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Mit der Greiftechnologie ADHESO folgt SCHUNK dem Vorbild der Natur und zeigt, dass Flächengreifsysteme der Zukunft auch ohne externe Energie auskommen können. - © SCHUNK
22.01.2022

IKU: 21 Projekte für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2022 nominiert

IKU: 21 Projekte für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2022 nominiert

Innovationen sind der Motor unserer Wirtschaft. Unternehmerinnen und Unternehmer können so mit ihrem Mut zu neuen Herausforderungen, Geschäfte und Märkte beeinflussen. Mit dem Deutschen Innovationspreis würdigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Engagement von Wirtschaft und Forschung für Klima- und Umweltschutz. Um das Preisgeld von insgesamt 175.000 Euro haben sich 150 Unternehmen mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen beworben. 21 davon wurden von der Expertenjury nominiert.

Der Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Oliver Krischer: „Die vielen Einreichungen zeigen das enorme Potenzial in den Bereichen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft oder Ressourcenschonung, das mit guten Ideen noch gehoben werden kann! Es freut mich zu sehen, dass immer mehr Unternehmen bereit sind, ihren Beitrag für Klima und Umwelt zu leisten. Der IKU lenkt seit vielen Jahren die Aufmerksamkeit auf Technologien, Produkte und Dienstleistungen, die einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leisten können.“

Bei der insgesamt achten Runde des IKU waren erneut Bewerbungen zu Kategorien wie Prozesse für den Klimaschutz, Kooperation mit Entwicklungs- und Schwellenländern oder umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen möglich. Die hochrangig besetzte Jury unter Leitung von Prof. Ottmar Edenhofer (unter anderem Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)) traf ihre Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Bewertungen durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.

Hartschaumkomponente MDI für die energieeffizientere Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten. - © Covestro AG
Hartschaumkomponente MDI für die energieeffizientere Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten. © Covestro AG

ZEISS PerformanceFit der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH (Oberkochen) bietet eine umfassende Nach- bzw. Umrüstlösung für Koordinatenmessgeräte und trägt damit zur Ressourcenschonung bei. Durch die Umrüstung wird die neueste Sensortechnologie nutzbar, die Lebenszeit der Geräte wird um mindestens zehn Jahre verlängert und der Energiebedarf (Strom, Druckluft) wird reduziert.

Mit der AdiP-Technologie hat die Covestro AG (Leverkusen) die Herstellung von Methylendiphenylisocyanat (MDI), einer wichtigen Komponente von Polyurethanschäumen, deutlich effizienter gemacht. In einem kompakten Reaktor wurde die Raum-Zeit-Ausbeute erhöht, so dass der Dampf- und Strombedarf um bis zu 40 bzw. 25 Prozent gesenkt werden konnte. Der CO2-Ausstoß wird dadurch um bis zu 35% verringert.

Mit EcoPaintJet hat die Dürr Systems AG (Bietigheim-Bissingen) ein Lackierverfahren erfunden, welches ganz ohne Overspray auskommt. Die Farben werden nicht „vernebelt“ aufgetragen, sondern als voller Strahl. Dadurch ergeben sich zahlreiche Umweltvorteile wie weniger Abfälle, Energieeinsparungen in der Lackierkabine oder geringere Lösemittel- und CO2-Emissionen.

Die von der ENEKA Energie und Karten GmbH (Rostock) entwickelte kartografische Software-Toolbox unterstützt Kommunen bei der Energie- und insbesondere der Wärmeplanung. Durch die Ausrichtung auf Prozesse und Gebäude ermöglicht sie eine enorme Zeitersparnis bei Planungsvorhaben, der Identifizierung von effizienten Maßnahmen und der Erfüllung von Berichtspflichten.

Die prozessorientierte, kartografische Software-Toolbox. Nach dem Motto „Sehen heißt verstehen“ folgt die Nutzeroberfläche strikt einem visuell-kartografischen Ansatz. - © ENEKA Energie und Karten GmbH
Die prozessorientierte, kartografische Software-Toolbox. Nach dem Motto „Sehen heißt verstehen“ folgt die Nutzeroberfläche strikt einem visuell-kartografischen Ansatz. © ENEKA Energie und Karten GmbH

Das KI-gestützte Energiemanagement der etalytics GmbH (Darmstadt) optimiert industrielle Energiesysteme im Betrieb und erzielt dabei Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent. Durch die Kombination lernender Verfahren mit physikalischem Domänenwissen wird ein sehr breites Spektrum von Anwendungsfällen abgedeckt.

