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© Dirk Martin | SHS - Stahl-Holding-Saar
10.04.2025

Metallisches Pulver für Laserstrahlauftragsschweißen und Additive Fertigung

Schweißdraht Luisenthal GmbH (SDL), ein Unternehmen der Saarstahl-Gruppe, erweitert ihr Portfolio um eine dritte Produktgruppe: Neu im Programm ist ein metallisches Pulver für das Laserstrahlauftragschweißen von Bremsscheiben, den 3D-Druck und die Additive Fertigung – in Ergänzung zu den bisherigen Geschäftsfeldern Cylinder Bore Coating und Schweißzusatzwerkstoffe für spezielle Anwendungen. Da das Pulver aufgrund seiner hygroskopischen Eigenschaft bei längerem Transport feucht werden und sich leicht entmischen kann, bietet die SDL alternativ den Erwerb der Produktionsanlage und des Drahtes an, um das Pulver selbst „on demand“ herzustellen.

Wir erschließen mit unserer Produktneuheit, dem Pulver, einen komplett neuen Geschäftsbereich und haben als Zielgruppe die Automobilbranche im Blick“, erläutert SDL-Geschäftsführer Marc Philipps.

Geschäftsführer Marc Philipps vor der Anlage. - © Dirk Martin | SHS - Stahl-Holding-Saar
Geschäftsführer Marc Philipps vor der Anlage. © Dirk Martin | SHS - Stahl-Holding-Saar

Hintergrund: Künftig werden bei Neufahrzeugen über die Abgasnorm Euro 7 alle Emissionen erfasst, auch Feinstaub, der durch Reifenabrieb oder beim Bremsvorgang entsteht. Bremsscheiben müssen daher künftig zur Abriebvermeidung mit einem entsprechendem Metall-Pulver beaufschlagt werden.

Metallisches Pulver kann technisch über unterschiedliche Verfahren hergestellt werden. Das am weitesten verbreitete ist die vertikale Verdüsung. Hier wird das Ausgangsmaterial in einem senkrecht stehenden Behälter aufgeschmolzen und verdüst. Das entstandene Pulver hat jedoch den Nachteil, dass es unterschiedliche Korngrößen aufweist und im Nachgang nochmals aufbereitet werden muss.

Bremsscheiben sind aus Stahlguss und müssen daher künftig zur Abriebvermeidung mit Edelstahl beschichtet sein, d.h., mit einem entsprechenden Pulver beaufschlagt werden. - © Dirk Martin | SHS - Stahl-Holding-Saar
Bremsscheiben sind aus Stahlguss und müssen daher künftig zur Abriebvermeidung mit Edelstahl beschichtet sein, d.h., mit einem entsprechenden Pulver beaufschlagt werden. © Dirk Martin | SHS - Stahl-Holding-Saar

Schweißdraht Luisenthal setzt bei seinem Herstellungsverfahren hingegen auf die diagonale Verdüsung. „Wir schmelzen und verdüsen hier die Drähte diagonal. Das hat folgenden Vorteil: Wir können so schon im Herstellungsprozess das Unterkorn (Pulverkorngröße unter 35 μ) absaugen und das Überkorn (größer als 70 μ) über ein Sieb herausholen“, erläutert Philipps.

Das Pulver von SDL kann somit ohne weitere Nachbereitung in Premium-Qualität abgefüllt bzw. eingesetzt werden. Die platzsparende Anlage, die in einen 40-Fuß-Container passt, kann selbst flexibel auf andere Metallsorten umgestellt werden und auch kleinere Mengen verdüsen.

Das Unternehmen hat eine Anlage und ein Patent für eine Anlage zur diagonalen Verdüsung erworben und wird künftig das Pulver, vorrangig jedoch die Maschine mit dem entsprechenden Draht, vermarkten.

(Quelle: Pressemeldung Schweißdraht Luisenthal GmbH)

Schlagworte

3D-DruckAdditive FertigungAuftragschweißenBremsscheibenLaserLaserstrahlLaserstrahlauftragschweißenSchweißdrahtSchweißen

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