Wirtschaft
© INFORM GmbH
24.06.2020

Maschinenbau-Studie zur Zukunftssicherheit der Branche

Maschinenbau-Studie zur Zukunftssicherheit der Branche

Die Traditionsbranche Maschinenbau leidet unter den Folgen von COVID-19. Doch die Ursachen für die Probleme liegen tiefer. Das zeigt die  jüngste Studie des Aachener Optimierungsspezialisten INFORM. Fach- und Führungskräfte zeichnen darin ein klares Bild über die Herausforderungen.

Die INFORM-Studie „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“ verfolgt zwei wesentliche Ziele: Sie vermittelt einerseits ein Stimmungsbild zur aktuellen wirtschaftlichen Situation des Maschinen- und Anlagenbaus und leitet daraus eine Prognose für die weitere Geschäftsentwicklung ab. Andererseits gibt sie Aufschluss über die wichtigsten Hemmnisse für die weitere Entwicklung sowie die für die Zukunftssicherheit dieses wichtigen Wirtschaftszweigs als besonders relevant erachteten Maßnahmen und Technologien.

„Die Gefahr einer Rezession mag sich durch COVID-19 weiter vergrößert haben, doch wir sehen uns nach wie vor derselben Beobachtung gegenüber, wegen der wir unsere Trendstudie durchgeführt haben“, betont Andreas Gladis, Bereichsleiter Produktion bei INFORM. „Wenn sich der traditionsreiche Maschinen- und Anlagenbau nicht neu erfindet, dann wird das Traumwachstum der letzten Jahre auch nach der Krise nicht zu halten sein.“

Die wichtigsten Befunde des INFORM-Trendreports im Überblick:

1. Zukunftssicherheit in Gefahr?

Bereits vor der Corona-Krise sahen sich über die Hälfte der befragten Unternehmen externem Druck ausgesetzt: wegen politischer Faktoren, wie dem Handelsstreit zwischen China und den USA oder dem Brexit (62 Prozent), internationalem Wettbewerb (57 Prozent) oder der Gefahr einer Rezession (52 Prozent).

2. Verbesserungsbedarf:

Die digitale Transformation beherrscht die wirtschaftliche Situation in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (57 Prozent). Es folgen Prozessoptimierung und Automatisierung (53 Prozent) sowie Termintreue und Liefergeschwindigkeit (50 Prozent).

3. Digitale Transformation:

Sie ist in den meisten Unternehmen (97 Prozent) in vollem Gange. Zwar sieht sich noch kein Unternehmen bereits am Ziel angekommen. Doch die Stimmung ist optimistisch: Fast drei Viertel der Befragten (71 Prozent) schätzen die Erfolgsaussichten ihrer Digitalisierungsmaßnahmen als gut ein. Dennoch gelten fehlender Wille zur Digitalisierung (57 Prozent) und Schwierigkeiten bei der Implementierung neuer Prozesse (53 Prozent zu den größten Hürden einer erfolgreichen Umsetzung.

4. Mehrwerte:

Die Befragten sehen die Digitalisierung einheitlich optimistisch für verschiedene Bereiche. Ein Großteil der Unternehmen sieht hohes oder sehr hohes Verbesserungspotenzial für das Produktionsmanagement (95 Prozent), die Produktionsplanung (92 Prozent), die Termintreue (86 Prozent), Kosteneinsparungen sowie eine Reduzierung der Durchlaufzeiten (jeweils 79 Prozent).

5. Stellhebel Produktionsplanung:

Fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) sind mit dem Ablauf und der Organisation ihrer Produktionsplanung unzufrieden. Mangelnde Termintreue ist dabei das häufigste Problem. Essenzielle Hilfen wie ein Fertigungsleitstand oder ein Feinplanungssystem fehlen den meisten Unternehmen (65 Prozent beziehungsweise 79 Prozent).

