Unternehmen
Laser XL+ - © Schoeller Werk GmbH & Co.KG
02.05.2025

Serienfertigung auf Großrohr-Laserstrahlschweißanlage

Schoeller, Hersteller längsnahtgeschweißter und gezogener Edelstahlrohre auf dem europäischen Markt, hat nach rund zweijähriger Vorbereitung auf einer der größten und modernsten Großrohr-Laserstrahlschweißanlagen der Branche mit der Serienfertigung begonnen. Die Inbetriebnahme ist nicht nur ein in der Branche einmaliges Projekt, sondern auch ein Beispiel für Knowhow-Transfer innerhalb der Wertschöpfungskette bei dem sowohl Schoeller als auch der Anlagenbauer und die Zulieferer ihre Erfahrungen und Lösungskompetenzen eingebracht haben.

Herzstück des Laserkompetenzzentrums

Die neue Laserstrahlschweißmaschine der Kategorie XL+ ist das Herzstück des Laserkompetenzzentrums von Schoeller in Hellenthal. Die Anlage ist auf die Produktion von längsnahtgeschweißten Edelstahlrohren in einem Abmessungsbereich von 65 mm bis 127 mm und einer Wandstärke von 0,7 mm bis 3,5 mm ausgerichtet. Mit einer Rohrschweißgeschwindigkeit von mindestens 7,5 Metern pro Minute vervierfacht der Laser XL+ die Schweißgeschwindigkeit im Vergleich zu bestehenden WIG-Anlagen und verkürzt den Fertigungsprozess dadurch erheblich.

Laser XL + - © Schoeller Werk GmbH & Co.KG
Laser XL + © Schoeller Werk GmbH & Co.KG

Als das technische Projektmanagement von Schoeller vor rund 2 Jahren mit der Anlagenplanung begann, wurde das Lastenheft mit den Anforderungen immer länger. Schließlich sollte die Maschine einen deutlich höheren Automatisierungsgrad besitzen und bisher notwendige manuelle Arbeiten wie die Bestückung der Haspel, die Entgratung der Rohre sowie das Anschweißen der Bandenden reduzieren. Außerdem sollte der Laser XL+ über eine neue Rohr-Reinigungstechnologie, eine verbesserte Rohrendbearbeitung, eine vollautomatisierte Qualitätskontrolle und Verpackung der produzierten Rohre verfügen und in der Lage sein, austenitische, ferritische und Duplex-Stähle verarbeiten zu können.

Zwar waren damit klare Grundlage für die Projektplanung und -durchführung geschaffen und die Anforderungsspezifikation der Anlage definiert. Aber den geeigneten Partner zu finden, der sowohl über das Knowhow verfügt als auch ein gemeinsames Verständnis der Projektziele mitbringt, war die erste große Herausforderung dieses Projektes. Mit Olimpia 80 hat Schoeller einen Kooperationspartner ausgewählt, der seit über 40 Jahren der führende Anlagenbauer für die Produktion von hochwertigen Edelstahlrohren ist. Olimpia ist bekannt für maßgeschneiderte Anlagen, die sich durch ihre Technologie, Qualität und Benutzerfreundlichkeit auszeichnen und dazu beitragen, Herstellungskosten und -zeiten zu senken und die Produktivität zu steigern.

Laser XL + - © Schoeller Werk GmbH & Co.KG
Laser XL + © Schoeller Werk GmbH & Co.KG

Die nächste Herausforderung bestand in dem Managen der Komplexität. In der Installationsphase mussten bis zu sieben Unternehmen mit über 30 Personen und völlig unterschiedlichen Kompetenzen koordiniert werden, um nicht nur die Kernanlage mit ihren 96 x 11,5 Metern aufzubauen, sondern auch 33 Subsysteme zu installieren, einzurichten und zu konfigurieren, damit die Anlage später ein Maximum an Flexibilität besitzt und schnelle Wechsel der Rohrdimensionen ermöglicht.

„Das wir dieses komplexe Projekt erfolgreich gemanagt haben, ist vor allem der Empathie und dem Fingerspitzengefühl des Projektmanagements zu verdanken. Schließlich braucht es für die Lösung technischer Probleme den Knowhow-Transfer aller Beteiligten. Und dies bei einem interdisziplinären Team, mit unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten zu meistern, war der zentrale Erfolgsfaktor. Am Ende haben alle Beteiligten, Auftraggeber, Anlagenbauern und Zulieferer viel bei diesem Projekt gelernt, was jeder künftig in seine Abläufe und Produktentwicklung einfließen lassen kann,“ so Michael Gottschalk, CTO bei Schoeller, zu den Erfahrungen aus der zweijährigen Vorbereitungsphase.

