Praxistipp
01.04.2020

Gut zu wissen: Der Stammbaum des Schutzgasfügens

GUT ZU WISSEN: DER Stammbaum des Schutzgasfügens  

Der unten im Bild dargestellte Stammbaum des Schutzgasfügens zeigt die Einteilung dieser Verfahrensgruppe in die vielfältigen Verfahrensvarianten.

Beim Schutzgasfügen erfolgt zunächst die Unterteilung in zwei Verfahrensbereiche:

  1. „Metall-Schutzgasschweißen“ (MSG) und
  2. „Wolfram-Schutzgasschweißen“ (WSG).

Die Bereiche unterscheiden sich darin, dass bei den Varianten des Metall-Schutzgasschweißens die Drahtelektrode abschmilzt, die Wolframelektrode im Bereich des Wolfram-Schutzgasschweißens jedoch nicht.

Im Metall-Schutzgasschweißen unterteilen sich die Schutzgasverfahren im nächsten Schritt nach den Eigenschaften des jeweils verwendeten Schutzgases. Dies sind entweder inerte, also reaktionsträge Gase beim Metall-Inertgasschweißen (MIG) oder aktive Schutzgase beim Metall-Aktivgasschweißen (MAG).

Bei den Schutzgasschweißverfahren mit abschmelzender Wolframelektrode kommen hauptsächlich das Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) und das Wolfram-Plasmaschweißen (WP) zum Einsatz.  

© DVS Media GmbH
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Das Metall-Aktivgasschweißen kann entweder mit Mischgas (MAG-M) oder Kohlendioxid (MAG-C) durchgeführt werden. Je nach Schutzgas und Schweißparametern stellen sich beim Schweißen die unterschiedlichen Lichtbogenarten ein: Beim Schweißen mit Mischgas sind dies entweder ein Impulslichtbogen (p), ein Sprühlichtbogen (s), ein Übergangslichtbogen (ü) oder ein Kurzlichtbogen (k). Beim Schweißen mit Kohlendioxid sind es entweder ein Kurzlichtbogen oder ein Langlichtbogen (l).

Einen eigenen Zweig des Metall-Schutzgasschweißens bildet das Metall-Schutzgaslöten (MSG-L). Es wird üblicherweise an Feinblechen eingesetzt. Durch die niedrige Schmelztemperatur des Lots wird eine geringe thermische Belastung der Bauteile erreicht. Der Grundwerkstoff wird dabei nicht aufgeschmolzen, und es sind üblicherweise keine Flussmittel erforderlich.


Eine Kurzfassung dieses Textes, verfasst von Dipl.-Ing. Holger Specht, wurde in DER SCHWEISSER, Ausgabe 1/2020 veröffentlicht.

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