6. Technologietrends:

Passend zum Bedarf an Prozessoptimierung misst die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) Big Data und Datenanalyse großen Einfluss auf den zukünftigen unternehmerischen Erfolg bei. Es folgen die „Smart Factory" (55 Prozent), Künstliche Intelligenz und der digitale Zwilling (jeweils 48 Prozent).

„Ich freue mich darüber, dass viele der durch die Digitalisierung möglichen Mehrwerte und Potenziale erkannt wurden, insbesondere für das Produktionsmanagement. Das könnte den Unternehmen die Resilienz geben, die sie brauchen“, so Gladis. „Darum halte ich den Maschinen- und Anlagenbau auch weiterhin für eine zukunftssichere Branche in Deutschland. Doch er wird sich deutlich mehr als in der Vergangenheit bewegen und verändern müssen, um seine vollen Potenziale auszuschöpfen.“

Die vollständigen Untersuchungsergebnisse können Sie hier anfordern.

Über den Trendreport:

Zur Durchführung der vorliegenden Untersuchung wurden 120 Fach- und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus von Dezember 2019 bis März 2020 befragt. Die Teilnehmer wurden mittels einer systematischen Stichprobenziehung ermittelt. Die Befragung erfolgte anonymisiert von Ende Dezember 2019 bis Anfang März 2020. 40 Prozent der Befragten arbeiten in Betrieben mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. 27 Prozent der Unternehmen beschäftigen 250 bis 1.000 Mitarbeiter und 33 Prozent bis zu 250 Mitarbeiter.

(Quelle: Presseinformation der INFORM GmbH)

Schlagworte

AnlagenbauDigitaler ZwillingDigitalisierungKünstliche IntelligenzMaschinenbauProduktionsmanagementProduktionsplanungSmart Factory

Verwandte Artikel

12.04.2021

3D-Druck kann Lieferengpässe überbrücken

Ob als Folge der Corona-Pandemie oder der Havarie im Suez-Kanal: Derzeit werden in globalem Maßstab Liefer-ketten unterbrochen. Ein wirksames Mittel dagegen kann der 3D-D...

3D-Druck Additive Fertigung Digitalisierung Industrie
Mehr erfahren
02.04.2021

Die sieben größten Herausforderungen für den deutschen Maschinenbau

Der mittelständische deutsche Maschinenbau wirkt angeschlagen. Der Grund: Durch die gute Auftragslage in der vergangenen Dekade wurden viele wichtige Trends zur Kenntnis...

Handel Maschinenbau Wirtschaft
Mehr erfahren
25.03.2021

FANUC ergänzt Service-Angebot um digitale Dienste

FANUC ergänzt sein Service-Angebot in Deutschland um den neuen digitalen Dienst FANUC Assisted Reality. Damit will das Unternehmen auch in Zeiten von Reisebeschränkungen...

Automation Digitalisierung Robotik
Mehr erfahren
DVS Group
23.03.2021

DVS-Whitepaper informiert über Industrie 4.0 in der Schweißtechnik

„Industrie 4.0“ ist für KMU, die sich mit dem Fügen, Trennen und Beschichten von Werkstoffen auskennen, künftig von großer Bedeutung. Ein Whitepaper des DVS beschäftigt s...

Digitalisierung Fügen Fügetechnik Industrie 4.0 Schweißen Schweißtechnik
Mehr erfahren
Als Partner für große Linienbauer ist es DALEX gewohnt, Komponenten, Baugruppen und Zellenlösungen von Großlinien zu konzipieren und zu bauen, die alle notwendigen Schnittstellendefinitionen berücksichtigen.
17.03.2021

Maßgeschneiderte Sonderanlagen perfekt in den Workflow integriert

Die Smart Factory bringt viele Vorteile mit sich. Standardmaschinen kommen bei diesen vernetzten Prozessen jedoch schnell an ihre Grenze. Die DALEX Schweißmaschinen GmbH...

Automatisierung Digitalisierung Fertigung KI Maschinen Produktion Schweißen Schweißtechnik Smart Factory
Mehr erfahren