Michael Gottschalk, CTO von Schoeller Werk GmbH & Co.KG - © Schoeller Werk GmbH & Co.KG
Michael Gottschalk, CTO von Schoeller Werk GmbH & Co.KG © Schoeller Werk GmbH & Co.KG

Die Herstellung von Rohren mit einwandfreier Oberfläche und ohne Anlauffarben stellte das Team vor eine erhebliche technische Herausforderung. Allein die Beherrschung des Glühprozesses und der Oberflächenstruktur kostete sechs Wochen und mehrere Tonnen Material. „Trotz unserer 40-jährigen Erfahrung bei der Planung und Realisierung von Anlagen zur Rohrproduktion und trotz unserer umfangreichen Kenntnis des Rohrherstellungsmarktes und aller damit verbundenen Probleme, war dieses Projekt etwas ganz Besonderes und ein Meilenstein für uns als Anlagenbauer. Noch nie haben wir mit einem Kunden zusammen eine Anlage mit dieser Dimension maßgeschneidert entwickelt und erfolgreich in den Fertigungsprozess implementiert,“ so Gianluca Tarana, CEO von Olimpia 80. „Die bei diesem Pilotprojekt gewonnenen Erfahrungen werden dazu beitragen, unsere Beratung und unser Produktangebot zu erweitern.“

Gianluca Tarana, CEO von Olimpia 80 - © Schoeller Werk GmbH & Co.KG
Gianluca Tarana, CEO von Olimpia 80 © Schoeller Werk GmbH & Co.KG

Mit der Übergabe des Laser XL+ an die Produktion hat Schoeller seine Kompetenz und seinen Qualitätsvorsprung weiter ausgebaut Die Hochleistungsinduktivanlage sorgt für werkstoffgerechte und gleichmäßige Festigkeitswerte. Der Laser Cut-Off liefert spanarme, reproduzierbare und absolut einwandfreie Rohrendqualitäten. Die vollautomatisierte Qualitätskontrolle arbeitet einwandfrei und in Verbindung mit der automatisierten Verpackung werden die angestrebten Effizienzgewinne realisiert.

Schoeller wird mit der neuen Anlage Umsatzpotentiale im Bereich größerer Rohrdimensionen, sowohl im Bestandskundengeschäft als auch im Bereich Heiztechnik, Wärmetauscher, Wasserstoffanwendung oder der Solartechnik, generieren. Zusätzliche Potentiale ergeben sich in den Kundensegmenten Chemie, Pharma, der Lebensmittel- und der Automobilindustrie.

(Quelle: Pressemeldung Schoeller Werk GmbH & Co.KG)

Schlagworte

EdelstahlrohreLängsnahtschweißenLaserstrahlschweißenSerienfertigung

Verwandte Artikel

Pem Einpressbefestiger
30.03.2026

Die Vorteile der Einpresstechnik bei dünnen Blechen

Schweißen, Einpresstechnik oder Clinchen, das ist häufig die Frage, wenn es darum geht, Bauteile aus Metall miteinander zu verbinden.

Automobilindustrie Bolzenschweißen Clinchen Einpresstechnik Fertigung Schweißen Serienfertigung Verbindungstechnik
Mehr erfahren
Erfahrungsaustauch am ifw Jena
DVS Group
27.03.2026

DVS gründet Netzwerk für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung

„CONNECT HLB“ – so lautet der Name für das neu gegründete Netzwerk des DVS für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung von metallischen Werkstoffen.

Handgeführtes Laserstrahlschweißen Handheld Laser Beam HLB Laserstrahl Laserstrahlmaterialbearbeitung Laserstrahlschweißen Netzwerk Normen Regelwerke Schweißtechnik Technologie
Mehr erfahren
23.03.2026

Wachstum durch Innovation in der Füge- und Trenntechnik

Die Boysen Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht und stellt gleichzeitig die Weichen für weiteres Wachstum in zentralen Industriebereichen...

AM Automatisierung Automobilindustrie Brenner Brennstoffzellen Elektrofahrzeuge Energie Energiespeicher Energiesystem EU Fertigungstechnologien Formprozesse Industrie Industrielle Fertigung Leichtbau Metall Metallische Werkstoffe Prozesskette Prozessketten Serienfertigung Technologien TIG Transformation Trenntechnik Unternehmen Wasserstoff Wasserstoffanwendungen Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb
Mehr erfahren
Prof. Dr.-Ing. Markus Schleser von der FH Aachen erforscht im Rahmen des Projekts HOLLA das Laserstrahlschweißen.
14.03.2026

Laserstrahlschweißen: Fortschritt für die Fertigung

Wie das Laserstrahlschweißen im Vakuum die Zukunft der Fertigung prägen kann und welche Rolle Patente und Forschungskooperationen dabei spielen, erläutert Prof. Schleser...

Energieeffizienz Erneuerbare Energien Fertigung Hochleistungslaser Laserstrahlschweißen Patente Schlüsseltechnologien Schweißen
Mehr erfahren
11.03.2026

Prozessstabilität und Nachhaltigkeit für SMT-Fertigung

Stannol stellt mit der SP6500 eine neue Lotpaste der greenconnect-Serie vor, die speziell für die Serien- und Massenproduktion in der oberflächenmontierten Elektronikfert...

Elektronikfertigung Lotpasten Lotpulver Prozessstabilität Schablonendruck Serienfertigung SMT
Mehr erfahren