Award
v. l. n. r.: Dr. Claus Schnitzler, Ulrich Berners, Dr. Jochen Stollenwerk, Dr. Lutz Aschke, Gwenn Pallier, Dr. Tobias Dyck, Dr. Oliver Haupt, Kristina zur Mühlen, Dr. Markus Kogel-Hollacher - © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
24.04.2026

Innovationen aus der Lasertechnik für die Industrie

Der Innovation Award Laser Technology 2026, dotiert mit 10.000 Euro, geht an  Dr. Tobias Dyck, Leiter der Business Unit LEAF bei der 4JET microtech GmbH in Alsdorf. Der Arbeitskreis Lasertechnik e. V. verlieh den Preis am 22. April 2026 im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses. Ausgezeichnet wurde das Projekt „LEAF Laser-Riblets – Haifischhaut für eine umweltfreundlichere Luftfahrt“, das sich im Bewerbungsverfahren durchsetzte. Eine internationale Jury aus zehn Experten wählte drei Finalisten aus zahlreichen Einreichungen aus. Rund 350 Gäste aus Industrie, Forschung und Politik nahmen an der feierlichen Preisverleihung teil.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Keynote von Dr. Lutz Aschke, Präsident der European Technology Platform Photonics21. Darin ging er auf die Entwicklungen Europas in der Photonik und Lasertechnik ein, skizzierte Perspektiven für die weitere Entwicklung der Branche und betonte die Bedeutung kontinuierlicher politischer Unterstützung sowie gezielter Investitionen. Kristina zur Mühlen, Journalistin, Moderatorin und Physikerin führte das Publikum durch den Abend.

Der Innovation Award Laser Technology wird alle zwei Jahre an Hersteller, Anwender und Forscher verliehen, die eine laserbasierte Innovation erfolgreich aus der anwendungsorientierten Forschung in die industrielle Praxis überführt haben. Träger des Preises ist der Arbeitskreis Lasertechnik e. V., ein Netzwerk von über 200 Mitgliedern, das den Austausch, die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der Lasertechnologie fördert.

Preisverleihung im historischen Krönungssaal des Aachener Rathaus. - © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
Preisverleihung im historischen Krönungssaal des Aachener Rathaus. © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
Die ausgezeichneten Projekte

Erster Platz: „LEAF-Laser-Riblets – Haifischhaut für eine umweltfreundlichere Luftfahrt“

Das Projekt befasst sich mit der laserbasierten Herstellung von Riblet-Strukturen auf Oberflächen. Diese von der Haifischhaut inspirierten Mikrostrukturen reduzieren den Strömungswiderstand und verbessern die Aerodynamik. Mit der Laser Enhanced Air Flow (LEAF Technologie von 4JET können Riblets erstmals großflächig direkt in die Lackschicht von Bauteilen eingebracht werden. Ein Hochleistungs CO2 Lasersystem mit Interferenztechnologie erzeugt dabei mehrere Mikrostrukturen gleichzeitig – deutlich schneller als bisherige Verfahren.

Das Potenzial für die Luftfahrt ist erheblich: Riblet-Strukturen können den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen um bis zu drei Prozent senken – das entspricht Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US Dollar und einer Reduktion von fast zehn Millionen Tonnen CO2 im Langstreckenverkehr pro Jahr. Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für effizientere Windkraftanlagen, Schiffe und Hochgeschwindigkeitszüge. 

v. l. n. r.: Kristina zur Mühlen, Dr. Claus Schnitzler, Ulrich Berners, Dr. Anne Michel, Romina Villella, Daniel Bold, Dr. Tobias Dyck, Dr. Markus Kogel-Hollacher - © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
v. l. n. r.: Kristina zur Mühlen, Dr. Claus Schnitzler, Ulrich Berners, Dr. Anne Michel, Romina Villella, Daniel Bold, Dr. Tobias Dyck, Dr. Markus Kogel-Hollacher © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl

Zweiter Platz: „Jenseits freier Strahlführung: Höchste Stabilität und robuste Faserübertragung für neue
Einsatzfelder des Ultrakurzpulslasers“

Das Projekt PureBeam adressiert eine zentrale Herausforderung beim industriellen Einsatz von Ultrakurzpulslasern: die zuverlässige Strahlführung. Bislang war dieser Aspekt komplex und störanfällig – ein wesentlicher Grund dafür, dass Femtosekundenlaser trotz ihres Potentials zur Präzisionsbearbeitung nur begrenzt industriell genutzt wurden.

