Produkte
Pem Einpressbefestiger - © Bossard Deutschland GmbH
30.03.2026

Vorteile der Einpresstechnik bei dünnen Blechen

Ob Schweißen, Einpresstechnik oder Clinchen: Bei der Verbindung von Metallbauteilen hängt die Wahl des geeigneten Verfahrens von den jeweiligen Anforderungen ab. Bei Bossard stehen dafür Ansprechpartner mit unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung zur Verfügung. Nach Angaben des Unternehmens werden die Verfahren dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Hinblick auf eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung bewertet. Bei dünnen Blechen, Aluminium und anderen leicht Werkstoffen fällt die Einschätzung von Matthias Kreuter, Experte für die Einpresstechnik  in vielen Fällen eindeutig aus.

„Industrieanalysen zeigen, dass in bestimmten Fällen, wo Schweißprozesse zeitaufwändig sind, der Wechsel von Schweißverbindungen zu Einpressbefestigungselementen zu Kosteneinsparungen von 20 bis 40 % führen kann.“

Einpressbefestigungselemente stellen in vielen Anwendungen eine Alternative zum herkömmlichen Schweißen dar. Bossard verweist in diesem Zusammenhang auf das Produktsortiment seines Partners PennEngineering mit dem PEM Produktsortiment. So werden heute Einpressmuttern, Bolzen, Abstandshalter, Standoffs, Verschluss- und Zugangselemente sowie weitere Komponenten weltweit in der Automobilindustrie, Konsumgüter- und Elektronikfertigung, im Daten- und Telekommunikationsbereich sowie in der Industrieproduktion eingesetzt. 

Die Einpresstechnik bietet aus Sicht des Unternehmens vor allem wirtschaftliche Vorteile. Matthias Kreuter verweist dabei auf einen geringeren Arbeitsaufwand, kürzere Montagezeiten durch den Einsatz einer Einpressvorrichtung sowie den Wegfall aufwendiger Nachbearbeitung. „Insbesondere in der Großserienfertigung, bei der Zeit- und Prozesseffizienz entscheidend sind, ist die Nutzung von Einpresselementen die wirtschaftliche Lösung.“

Matthias Kreuter - © Bossard Deutschland GmbH
Matthias Kreuter © Bossard Deutschland GmbH
Weitere Vorteile der PEM Einpresstechnik:
  1. Geringerer Qualifikationsbedarf der Mitarbeitenden: Da der Prozess einfach ist, können Einpressbefestigungselemente bereits mit minimaler Schulung installiert werden. Ohne zusätzliche Arbeitsschritte werden reproduzierbare Ergebnisse erzielt.
  2. Stärkere und zuverlässigere Verbindungen insbesondere bei dünnen Blechen (mit einer Dicke von nur 0,20 mm), da Einpressbefestigungselemente das umgebende Blechmaterial verdrängen und verformen, wodurch ein dauerhaft gewindefester Verbindungspunkt entsteht. Die Flexibilität in der Konstruktion zeigt sich außerdem in unterschiedlichen Werkstoffen wie Baustahl, HHS etc.
  3. Geringere thermische Verformung. Beim kalt eingepressten PEM Befestiger bleiben dagegen Struktur, Form und Oberflächenqualität des Grundmaterials erhalten.
  4. Minimale Beschädigung von Schutzbeschichtungen. Während Einpressbefestigungselemente nach dem Beschichten eingesetzt werden, werden beim Schweißen Beschichtungen wie Lackierungen, Pulverbeschichtungen oder Eloxierungen durch die Hitze beschädigt und müssen anschließend neu aufgetragen werden.
  5. Sauberes, glattes Erscheinungsbild, ohne dass eine Nachbearbeitung erforderlich ist. Hingegen müssen Schweißverbindungen oft geschliffen, verspachtelt oder nachbearbeitet werden.
  6. Größere Konstruktionsfreiheit und einfache Wartung, da sich Komponenten, die mit Einpressbefestigungselementen verbunden werden, leicht demontieren und wieder montieren lassen. Schweißverbindungen dagegen sind dauerhaft. Die bessere Zugänglichkeit in engen Bereichen ermöglicht zudem eine größere Konstruktionsfreiheit und effizientere Raumnutzung.
  7. Verbesserte Umweltverträglichkeit und Sicherheit für Mitarbeitende, da in der Einpresstechnik neben geringerem Energiebedarf im Gegensatz zum Schweißen weder Dämpfe noch Funken entstehen.
Tucker Bolzenschweissen - Bossard Deutschland GmbH
Tucker Bolzenschweissen Bossard Deutschland GmbH

Weitere Merkmale der Einpresstechnik sind eine hohe Gewinde-, Ausdrück- und Drehmomentfestigkeit. Außerdem ist keine spezielle Lochvorbereitung erforderlich und die Blechrückseite bleibt plan. Darüber hinaus ist ein Nachschneiden des Gewindes in der Regel nicht erforderlich. Zudem ist das Verfahren mit vergleichsweise geringen Einbaukosten verbunden und eignet sich für den Einbau direkt im Werkzeug („In-die Installation“) bei der Großserienfertigung.

