Forschung
MINT-Begeisterte tauschten sich untereinander aus - © Falk Wenzel
08.03.2025

Jugend forscht: Der Himmel zum Greifen nah

Ende Februar fand der 60. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Halle statt. Die Besten qualifizierten sich für den Landeswettbewerb „Jugend forscht“.

Die jungen Tüftler, die die Region Halle (Saale) im April 2025 beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb Sachsen-Anhalt vertreten, stehen fest. Während des heute ausgetragenen Regionalwettbewerbs präsentierten die Schüler ihre Projekte. Auch dieses Jahr zeigte sich die Jury beeindruckt von der Vielfalt sowie von der Herangehensweise und Aufarbeitung der Projekte. Das Themenspektrum war breit gefächert.

Radioteleskope, Gewächshäuser, Gentherapie und Klonen

Camping-Satellitenschüsseln mit einfachen Mitteln und kleinem Budget zu funktionierenden Radioteleskopen umgerüstet hat etwa Linus Trautmann vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Saale). Das ermögliche Hobbyastronomen einen Blick in den Himmel, der so bislang nur mit professionellen Radioteleskopen machbar wäre. 

Die Energieknappheit nahmen Hagen und Erik Willmann vom Christian-Wolff-Gymnasium ins Visier. Dank parallel genutzter Solarthermie und Photovoltaik entwickelten sie ein „etwas anderes Gewächshaus“. Damit finden die Pflanzen bessere Wachstumsbedingungen, weil sich die Vegetationszeiten im Frühjahr und Herbst verlängern lassen.

Mit zwei spannenden Projekten gingen Paul Hecht und Maria Dragan von der Landesschule Pforta Krankheiten auf den Grund. Paul Hecht suchte mit Prime Editing nach einer Methode für innovative Gentherapien bei Blutkrebs. Und Maria Dragan beschäftigte sich mit einer Anleitung für die wissenschaftliche Methode des Klonierens. Mit ihr soll ein bislang kaum erforschtes Protein, das vermutlich einen Einfluss auf Epilepsie hat, untersucht werden. Nur vier Beispiele aus insgesamt 37 eingereichten beeindruckenden Forschungsprojekten. 

„Jeder der Teilnehmenden hat offensichtlich in seinem Alltag etwas gesehen und sich gedacht: Das muss so nicht sein. Das geht besser! Und hat es dabei nicht bewenden lassen, sondern die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Ausprobiert. Lösungen gefunden. Das begeistert uns, darin erkennen wir uns wieder. Deswegen unterstützen wir diesen Wettbewerb nach Kräften,“ sagt Dr.-Ing. Axel Hoeschen, Geschäftsführer der Elektro-Thermit GmbH & Co. KG.

Oberbürgermeister Egbert Geier zu Besuch bei Jugend forscht. - © SLV Halle GmbH
Oberbürgermeister Egbert Geier zu Besuch bei Jugend forscht. © SLV Halle GmbH
Siegerehrung

Patenunternehmen des Regionalwettbewerbs waren einmal mehr die Elektro-Thermit GmbH & Co. KG und die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Halle GmbH. Die jungen Forschenden erhielten in den Sparten „Jugend forscht“ und „Jugend forscht junior“ zudem mehrere Sonderpreise als Preisgeld oder Gutschein. Ausgezeichnet wurden auch engagierte Projektbetreuerinnen und -betreuer sowie die beteiligten Schulen. Die von verschiedenen Unternehmen gesponserten Gelder nutzen die Nachwuchsforschenden für Arbeitsmittel und Forschungsgeräte.

Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Jurymitgliedern, den Betreuerinnen und Betreuern, die diesen Wettbewerb ermöglichten, sowie dem Wettbewerbsleiter für den Regionalwettbewerb, Harald Adler.

Für den Landeswettbewerb qualifizierten sich die Erstplatzierten:

„Jugend forscht“:

  • Chemie: „Untersuchung zur Verkapselung von Duftstoffen“ Janis Rapthel (Georg-Cantor-Gymnasium Halle)
  • Biologie: „Plasmidklonierung für die Epilepsie“ Maria Dragan (Landesschule Pforta)
  • Mathematik/Informatik: „Projekt LAMbo – Aufgaben verstehen, handeln, erledigen!“ Gurkirat Singh Khinda, Nguyen Kim Bao Chu (Goethegymnasium Weißenfels)
  • Physik: „Strukturierte Fassaden von Gebäuden – Eine Möglichkeit zur Kühlung von Innenräumen?“ Hieu Phan (Gymnasium Martineum Halberstadt)
  • Technik: „Instrument zur Positionsbestimmung verschiedener Gestirne“ Constantin Quakatz, Lorenz Briest (Landesschule Pforta)
  • Geo- und Raumwissenschaften: „Charakterisierung eines Erzes aus Tsumeb zur Bestimmung der Germaniumkonzentration“ Jara Gutekunst (Landesschule Pforta)
  • Bestes interdisziplinäre Projekt: „NodeRED-All-Sky-Camera“ Connor Walther (Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen)

„Jugend forscht junior“:

