Trendthema
Photo by Ricardo Gomez Angel on Unsplash
28.03.2021

Pulverbettverfahren: Staubarme Arbeitsweise beim 3D-Druck sicherstellen

Pulverbettverfahren: Staubarme Arbeitsweise beim 3D-Druck sicherstellen

Der 3D-Druck beziehungsweise additive Fertigungsverfahren verbreiten sich zunehmend in der Produktion – nicht nur von Prototypen, sondern auch von Werkzeugen und industriellen Bauteilen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes untersuchte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Belastung der Beschäftigten am Arbeitsplatz bei Pulverbettverfahren durch die eingesetzten Stoffe sowie deren mögliche Zersetzungsprodukte.

Der Bericht „Expositionsermittlung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen bei Additiven Fertigungsverfahren – Einsatz von Pulverbettverfahren“ wurde jetzt veröffentlicht. Beim Einsatz von Kunststoffpulvern wurden sich die Arbeitsplatzgrenzwerte fast immer eingehalten. Hingegen kam es beim Einsatz von Metallpulvern mehrfach zu Überschreitungen der Beurteilungsmaßstäbe von metallischen Bestandteilen der Legierung im Staub. Auf Basis der Messergebnisse und betrieblichen Bedingungen gibt der Bericht Empfehlungen, um die Arbeit mit additiven Fertigungsverfahren sicher zu gestalten.

Pulverbettbasierte additive Fertigungsverfahren haben sich bereits in vielen Bereichen, wie der Automobilindustrie, der Luftfahrttechnik oder dem Werkzeugbau, etabliert. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden in insgesamt zehn Betrieben personengetragene und ortsfeste Arbeitsplatzmessungen durchgeführt. Dabei wurde die inhalative Exposition der Beschäftigten gegenüber den eingesetzten Stoffen und möglichen Reaktionsprodukten bei der Anwendung von Metall- und Kunststoffpulvern ermittelt. Neun von zehn Betrieben hielten den allgemeinen Staubgrenzwert sowohl für die einatembare als auch die alveolengängige Staubfraktion ein. Lediglich in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb kam es zu Grenzwertüberschreitungen bei der alveolengängigen Fraktion.

Bei der Verarbeitung von Kunststoffpulvern lagen die freigesetzten organischen Zersetzungsprodukte stets deutlich unterhalb der Beurteilungsmaßstäbe. Wurden Metallpulver verarbeitet, ließen sich wiederholt zum Teil deutliche Überschreitungen der Beurteilungsmaßstäbe beobachten, insbesondere bei Störungen des normalen Betriebsablaufes und unzureichenden Lüftungsbedingungen. Dabei waren Cobalt und Nickel sowie deren Verbindungen die kritischen Gefahrstoffe.

Abschließend empfiehlt der Bericht der betrieblichen Praxis, ein staubarmes Arbeiten bei Anwendung von additiven Verfahren sicherzustellen. Offene Schüttvorgänge sollten vermieden werden. Die Anlagen sollten standardmäßig mit integrierter Pulverzufuhr und -absaugung sowie Handschuhkästen ausgestattet sein. Werden Störungen bei der Fertigung beseitigt, sollte filtrierender Atemschutz getragen werden. Beim Einsatz von cobalt- oder nickelhaltigen Metalllegierungen müssen die Anforderungen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 910 und TRGS 561 unbedingt beachtet werden.

Der BAuA-Bericht „Expositionsermittlung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen bei Additiven Fertigungsverfahren – Einsatz von Pulverbettverfahren“ im PDF-Format ist kostenlos im Internetangebot der BAuA erhältlich.

(Quelle: Presseinformation der BAuA – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

Schlagworte

3D-DruckAdditive FertigungArbeitsschutzGesundheitsschutzPulverbettverfahren

Verwandte Artikel

Mit der neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen
14.06.2026

Gasverdüsungsanlage zur Metallpulverproduktion für die additive Fertigung

Mit einer neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen.

3D-Druck Additive Fertigung Gasverdüsungsanlage Hochfestes Stahlpulver Metallpulver Prozesskette Pulverhandling Verteidigung
Mehr erfahren
12.06.2026

Energiesparende Module reduzieren Betriebskosten bei Absaug- und Filteranlagen

ULT hat die Nennleistung seiner Absaug- und Filteranlagen der Baureihen ULT 200.1 und LAS 260.1 mit MD.20-Gebläse von 0,9 auf 0,75 kW reduziert und erzielt damit Energie...

Absauganlagen Arbeitssicherheit Energieffizienz Filteranlagen Gesundheitsschutz Laserrauch Laserstaub Lötrauch
Mehr erfahren
05.06.2026

Viele Gäste bei xFume-Day von Abicor Binzel

Am 20. Mai 2026 öffnete Abicor Binzel in Buseck seine Türen und Tore, um Händler und direkte Anwender über professionelle Schweißrauchabsaugung zu informieren.

Absaugbrenner Arbeitsschutz Arbeitssicherheit Brennerintegrierte Schweißrauchabsaugung Gesundheitsschutz Schweißbrenner Schweißen Schweißrauchabsaugung
Mehr erfahren
04.06.2026

Mit dem Industrietechniker Additive Fertigung dem Fachkräftemangel begegnen

Der geprüfte Industrietechniker Fachrichtung Additive Fertigung (IHK) vermittelt umfassendes und praxisnahes Know-how entlang der gesamten Prozesskette.

Additive Fertigung Fachkräftemangel Fügen von Kunststoffen Industrietechniker Joining Plastics JP Weiterbildung
Mehr erfahren