Das Fraunhofer Institut UMSICHT (Oberhausen) und das Start-up Volterion (Dortmund) konnten die Kosten für Stacks von Redox-Flow-Batterien um 50 Prozent senken, indem sie Bipolarplatten aus hochgefüllten Thermoplasten entwickelten, welche sie massenproduktionstauglich fertigen und automatisiert zu Batteriestacks verschweißen können.

Die Grundfos GmbH (Erkrath) hat mit iGRID eine Lösung entwickelt, mit der Fernwärmenetze in einzelne Zonen unterteilt werden können. Durch eine intelligente Datenerfassung und -auswertung in Echtzeit lässt sich die Energieversorgung in diesen Zonen gezielter an den Bedarf anpassen und dabei die Temperatur absenken. Durch die Reduzierung der Vorlauftemperaturen können CO2-Emissionen gespart, alternative Energiequellen eingesetzt und die Lebensdauer der Leitungen erhöht werden.

Die HeidelbergCement AG (Heidelberg) bewirbt sich mit ReConcrete-360°, einem Verfahrenskonzept zur Kreislaufwirtschaft von Beton, Zuschlagstoffen, Zement und CO2. Der aus Altbeton abgetrennte Zementstein dient als Ersatz für Kalkstein und als reaktiver Zementbestandteil. Für Deutschland liegt das CO2-Einsparpotential durch dieses Verfahren bei 10 Millionen Tonnen pro Jahr.

Das Ziel von ReConcrete-360° ist es den Wertstoff Kalziumoxid (CaO) zurückzugewinnen und diesen während der Klinker-, Zement- und Betonherstellung wieder in den Stoffkreislauf einzubringen, ohne weiteres CO₂ aus primärem Kalkstein zu emittieren. - © HeidelbergCement AG
Das Ziel von ReConcrete-360° ist es den Wertstoff Kalziumoxid (CaO) zurückzugewinnen und diesen während der Klinker-, Zement- und Betonherstellung wieder in den Stoffkreislauf einzubringen, ohne weiteres CO₂ aus primärem Kalkstein zu emittieren. © HeidelbergCement AG

Heliatek (Dresden) ist es gelungen, dünne, leichte und flexible Solarfolien auf Basis organischer Photovoltaik zur Marktreife zu bringen. Sie zeichnen sich durch einen Carbon Footprint von weniger als 10 g CO2e/kWh, eine Energy Payback Time kleiner drei Monate und eine Carbon Payback Time kleiner sechs Monate aus und zählen somit zu den saubersten Stromerzeugungstechnologien.

Die HOBART GmbH (Offenburg) entwickelte mit CLIMATE-PLUS ein Energiesparsystem für gewerbliche Spültechnik, eine Kombination aus Abwasserwärmerückgewinnung und modernster Wärmepumpentechnologie, welche insgesamt bis zu 70 Prozent der Energie aus dem Abwasser und bis zu 100 Prozent der Energie aus der Abluft dem Spülprozess wieder zuführt.

Das abwasserfreie Droptima-Verfahren von Klink Textile Pflege-Dienste (Salzgitter) spart bei den industriellen Waschprozessen der Jeansproduktion mindestens 85 Prozent Frischwasser, 70 Prozent Chemikalien und 70 Prozent Energie (Photovoltaik). Bei 150 Mio. Jeanshosen, die weltweit monatlich produziert werden, könnten damit 14,1 Mio. m3 Frischwasser eingespart werden.

Die KÜBLER GmbH (Ludwigshafen/Rhein) bietet die Wärmeversorgung für den Neubau und die Modernisierung von Hallengebäuden als Mietmodell an und schafft dadurch für Kundinnen und Kunden eine attraktive Möglichkeit zur Beheizung bzw. energetischen Sanierung ohne eigene Investition. Im Vergleich zur Altanlage können 30 - 70 Prozent Energie, Energiekosten und CO2 eingespart werden.

Herstellung von HeliaSol: Das Herz des Rolle-zu-Rolle-Prozesses ist Thermisches Verdampfen unter Vakuum. - © Heliatek
Herstellung von HeliaSol: Das Herz des Rolle-zu-Rolle-Prozesses ist Thermisches Verdampfen unter Vakuum. © Heliatek

Die Kueppers Solutions GmbH (Gelsenkirchen) bietet mit dem iRecu den weltweit ersten im 3D-Druck hergestellten Serienbrenner mit optimierter Wärmerückgewinnung an. Schon vor der Verfügbarkeit grüner Brennstoffe kann so in industriellen Thermoprozessanlagen 2,2 Mio. t CO2 eingespart werden, im nächsten Schritt mit grünem Wasserstoff über die zweikanalige Gasmischeinheit weitere 13 Mio. t pro Jahr.