  • Arbeitswelt: „Das etwas andere Gewächshaus“ Hagen Willmann, Erik Willmann (Christian-Wolff-Gymnasium Halle)
  • Biologie: „Langeweile Kresse ?!?“ Leo Immig, Marlo Popko, Franz Naumann (Georg-Cantor-Gymnasium Halle)
  • Chemie: „Fördert Kaugummi kauen wirklich die Konzentration?“ Mariella Gerlach, Max Leon Schmidt (Freie Grundschule Spergau)
  • Mathematik/Informatik: „Die Geheimnisse des Pascalschen Dreiecks“ Tobechi Tony Okoro (Georg-Cantor-Gymnasium Halle)
  • Physik: „Kann ein Solarmodul durch eine andere Oberfläche die Sonne besser nutzen? Emil Ernst, Ida Kreutzer, Elisa Luong (Sankt Franziskus – Grundschule Halle)
  • Technik: „Ein Kühlschrank, der keinen Netzstecker braucht – Kühlen mit dem Peltierelement“ Sophia Helene Becker, Lukas Herbst (Gymnasium Martineum Halberstadt)
  • Bestes interdisziplinäre Projekt: „Smartes Energiesystem für den Haushalt: Vorhersage und Stromsteuerung“ Kelechi Okoro (Georg-Cantor-Gymnasium Halle)
Nachwuchsförderung für MINT-Zukunft

„Seit 2016 laden wir junge Forscherinnen und Forscher zum Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ zu uns ein. Die SLV Halle GmbH bietet vor Ort dafür beste Bedingungen und die Chance, sich kreativ mit anderen MINT-Talenten und Fachleuten auszutauschen. Diese Patenschaft für die junge Talentschmiede für Naturwissenschaft und Technik ist ein zentraler Bestandteil der Jugend- und Nachwuchsarbeit,“ berichtet Dipl.-Ing. Steffen Wagner, Geschäftsführer Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Halle GmbH.

Der bundesweite Wettbewerb „Jugend forscht“ findet in diesem Jahr bereits zum 60. Mal statt. Auch im Jubiläumsjahr werden traditionell zuerst in Regionalwettbewerben die Siegenden in den einzelnen Sparten und Fachrichtungen ermittelt. Der Landeswettbewerb Sachsen-Anhalt wird am 3./4. April 2025 am Technologiepark Weinberg Campus in Halle (Saale) ausgerichtet.

(Quelle: Pressemeldung SLV Halle GmbH)

 

Schlagworte

ChemieEnergiesystemForschungInformatikMINTNachwuchsPhotovoltaikPhysikSolarTechnikTechnologieWettbewerbWissenschaft

Verwandte Artikel

05.05.2026

Rückblick auf die 23. Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau

Mit rund 140 Teilnehmern fand am 22./23. April 2026 die 23. Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau statt. Im Fokus standen hochaktuelle Themen wie...

Abrasiven Wasserstrahlbehandlung Additive Fertigung Brückenbau Cobots Defense Industry Duplex-Stähle Ermüdungsfestigkeit Fachkräftemangel Festigkeitsverlust Forschung Fügen Fügeverfahren Grüner Wasserstoff Hochfester Stahl Hochleistungsstahl Ingenieurbau Kleben Korrosion Lasernachbehandlung Maritime Industrien Maritime Technik Nahtnachbearbeitung Nichtrostende Stähle Qualitätsmanagement Rauchabsaugbrenner Schweißen Schweißgeschwindigkeit Schweißnaht Schweißroboter Tagung Verteidigungsindustrie Wärmeeinflusszone Wasserstoff Werkstoffe Zugtragfähig­keit
Mehr erfahren
29.04.2026

Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor

Der Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor. Vier Roadmaps geben Orientierung für Forschungs- und Entwicklungsbedarfe.

Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie 4.0 Industriestandort Deutschland Nachhaltigkeit Smart Factory Wertschöpfung Wettbewerbsfähigkeit Wissenschaft
Mehr erfahren
23.04.2026

Aktuelle Umfrage: Welche Roboter arbeiten in der Fabrik der Zukunft?

Eine Umfrage im Auftrag von reichelt elektronik zeigt, welche Roboter besonders beliebt sind und wie sie eingesetzt werden.

Automatisierung Dark Factory Industrie Löten Palettieren Roboter Robotik Schneiden Schweißen Technologie Umfrage
Mehr erfahren
22.04.2026

Mitwachsendes DED-Arc-System für Forschung und Serienfertigung

Mit der arc10X ergänzt Gefertec sein Portfolio um eine kompakte DED-Arc-Plattform. Die überarbeitete Maschinenkonstruktion senkt den Investitionsaufwand für Kunden im Ver...

Additive Fertigung DED-Arc Fertigungsprozesse Forschung Metallische Bauteile Prozesskontrolle Titan WAAM
Mehr erfahren
20.04.2026

Wolfram als Schlüssel zur Erschließung neuer Fertigungsmöglichkeiten

Wolfram gilt als hart, spröde, teuer und unbeliebt zur Weiterverarbeitung – ist aber durch seine Eigenschaften gerade deshalb ein Schlüsselwerkstoff für anspruchsvolle in...

Aluminium Automobilindustrie Elektrische Kontakte Elektroden Elektrotechnik Energie Fertigung Formgebung Forschung Forschung und Entwicklung Halbzeug Halbzeuge Industrie Industrielle Anwendungen Kathoden Legierungen Maschine Maschinenbau Metall Nickellegierungen Poren Prozesskette Prozesskontrolle Recycling Ressourceneffizienz Schwermetalle Sintern Strahlenschutz TIG Verbundwerkstoffe Werkstoffeigenschaften
Mehr erfahren