechnik Strahlschweißen Validierung Verifizierung
Mehr erfahren
15.03.2026

Rückblick: Technologietag Audio Intelligence for Production

Wie können Maschinen lernen zu hören – und dadurch Produktionsprozesse intelligenter, effizienter und robuster machen? Dieser Frage widmete sich der Technologietag „Audio...

Automatisierung Forschung Frästechnik Messtechnik Metallverarbeitende Industrie Metallverarbeitung Qualitätssicherung Schweißen Schweißtechnik Sensorik
Mehr erfahren
innovative Schweißtechnik und Schweißrobotik live erleben
DVS Group
12.03.2026

Zukunft Schweißtechnik im Erzgebirge

Am 19.3.2026 findet im Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH in Schwarzenberg eine Veranstaktung zum Thema Zukunft Schweißtechnik im Erzgebirge statt.

Automatisierung Fachkräfte KMU Robotik Schweißen Schweißroboter Schweißtechnik
Mehr erfahren
V. l. Dr. Jennifer Plath (Vorstand Stiftung Jugend forscht e.V.), Dr. Katja Pähle (Vorsitzende SPD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt), Jürgen Böhm (Bildungsstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt), Steffen Wagner (Geschäftsführer SLV Halle GmbH), Harald Adler (Wettbewerbsleiter Regionalwettbewerb) vorn: Vincent Keller und Anna Vetterke
08.03.2026

Interview mit Dr. Jennifer Plath von der Stiftung Jugend forscht

Im Interview spricht Dr. Jennifer Plath über Nachwuchsförderung, die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und den Übergang von Schule in technische Berufe.

Industrie Interview Jugend forscht MINT Nachwuchsförderung Schweißen Schweißtechnik Technische Berufe Virtuelles Schweißen Wettbewerb
Mehr erfahren