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31.10.2021

IFR legt World Robotics Report 2021 vor

IFR legt World Robotics Report 2021 vor

Die Anzahl der Industrie-Roboter ist in den Fabriken weltweit um 10 Prozent auf einen neuen Rekord von rund 3 Millionen Einheiten angestiegen – das berichtet die International Federation of Robotics im neuen Jahrbuch „World Robotics 2021“. Trotz der globalen Pandemie stieg der Absatz neuer Roboter mit 0,5 Prozent im Jahr 2020 leicht an: Weltweit wurden insgesamt 384.000 Einheiten ausgeliefert. Die positive Marktentwicklung in China hat den positiven Trend der Gesamtbilanz vorangetrieben und den Rückgang in anderen Märkten ausgeglichen. 2020 war nach 2018 und 2017 das dritterfolgreichste Jahr in der Geschichte der Robotikbranche.

„Den konjunkturellen Tiefpunkt in der Covid-19-Zeit haben die Volkswirtschaften in Nord-Amerika, Asien und Europa nicht im gleichen Zeitraum durchlebt“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „In der chinesischen Fertigungsindustrie begannen die Auftragseingänge und Produktionsraten bereits im zweiten Quartal 2020 wieder an Fahrt aufzunehmen. Die nordamerikanische Wirtschaft erholte sich anschließend in der zweiten Jahreshälfte 2020 und Europa folgte noch etwas später.“

„Der Robotikmarkt wird sich weltweit stark erholen: Wie rechnen 2021 mit einem Wachstum von rund 13 Prozent auf 435.000 Einheiten – das Rekordniveau von 2018 wäre damit übertroffen“, berichtet Milton Guerry. „Für Nord-Amerika wird ein Anstieg um 17 Prozent auf fast 43.000 Einheiten prognostiziert. Die Installationen in Europa werden voraussichtlich um 8 Prozent auf fast 73.000 Einheiten steigen. In Asien dürfte die 300.000-Einheiten-Marke überschritten und das Vorjahresergebnis um 15 Prozent übertreffen werden. Für fast alle südostasiatischen Märkte werden bis 2021 zweistellige Wachstumsraten erwartet.“

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Europa

In Europa gingen die Installationen von Industrierobotern 2020 um 8 Prozent auf 67.700 Einheiten zurück. Damit war der Robotikmarkt das zweite Jahr in Folge rückläufig, nach einem Höchststand von 75.560 Einheiten im Jahr 2018. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie sank um weitere 20 Prozent, während die Installationen in der allgemeinen Industrie um 14 Prozent stiegen.

Deutschland zählt zu den fünf größten Robotermärkten weltweit (China, Japan, USA, Korea, Deutschland) und verzeichnete einen Anteil von 33 Prozent an den Gesamtinstallationen in Europa. Es folgten Italien mit 13 Prozent und Frankreich mit 8 Prozent.

Die Zahl der installierten Roboter in Deutschland blieb im Jahr 2020 bei rund 22.300 Einheiten. Dies ist die dritthöchste Installationszahl aller Zeiten – ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass das Jahr 2020 von der Pandemie geprägt war. Angetrieben durch ein starkes Auslandsgeschäft erholt sich die deutsche Robotikindustrie. Der Heimatmarkt dürfte langsam wachsen, hauptsächlich gestützt durch die Nachfrage nach kostengünstigen Robotern in der allgemeinen Industrie und außerhalb der Fertigung.

In Großbritannien stiegen die Installationen von Industrie-Robotern 2020 um 8 Prozent auf 2.205 Einheiten. Die Automobilindustrie stieg um 16 Prozent auf 875 Einheiten – das entspricht 40 Prozent des Absatzes im Vereinigten Königreich. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie verdoppelte ihre Installationen fast von 155 Einheiten im Jahr 2019 auf 304 Einheiten im Jahr 2020 (+ 96 Prozent). Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hatte einen hohen Anteil an ausländischen Arbeitskräften, häufig aus Osteuropa, und steht vor einem massiven Arbeitskräftemangel. Die anhaltenden Covid-19-Reisebeschränkungen sind ein Grund und der Brexit ein weiterer. In den Jahren 2021 und 2022 wird die Nachfrage laut Prognose stark mit zweistelligen Prozentraten wachsen. Durch einen massiven Steueranreiz wird die Modernisierung der britischen Fertigungsindustrie angekurbelt. Die neu installierten 2.205 Einheiten im Vereinigten Königreich aus dem Jahr 2020 sind etwa zehnmal weniger als die Auslieferungen in Deutschland (22.302 Einheiten), etwa viermal weniger als in Italien (8.525 Einheiten) und weniger als die Hälfte an Industrie-Robotern in Frankreich (5.368 Einheiten).

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Nord-Amerika

Die USA sind mit einem Anteil von 79 Prozent an den Gesamtinstallationen der größte Nutzer von Industrierobotern auf dem amerikanischen Kontinent. Es folgen Mexiko mit 9 Prozent und Kanada mit 7 Prozent. Im Jahr 2020 gingen die Neuinstallationen in den Vereinigten Staaten um 8 Prozent zurück. Nach acht Jahren Wachstum war dies das zweite Jahr in Folge mit einem Minus. Während die Automobilindustrie im Jahr 2020 deutlich weniger Roboter nachfragte (10.494 Einheiten, - 19 Prozent), stiegen die Installationen in der Elektro-/Elektronikindustrie um 7 Prozent auf 3.710 Einheiten. Der operative Bestand in den Vereinigten Staaten stieg seit 2015 um 6 Prozent CAGR.

Die Gesamtprognosen für den nordamerikanischen Markt sind sehr positiv. Derzeit läuft bereits eine starke Erholung und für 2021 kann mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau gerechnet werden. Es wird erwartet, dass die Roboterinstallationen im Jahr 2021 um 17 Prozent steigen werden. Ein Nach-Krisen-Boom wird 2022 und darüber hinaus für zusätzliches Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich sorgen.

Ausblick

Der „Boom nach der Krise“ dürfte 2022 weltweit leicht abklingen. Von 2021 bis 2024 wird mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich gerechnet. Eine Aufholjagd findet 2022 oder 2023 statt – geringfügige Rückgänge können als statistischer Effekt auftreten. Sollten Sondereffekte eintreten, werden sie den allgemeinen Wachstumstrend nicht brechen. Die historische Marke von 500.000 weltweit installierten Roboter-Einheiten pro Jahr wird voraussichtlich im Jahr 2024 erreicht werden.

(Quelle: Presseinformation der IFR – International Federation of Robotics)

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