Canunda-USP PureBeam von Cailabs bietet eine innovative Lösung, indem es eine stabile Kopplung in Hohlkernfasern ermöglicht und die Strahlqualität zuverlässig gewährleistet und aufrechterhält, selbst wenn der Eingangsstrahl Störungen ausgesetzt ist. Dies macht Fertigungssysteme robuster und effizienter und erleichtert die Integration von UKP-Lasern.

Diese Technologie erschließt neue Anwendungsfelder und ermöglicht erstmals eine echte industrielle Massenproduktion mit UKP-Lasern in Bereichen wie Halbleiterfertigung, Unterhaltungselektronik, Medizintechnik sowie der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Sie stellt einen entscheidenden Schritt hin zu einer skalierbaren und wirtschaftlichen Nutzung ultrakurzer Laserpulse dar.

v. l. n. r.: Kristina zur Mühlen, Ulrich Berners, Dr. Markus Kogel-Hollacher, Gwenn Pallier, Fabrice Meier, Paul Froemel, Dr. Andreas Rudolf, Dr. Sebastian Eilzer, Dr. Claus Schnitzler - © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
v. l. n. r.: Kristina zur Mühlen, Ulrich Berners, Dr. Markus Kogel-Hollacher, Gwenn Pallier, Fabrice Meier, Paul Froemel, Dr. Andreas Rudolf, Dr. Sebastian Eilzer, Dr. Claus Schnitzler © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl

Dritter Platz: „Laser Massen Transfer von MicroLEDs – Ein Durchbruch auf dem Weg zur Kommerzialisierung durch einen ganzheitlichen Systemansatz“

Der dritte Platz geht an Coherent für eine innovative Laser-Mass-Transfer-Technologie zur Herstellung von MicroLED-Displays. Diese Technologie adressiert eine der größten Herausforderungen der Displayindustrie: die wirtschaftliche und skalierbare Produktion. Obwohl MicroLEDs großes Potenzial für langlebige, hochauflösende Displays bieten, verhinderten bislang hohe Kosten und geringe Ausbeuten eine breite Markteinführung.

Coherent verfolgt einen ganzheitlichen Systemansatz, der ultraschnellen, berührungslosen Lasertransfer von MicroLED-Chips mit einer hochpräzisen Systemarchitektur und einer umfassenden Softwareplattform kombiniert – inklusive KI-gestützter Optimierung der Transferstrategien und Prozessparameter vom Wafer bis zum Panel. Das Ergebnis: deutlich höhere Durchsätze und Ausbeuten bei gleichzeitig spürbar reduzierten Produktionskosten.

Diese Technologie eröffnet neue Anwendungen in der Displayindustrie, der Mikroelektronik und der optischen Kommunikation und leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Skalierung von MicroLED-Displays.

v. l. n. r.: Ulrich Berners, Dr. Claus Schnitzler, Dr. Markus Kogel-Hollacher, André Sill, Ralph Aschenbach, Gordon Arand, Dr. Oliver Haupt, Kristina zur Mühlen - © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl
v. l. n. r.: Ulrich Berners, Dr. Claus Schnitzler, Dr. Markus Kogel-Hollacher, André Sill, Ralph Aschenbach, Gordon Arand, Dr. Oliver Haupt, Kristina zur Mühlen © Fraunhofer ILT, Andreas Steindl

(Quelle: Arbeitskreis Lasertechnik e. V.)

Schlagworte

AuszeichnungAwardCO2CO2 EmissionIndustrieInnovationLasertechnikLuftfahrtMikrostrukturUKP-LaserUltrakurzpulslaser

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