Die Kurtz GmbH (Kreuzwertheim) hat mit dem Einsatz von Radiofrequenz-Technologie die Herstellung von Formschaumteilen revolutioniert. Neben großen Einsparungen an Wasser und Energie ist am Verfahren besonders innovativ, dass Biopolymere und zu 100 Prozent recycelter Kunststoff im „Kurtz Wave Foamer“ eingesetzt werden können.

Rund 30 Prozent der Feinstaubemissionen eines Fahrzeugs werden durch Bremsabrieb verursacht. MANN+HUMMEL (Ludwigsburg) hat einen Bremsstaubpartikelfilter entwickelt, der einfach in bestehende Fahrzeugarchitekturen integriert werden kann. Das System beeinträchtigt die Bremsleistung nicht und reduziert die durch Bremsen verursachten Feinstaubemissionen in erheblichem Umfang.

Die Unternehmensinitiative R-Cycle (Troisdorf) verbessert das Recycling fossiler Rohstoffe durch die automatisierte Erfassung recycling-relevanter Produkteigenschaften entlang der Wertschöpfungskette für Kunststoffverpackungen. Gemeinsam haben zwölf Technologieunternehmen und Organisationen die erforderliche technische Infrastruktur für die Datenerfassung auf Basis digitaler Produktpässe aufgesetzt und erste kreislauffähige Pilotprodukte produziert.

Neues Verfahren: Das Verschweißen von Materialperlen erfolgt mittels elektromagnetischer Wellen - © Kurtz GmbH
Neues Verfahren: Das Verschweißen von Materialperlen erfolgt mittels elektromagnetischer Wellen © Kurtz GmbH

SCHUNK (Lauffen) hat in Zusammenarbeit mit dem Start-up INNOCISE einen bionisch inspirierten Greifer entwickelt, der auf dem Prinzip der Adhäsion basiert. Er ermöglicht eine automatisierte Handhabung auch in hygienisch sensiblen Umgebungen oder für empfindliche Werkstücke. Der Greifvorgang selbst benötigt keine zusätzliche Energie, womit etwa im Vergleich zu konventionellen Flächengreifern der Energiebedarf signifikant reduziert wird.

Die auf Flugdrachen basierenden Windkraftanlagen der SkySails Power GmbH (Hamburg) sparen gegenüber herkömmlichen Windkraftanlagen 90 Prozent Material ein, haben eine erhöhte Grundlastfähigkeit und eignen sich besonders für abgelegene Regionen sowie Stark- und Schwachwindgebiete.

Die TFE Energy GmbH (München) ermöglicht mit der Online Plattform VIDA mittels KI und Satellitendaten eine zeit- und kostensparende Planung von Elektrifizierungsprojekten in Entwicklungsländern und katalysierte seit dem Launch im Februar 2021 bereits Investitionen von mehr als 1,5 Milliarden USD in Energy Access Projekte in mehr als 15 Ländern in Afrika und Asien.

Die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG (Leipzig) hat in Indien eine 20-MW-Biomethan-Anlage errichtet. Darin wird Stroh umgesetzt, welches sonst auf den Feldern verbrannt werden würde, wodurch Luftverschmutzung vermieden und CO2-Emissionen gespart werden.

Komponenten eines SkySails Power Airborne Wind Energy Systems. - © SkySails Power GmbH
Komponenten eines SkySails Power Airborne Wind Energy Systems. © SkySails Power GmbH

Die Zasso GmbH (Aachen) bewirbt sich mit Electroherb™, einem Verfahren, das elektrischen Strom anstelle von Herbiziden zur Unkrautbekämpfung nutzt. Die nötige Hochspannung wird in einem patentierten Leistungsmodul moduliert. Das Unkraut wird somit bodenschonend (CO2-Fixierung im Boden) und rückstandslos (keine toxischen Stoffe in der Umwelt) entfernt.

Auf der Webseite www.iku-innovationspreis.de finden Sie weitere Informationen rund um den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt.

(Quelle: Presseinformation des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI)

Schlagworte

KlimaschutzRessourcenschonungUmweltschutz

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