Die Vorteile der Bolzenschweißtechnik

Ist Einpresstechnik also der beste Weg in der Verbindungstechnik? „Nur in bestimmten Fällen“, sagt Matthias Schorer, Lead Business Development bei Bossard Deutschland: „Ob Einpressen, Schrauben, Nieten oder Schweißen – alle Techniken stehen nicht im Wettbewerb zueinander, sondern ergänzen sich zu den umfassenden Möglichkeiten der Verbindungstechnik.

Deshalb ist es sinnvoll, die Wahl des Verfahrens frühzeitig fachlich zu bewerten, um gemeinsam mit dem Kunden eine technisch und wirtschaftlich geeignete Lösung für die jeweilige Anwendung zu bestimmen.

Wer zum Beispiel auf einem Bauteil aus Stahl oder Aluminium etwas montieren will, besitzt die Möglichkeit des Aufschweißens eines Bolzen aus dem gleichen Material (Stahl oder Aluminium), um daran zum Beispiel eine Mutter, eine Unterlegscheibe oder ein Kunststoffteil zu befestigen.

Neben dem Argument der einseitigen Zugänglichkeit punktet das Bolzenschweißen hier u. a. damit, dass keine Vorbohrung nötig ist. Dies spart Zeit und Kosten – und verhindert Lecks, die durch Luft, Staub oder Wasser verursacht werden. Zudem spricht die Mobilität für das System, in dem das Werkzeug zum Grundmaterial geführt wird und nicht umgekehrt, sowie die  in der Automobilindustrie so wichtige Paramater-Überwachung und Dokumentation der Schweißdaten.

(Quelle: Bossard Deutschland GmbH)

Schlagworte

AutomobilindustrieBolzenschweißenClinchenEinpresstechnikFertigungSchweißenSerienfertigungVerbindungstechnik

Verwandte Artikel

16.10.2026

Transparenz und Konnektivität beim Roboterschweißen

Für Linde Material Handling in Aschaffenburg hat Yaskawa eine hochautomatisierte Schweißanlage für Gabelstaplerrahmen und Fahrerschutzdächer geplant und realisiert. Neben...

Automatisierung Digitaler Zwilling Fertigung Heften Prozessüberwachung Qualitätssicherung Roboterschweißen Schweißanlage Schweißen Steuerung
Mehr erfahren
Timo Clasen, Jürgen Raun, Ronald Pajuelo, Lucas Hammerschmidt, Alexander Graf, Tim von Trebiatowski
DVS Group
15.10.2026

Auf dem Weg zur Schweißweltmeisterschaft

„Jugend schweißt“-Gewinner treten beim Arc Cup in China an, der vom 15. bis 20. Oktober in Nantong City in der chinesischen Provinz Jiangsu stattfindet.

Gasschmelzschweißen Jugend schweißt Lichtbogenhandschweißen Metall-Schutzgasschweißen Nachwuchsförderung Schweißen Wettbewerb Wolfram-Inertgasschweißen
Mehr erfahren
14.10.2026

Neue Industrieroboter für präzise Fertigungsanwendungen

ABB Robotics ergänzt sein Portfolio an Industrierobotern um die Modelle IRB 1700 und IRB 1700ID. Die kompakten Roboter sind für Anwendungen ausgelegt, bei denen kurze Zyk...

Fertigung Industrieroboter Lichtbogenschweißen Roboter Schleifen Schweißen
Mehr erfahren
Wie Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten für die Qualitätssicherung im Rohrleitungsbau eröffnen kann, wurde im Projekt
13.10.2026

Künstliche Intelligenz bewertet Qualität von Stumpfschweißverbindungen im Rohrleitungsbau

Das Forschungsprojekt „PipeSafe“ zeigt das Potenzial datengetriebener Methoden zur Echtzeitbewertung von Schweißprozessen in PE-Rohrleitungssystemen.

Forschung Fügen von Kunststoffen Heizelementstumpfschweißen Joining Plastics JP Künstliche Intelligenz Kunststoffrohre Rohrleitungsbau Schweißen Schweißnähte Stumpfschweißen
Mehr erfahren
DVS Group
12.10.2026

Neuerscheinung Merkblatt DVS 2902-2

Mit Ausgabedatum Oktober 2026 ist das Merkblatt DVS 2902-2 „Widerstandspunktschweißen von Stählen bis 3 mm Einzeldicke – Punktschweißeignung“ erschienen.

DVS Merkblatt Punktschweißen Schweißen Stahlbau Widerstandspunktschweißen
Mehr erfahren